Die Kronenstraße ist für den Durchgangsverkehr gesperrt – Handwerker kommen mit Fahrzeugen nicht mehr an ihre Häuser.
SperrungAnwohner in Sorge wegen Baumaßnahmen in Alfter

Die Sperrung der Kronenstraße für den Durchgangsverkehr ist auch für die Anwohner ein Problem.
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Die Anwohner der Kronenstraße in Alfter müssen sich in den kommenden Monaten auf erhebliche Einschränkungen einstellen: Seit dieser Woche ist die stark frequentierte Durchgangsstraße abgesperrt, und das mindestens bis zum 23. November, heißt es aus dem Alfterer Rathaus.
Fragliche Alternativen
Der Grund: Der Energieversorger E-regio wird den Großteil der Straße aufreißen, um dort einen neuen Stauraumkanal sowie ein neues Abwasserpumpwerk zu bauen. Zusätzlich werden Gas- und Wasserversorgungsleitungen erneuert. Zwei Bauabschnitte sind vorgesehen, mit dem ersten wurde jetzt begonnen, wann es mit dem zweiten Abschnitt im Spätsommer losgeht, werde den Anwohnern noch mitgeteilt. Aktuell betroffen ist die Kreuzung Bahnhofstraße bis Hausnummer 25, im zweite Abschnitt geht es um die Hausnummern 10 bis 25.
Anwohner Werner Höfer (58) ist vom Fach, er arbeitet als Bauleiter im Mobilfunkbereich und koordiniert seit Jahren selbst mehrere Baustellen. Er sieht die Sperrung der Straße sehr kritisch und zitiert den verantwortlichen Bauleiter, dessen Äußerungen Höfer als „bedrohlich“ bezeichnet: „Wenn wir anfangen zu arbeiten, ist die Kronenstraße zu.“
Höfers Einfamilienhaus liegt ein wenig versetzt zur Straße, davor befinden sich die Einfahrt und ein Garagenplatz, den er und seine Familie künftig wohl nicht mehr direkt ansteuern können. Für ihn und seinen Sohn, ein Handwerker, wird es problematisch, wenn er nicht mehr vor dem Haus parken kann.
Als Alternative stattdessen kostenlos am Schloss oder am Friedhof zu parken, wie auf einer Einwohnerversammlung vorgeschlagen wurde, kämen weder für Höfer noch für seinen Sohn in Frage, da beide jeweils schwere Geräte transportieren müssen: „Die können Sie nicht quer durch den Ort tragen.“ Hinzu komme die Sorge, dass die Fahrzeuge dort nicht sicher stehen und aufgebrochen werden könnten.
Werner Höfer hat sich auch der Nöte der anderen Anwohner angenommen. Da gibt es beispielsweise den Musiker, der seine Instrumente transportieren muss, Menschen mit einer Gehbehinderung oder Schichtarbeiter: „Von den Einkäufen möchte ich hier gar nicht erst anfangen.“
Er berichtet auch von einem Nachbarn, der mehrmals die Woche zur Therapie gefahren werden muss, andere sind auf Besuche von Pflegediensten angewiesen, ein weiterer Nachbar brauche regelmäßig Sauerstofflieferungen. Trotz der Probleme ist es Höfer wichtig zu betonen: „Niemand der Anwohner möchte die Baumaßnahmen verhindern oder gar verzögern. Wir sind uns alle der Notwendigkeit, auch in diesem Ausmaß, bewusst. Aber so wie vorgestellt, kann diese Maßnahme nicht durchgeführt werden.“
Aus seiner Sicht wäre eine Durchführung nur gut möglich, wenn abschnittsweise gearbeitet würde, so dass maximal 50 Meter der Straße komplett gesperrt werden: „Damit wären die Häuser alle mindestens aus einer Richtung erreichbar. Die Versorgung wäre gewährleistet.“
Eine ältere Passantin, die beim Termin zufällig vorbeikommt, begrüßt die Kanalsanierung: „Die Einschränkungen müssen wir aushalten, denn die Arbeiten sind notwendig“, betont sie und erinnert an die Starkregenkatastrophe vom Juli 2021, bei der auch einige Straßen in Alfter-Ort heftig unter Wasser gestanden hatten. Und sie nennt als positives Beispiel einen vor einigen Jahren neu angelegten Kanal am Schlossweg: „Seitdem ist dort nichts mehr passiert.“
Betroffene vorab informiert
Alfters Pressesprecherin Maryla Günther verweist auf die ausführlichen Antworten auf der Internetseite der Kommune, die diese gemeinsam mit der E-regio erarbeitet hat und die den Anwohnern per Brief zugestellt worden sind. Das Schreiben liegt dieser Zeitung vor. Dort wird beispielsweise erklärt, dass der Anliegerverkehr „soweit bautechnisch möglich“, zugelassen werde, allerdings mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen sei. Unter bestimmten Umständen könne eine Zufahrt mit dem Baustellenpersonal vor Ort abgestimmt werden. Dies gelte auch bei Anlieferungen oder zum Be- und Entladen. Per Fußweg könnten alle Anwohner ihre Grundstücke sicher erreichen, mit ihren Fahrzeugen könnten sie ihre Grundstücke allerdings in den jeweiligen Bauabschnitten nicht ansteuern.
Unterstützung gibt es für jene Anwohner, die „aufgrund besonderer Umstände“ im Einzelfall auf einen Ersatzparkplatz angewiesen sind, sofern sie auch bisher über einen privaten Parkplatz verfügten. Allerdings müssen sie nachweisen, weshalb sie einen entsprechenden Bedarf haben. Dies gelte beispielsweise für erkrankte oder pflegebedürftige Menschen. Dafür genüge eine E-Mail an die Gemeindewerke Alfter (gemeindewerke@alfter.de).
Für Rettungsdienste bleibt die Zufahrt gesichert. Die Hilfsorganisationen sind über die Einschränkungen vor Ort informiert und für den Ernstfall entsprechend vorbereitet. Auch die Abfallentsorgung wurde geregelt, indem für die Müllabfuhr Sammelpunkte eingerichtet worden sind. Die Anwohner sollten ihre Tonnen allerdings mit ihrer Hausnummer vorab kennzeichnen.
Der Verkehr wird über den Stühleshof und die Bahnhofstraße umgeleitet. Für Fußgänger, insbesondere Schüler, die die Anna-Schule besuchen, wurde eine Umleitung über den Fußgängerüberweg im Bereich der Kronenstraße 9-11 in Richtung „Am Herrenwingert“ beziehungsweise zur Schule eingerichtet.
Sonderregelung
Während die Anwohner sich mit den Einschränkungen abfinden müssen, gibt es für das Hotel-Gasthaus „Zur Krone“ allerdings eine Sonderregelung, wie die Rundschau berichtete.
Auf dem Herrenwingert wurde im März eine Schotterfläche angelegt, die als Interimsparkplatz für Gäste, die in der „Krone“ übernachten, dient.
Bürgermeister Christian Lanzrath erklärte damals dieser Zeitung gegenüber: „Leider schaffen wir es als Gemeinde nicht, allen Anwohnern Ausweichparkplätze anzubieten. Die Situation des Hotels ist aber eine besondere, auswärtige Übernachtungsgäste, die sich im Ort nicht auskennen, brauchen eine klare Alternative. So möchten wir das Traditionsunternehmen bei der Herausforderung unterstützen und verhindern, dass dessen Existenz bedroht wird.“ (fes)
