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Mit Dudelsack und Trömmelche

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Wenn die Truppe gesichtet wird, dann gehen auch schon mal Leute laufen. „Das ist so“, stellt Jürgen Bläser (39) fest, „entweder man liebt Dudelsackmusik, oder man hasst sie.“ Er hat sie von Kindesbeinen an gemocht und sich schließlich vor zehn Jahren einer Handvoll „ahnungsloser, dafür aber unerschrockener Schottlandfans“ aus der Südstadt angeschlossen. Die hatten kurz zuvor eine Pipeband mit Dudelsackspielern und Trommlern gegründet, die heute im Jahr rund 50 Auftritte absolviert.

Zigtausend Jecke haben die 34 Mitglieder der „Cologne Caledonian Pipeband“ in der diesjährigen Session in unterschiedlicher Besetzung bejubelt. Sie begleiteten die Bläck Fööss bei 160 Auftritten bei ihrem neuen Lied „Du bes die Stadt“. Die Melodie existierte übrigens längst: In den 80er Jahren war sie vom Dudelsackspieler und Berliner Kneipenwirt Michael Korb und dem verstorbenen Produzenten Uli Roever als „Highland Cathedral“ komponiert worden. Das Stück soll sogar bei der Hochzeit von Pop-Sängerin Madonna gespielt worden sein. Die Fööss hörten das Stück 2002 in der Mülheimer Stadthalle, als die Pipeband mit den Domstädtern auftrat und entwickelten den Text.

Mal abgesehen von den wenigen Jecke, die laufen gehen, hat die Pipeband „sowas Positives wie mit den Fööss noch nie erlebt. Wenn wir um 0.40 Uhr in der Lachenden Kölnarena aufgetreten sind, dann war da der Bär los, das war schon spitzenmäßig“, versichert Bläser, Vater einer 13-jährigen Tochter, „die auf ganz andere Musik steht“. Bei 27 Auftritten auf großen Sitzungen war die ganze Band dabei, für kleinere Veranstaltungen wurden kleinere Abordnungen geschickt. Die Musiker organisieren Fahrgemeinschaften zu den Auftritten, denn sie kommen nicht nur aus Köln, sondern auch aus dem Bergischen, aus Holland oder der Eifel.

Sie üben alle möglichen Berufe aus, sind Polizisten, technische Angestellte oder Schlosser. Einmal in der Woche wird geprobt - in der Realschule in Oberaussem, zwei Mal im Jahr nimmt die Gruppe an Wettbewerben teil. Die Musiker gehen ihr Hobby ernsthaft an, auch wenn man Bläser glaubt, dass 90 Prozent der Bevölkerung nicht hören, wenn mal jemand falsch spielt. Trotzdem: „Wenn man nicht gut ist, kann man sich solche Sachen mit den Bläck Fööss nicht erlauben.“

Gerade diese Ernsthaftigkeit begeistert Hartmut Priess, Bassist der Fööss: „Das ist so toll, wie die sich - ebenso wie etwa die Hunnenhorde - eine andere Kultur angeeignet haben. Dass diese Schotten kölsche Schotten sind, darüber kann ich mich ohne Ende freuen. Wer die Augen zumacht, wird den Unterschied nicht feststellen. Es sei denn, er ist Schotte.“