Gestern Morgen: Eine kleine Lichtung bei Krekel im dichten Nebel, großräumig abgesperrt von der Polizei. Das Wrack eines abgestürzten Sportflugzeugs liegt auf dem Boden. Die beiden Insassen, Fluglehrer und Schüler, haben den Absturz nicht überlebt.
MARMAGEN / KREKEL. Bei einem Schulungsflug ist eine Maschine des Kölner Klubs für Luftsport 1902 am Donnerstagnachmittag über dichtem Nebel in der Eifel im Gemeindewald von Nettersheim abgestürzt. Die Absturzstelle liegt etwa in der Mitte zwischen Krekel und Milzenhäuschen, rund 300 Meter von der Bundesstraße entfernt, im Wald.
Der 65-jährige Fluglehrer aus Niederkassel bei Siegburg und sein 40-jährige Schüler aus Hürth bei Köln waren sofort tot. Dies ist für den Kölner Luftsport-Klub der erste schwere Unfall in der langen Geschichte des Vereins. Der Leiter der Motorsportgruppe, Erhard Maiworm, war an der Absturzstelle wie gelähmt: Bei dem Fluglehrer handelt es sich um einen sehr erfahrenen Bundeswehroffizier, erklärte er. Der Mann sei zwar pensioniert, aber er kenne das Unglücksflugzeug, eine Cessna 172, aus vielen Flugstunden.
Gegen 14.30 Uhr starteten Schüler und Lehrer in Bonn-Hangelar am Donnerstag zu einem Übungsflug. Sie hatten für vier Stunden Benzin an Bord. Demnach hätte die Maschine spätestens um 18.30 Uhr zurück sein müssen. In Köln war der Luftraum bis in eine Höhe 900 Meter offen, so der Leiter der Luftsportgruppe, Erhard Maiworm. Ein Flug war also durchaus möglich.
Was auf dem Flug passiert ist, lässt sich vermutlich nicht mehr rekonstruieren, denn die beiden haben keinen Notruf abgesetzt. Es ist denkbar, dass sie versuchten, unter der tief liegenden Nebeldecke die Dahlemer Binz zu erreichen, was gar nicht so selten ist. Dabei haben sie vermutlich den 577 Meter hohen Berg vor Milzenhäuschen in der Gemarkung Schweißbruch / Habesheck falsch eingeschätzt. Ihre Maschine streifte eine Buche und stürzte ab. Die linke Tragfläche wurde abgerissen und blieb in rund 25 Metern Höhe in einem Baum hängen.
Als das Flugzeug nicht wie erwartet in Hangelar eintraf, wurde die Maschine als vermisst gemeldet. Noch am Abend wurde die Radaraufzeichnung der Flugüberwachung Köln / Bonn ausgewertet. Danach konnte die Stelle relativ genau ermittelt werden, an der die Maschine vom Radarschirm verschwunden ist. Bei der Flugüberwachung war man der Meinung gewesen, die Piloten seien auf dem Flugplatz der Dahlemer Binz gelandet, ohne einen Funkspruch abzusetzen.
Hund führte Helfer
zur Absturzstelle
Als die Koordinaten der vermeintlichen Absturzstelle ermittelt waren, rückten in der Nacht gegen 2.30 Uhr die Feuerwehren der Gemeinden Kall und Nettersheim mit der Rettungshundestaffel des DRK Kall und der THW-Verbände Schleiden und Euskirchen zur Suche aus.
Im Licht der Lampen und Pechfackeln war die Suche schwierig. Kein Licht brauchte der DRK-Rettungshund Snoopy. Die Schäferhündin von Stephan Schumacher schlug etwa eine Stunde nach Beginn der Suche an. Sie führte die Suchmannschaften zur Absturzstelle. Der Vorsitzende der DRK-Hundestaffel, der Kaller Arzt Dr. Karl-Peter Schumacher, konnte aber nur noch den Tod der beiden Piloten feststellen.
Der Flugschüler befand sich noch im Wrack, die Karte auf dem Schoß. Sein Lehrer war herausgeschleudert worden und lag unter der Maschine.
Die Spezialisten des Bundesluftfahrtsamtes Braunschweig nahmen noch an der Unfallstelle die Ermittlungen auf. Die Mitglieder des DRK-Kreisverbands, die vorher noch an der Suche teilgenommen hatten, versorgten die zahlreichen Helfer mit Getränken und frischen Brötchen. Feuerwehr und THW bargen anschließend die Toten und sammelten die Trümmer ein. Der Baum, in dem die Tragfläche hing, wurde von einem Spezialistenteam des THW gesprengt, da der Nettersheimer Forstbeamte Schmieder es ablehnte, den Baum von Waldarbeitern absägen zu lassen. Er befürchtete, dass jemand durch die herabstürzende Tragfläche hätte verletzt werden können.