Die Bonner wissen es: 42 Kilometer zu laufen ist schon eine echte Leistung. Ein Mann aus Meerbusch geht da jetzt noch ein paar Schritte weiter: Udo Zudnochowski will von seinem Heimatort aus zu Fuß nach Athen laufen.
Der 53-Jährige geht jeden Tag rund 20 Kilometer und sammelt dabei für die Stefan-Morsch-Stiftung für Leukämiekranke. Ehefrau Simone ist mit einem Begleitfahrzeug dabei. Meine Mutter ist vor sechs Jahren an Leukämie gestorben", erklärt der Langstrecken-Läufer, warum er sich für Leukämiekranke engagiert. Nach einem Unfall hat Zudnochowski selbst einmal längere Zeit in einer Klinik in Münster gelegen. Dort haben wir viele leukämiekranke Kinder gesehen." Die will das Ehepaar jetzt unterstützen. Weil beide ein Haus in Athen besitzen, entstand der Bezug zu Athen und die Idee für den Marsch. Sponsoren und Spender unterstützen das Paar. So soll Geld für die Suche nach mehr Knochenmarkspendern zusammenkommen.
Am 2. April ist der Wanderer gestartet. In Leverkusen wettete er gegen Bayer-Torwart Hans-Jörg Butt: Wenn ich einen Elfmeter gegen ihn verwandle, muss er 20 Euro zahlen." Gesagt, getan. Im Nachschuss traf der 53-Jährige gegen den Bundesligaprofi. Und der spendete statt 20 Euro gleich 50 Euro. Eine tolle Geste", meint Zudnochowski, als er jetzt in Bonn und tags darauf in Bad Honnef Station machte. Insgesamt wird er 133 Tage lang unterwegs sein - ohne einen Tag Pause zu machen. Wir kommen durch schöne Gegenden, das ist unser Lohn", meint Ehefrau Simone.
Über vier Länder geht die Tour. Von Deutschland, Österreich und Italien führt sie nach Griechenland. Von Innsbruck aus geht es über den Brenner, vorbei am Gardasee nach Venedig. Dann die Adriaküste entlang nach Brindisi. Dort nimmt das Ehepaar die Fähre nach Griechenland. Sie übernachten kostenlos in Hotels, die ihre Aktion unterstützen.
Am 12. August will der Wandersmann in Marathon ankommen. Dann gehe ich die klassische Marathon-Strecke nach Athen." Denn er will unbedingt pünktlich zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele am 13. August in Athen sein. Ich werde in den Stadien weitersammeln", kündigt der ehemalige Polizeibeamte an. Zehn Paar Sportschuhe hat das Paar im Gepäck. Wenn mein Mann ausfällt, springe ich für ihn ein", meint Ehefrau Simone. Seit sieben Monaten haben beide fünf mal in der Woche für die Strecke trainiert. Bis nach Athen warten stolze 2500 Kilometer auf das Ehepaar. Noch ist es ihm in Deutschland ein wenig zu kalt. Ein bisschen wärmer könnte es schon sein", sagt er. Ich freue mich auf die 30 Grad in Athen."