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OberstleutnantBetroffen, betrübt, enttäuscht

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Ein riesiges Area (32 Hektar) ist das Gelände des Bundeswehrdepots in Eudenbach. (Foto: Ralf Klodt)

KÖNIGSWINTER-EUDENBACH – Als gestern die Nachricht die Runde machte, dass einer der 31 von der Schließung betroffenen Bundeswehrstandorte das Materiallager der Bundeswehr in Eudenbach ist, da machte sich Oberstleutnant Thomas Knam sofort auf den Weg nach Königswinter. Der Kommandant des Materialdepots Mechernich ist zugleich oberster Chef des Königswinterer Lagers, und er informierte zusammen mit dem Leiter des Lagers, Hauptmann Andreas Hofmann, die insgesamt 70 betroffenen Mitarbeiter (davon vier Soldaten) in einer Personalversammlung.

„Ich bin genau so überrascht, wie die Kameraden und Mitarbeiter", sagte er später vor der Presse und hob das 140 Seiten umfassende Stationierungskonzept in die Höhe, dem diese Information zu entnehmen ist. „Wir müssen jetzt professionell mit dieser Nachricht umgehen“, hob er hervor, „denn es gibt noch keinen Zeitplan für die Umsetzung der Entscheidung.“

Noch vor drei Wochen

Bauarbeiten begonnen

Erst mit einem Realisierungsplan, so der Oberstleutnant, könne festgelegt werden, ob sich andere regionale Einsatzmöglichkeiten ergeben, damit die Schließung sozialverträglich für die Mitarbeiter erfolgen kann. Für den 16. November ist eine Konferenz, eine Fachtagung Logistik, angesetzt, bei der weitere Daten erwartet werden können.

„Im Moment wissen wir noch überhaupt nicht, wie die begleitenden Maßnahmen ablaufen können“, sagte Thomas Knam, „wir können überhaupt nichts zum Ablauf sagen, weil wir uns dann im Raum der Spekulation bewegen.“ Die Mitarbeiter (Altersdurchschnitt: 52 Jahre) waren von der Nachricht sehr betroffen, betrübt und enttäuscht. Dies ganz besonders deshalb, weil bis zuletzt die Nähe zum Flughafen Köln / Bonn und der Standort direkt an der Autobahn als große Pluspunkte für ein weiteres Bestehen des Eudenbacher Materiallagers angesehen wurden.

Vor drei Wochen wurde auch noch mit den seit langem geplanten Baumaßnahmen begonnen, die den Standort mit einem leistungsfähigen Kommunikationsnetz versorgen sollten, um die Einführung von SAP vor Ort sicher zu stellen. „Die neue Technik sollte auch für die Optimierung der Hallennutzung eingesetzt werden“, sagte Hauptmann Andreas Hofmann bei einem kurzen Rundgang im Depot.

Auf rund 32 Hektar finden sich 16 Hallen, die als Fachregallager, Bodenblocklager oder Palettenlager genutzt werden und in der Größe zwischen 3000 und 1000 Quadratmetern einnehmen. Neben der Lagerhaltung gehören eine Kfz-Werkstatt, eine Schlosserei und eine Schreinerei zum Depot.

Mit der Planung eines „Großgerätelagers“ der Bundeswehr im Ortsteil Eudenbach wurde schon 1962 begonnen, 1966 wurde der Bauantrag gestellt und 1970 gingen die Bauarbeiten los. Die Kostenschätzung damals: rund 34 Millionen D-Mark. Als die Gesamtmaßnahme 1976 für beendet erklärt wurde, lagen die Kosten bei etwa 36 Millionen Mark. Alles das hat Wilbert Fuhr von „Oberhau aktuell“ (Verein für Heimat- und Brauchtumspflege) recherchiert und für die Reihe „Königswinter in Geschichte und Gegenwart“ zu Papier gebracht.

Demnach stieg die Mitarbeiterzahl nach der Einweihung langsam an bis auf 113 im Jahre 1978, davon damals 10 Soldaten und 103 zivile Beschäftigte. Beim Bau des Lagers wurden laut Fuhr Anfang der 70er Jahre ein Stabsgebäude, ein Unterkunftsgebäude, drei Abfertigungshallen, der Heizungsbereich, der Werkstattkomplex, das Wirtschaftsgebäude, ein Wohnhaus, das Wachgebäude und 16 Vorratshallen errichtet. Später gab es Erweiterungen und Veränderungen. So wurde laut Wilbert Fuhr 1990 der Bau einer Verpflegungshalle abgeschlossen.

Nach seinen Angaben waren das Bundeswehrdepot, seine Führungsoffiziere und die Mitarbeiter auch in das Ortsleben mit eingebunden. Ein besonderes Ereignis in Fuhrs detaillierter Depot-Chronik: Während der Militär-Übung „Caravan Guard 1989“ kam es im Ort Eudenbach zu einer Gasexplosion, bei der ein mehrstöckiges Wohn- und Geschäftshaus völlig zerstört wurde. An den sofort eingeleiteten Hilfsmaßnahmen waren „viele Mitarbeiter des Depots, Teile der übenden Truppe, das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr beteiligt“.