Streifenwagen im Wach- und Wechseldienst sind meist 24 Stunden im Einsatz. Entsprechend hoch ist auch ihr Verschleiß.
PolizeiDie ersten Streifenwagen der neusten Generation sind im Rhein-Erft-Kreis im Einsatz

Die neuen Streifenwagen der Landespolizei auf Basis des Mercedes Vito und des Ford Tourneo rollen auch in Rhein-Erft.
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Vor einigen Wochen hat die Polizei im Rhein-Erft-Kreis zunächst sieben nagelneue Streifenwagen für den Wach- und Wechseldienst bekommen; sechs Mercedes Vito und ein Ford Tourneo Custom. Weitere 20 sollen in naher Zukunft folgen. „Welche der beiden Fabrikate wir erhalten, sehen wir aber erst, wenn die Fahrzeuge hier auf den Hof fahren“, erklärt die Sprecherin der Kreispolizeibehörde, Diana Schweren. Einfluss auf die Lieferung habe die Kreispolizei nicht.
Die geschäftliche Seite wird komplett vom Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) NRW abgewickelt. Streifenwagen im Wach- und Wechseldienst sind meist 24 Stunden im Einsatz. Entsprechend hoch ist auch ihr Verschleiß. „Nach maximal drei bis fünf Jahren müssen diese Fahrzeuge deswegen auch erneuert werden“, berichtet die Leiterin der Direktion Zentrale Aufgaben, Kreisverwaltungsdirektorin Ulrike Heimbüchel. Die sechs Vitos sollen nun erst einmal im südlichen Rhein-Erft-Kreis eingesetzt werden, der Ford bleibt in Bergheim.
Neue Fahrzeuge: Großzügige Platzverhältnisse und erhöhte Sitzposition
„Die neuen Fahrzeuge sind wirklich super, lassen sich gut fahren“, bestätigen auch die Beamten Kevin Reinschmidt und Sebastian Gronzki. Beide haben auch schon Erfahrungen auf den älteren Fahrzeugen gemacht. Reinschmidt und Gronzki gehören zu den Beamten, die die Neuwagen künftig fahren werden.

Polizeihauptkommissar Kevin Reinschmidt und Polizeikommissar Sebastian Gronzki (l.) werden künftig in den neuen Streifenwagen unterwegs sein.
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Besonders gut finden sie die großzügigen Platzverhältnisse und die erhöhte Sitzposition, die ein noch schnelleres Ein- und Aussteigen ermöglicht. Ganz ähnlich wie die Vorgängermodelle sind die Motoren in den neuen Einsatzfahrzeugen dimensioniert. Der Ford hat 170 PS, der Mercedes hat 20 Pferdestärken mehr unter der Haube und kommt auf 190 PS.
Üppiger im Vergleich zum Vorgänger fällt die Größe des Kofferraums aus. Die Einbauschränke darin für die polizeilichen Einsatzutensilien sind so konzipiert, dass die Beamten vom Fahrer- und Beifahrersitz aus problemlos darüber hinweg hinter das Fahrzeug sehen können. Zudem verfügen beide Fahrzeugmodelle zusätzlich jetzt über einen digitalen Rückspiegel, der einen Panoramablick hinter den Streifenwagen möglich macht.
Modern sind auch die großen Bildschirme im Cockpit der Fahrzeuge inklusive des Touch-Displays in der Mittelkonsole. Eine Berührung reicht bei diesen Modellen aus und die Scheinwerfer oder das Blaulicht samt Martinshorn und dem schrillen Anhaltesignal „Yelp“ schalten sich ein. Auch die Navigationssysteme gehören zur allerneuesten Generation und sollen, so heißt es vom Land, leicht zu bedienen sein. Das Display kann außerdem auch als Kontrollmonitor für das Videoeigensicherungssystem der Streifenwagenbesatzungen genutzt werden.
Der Ford hat als Neuerung eine elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung und – anders als sein Vorgänger – statt normaler Seitentüren für die Rückbank auf jeder Seite eine Schiebetür.
Beim Kauf und der Entwicklung der notwendig gewordenen Polizeiflotte war es dem Land wichtig, dass sich beiden Fahrzeugtypen nicht allzu sehr voneinander unterscheiden, so die Polizei. Das habe den Vorteil, dass sich die Einsatzkräfte nicht jedes Mal wieder umgewöhnen müssen, wenn sie regelmäßig zwischen dem Ford und dem Mercedes-Benz wechseln.
Zum Hintergrund
Die alten Streifenwagen werden zwar aus dem Polizeidienst gestellt, aber nicht verschrottet. Sie werden über einen vom Land beauftragten Dienstleister versteigert – zuvor jedoch innen und außen wieder in einen zivilen Zustand zurückgebaut.
E-Autos im Polizeidienst: Längst fährt auch die Polizei im Rhein-Erft-Kreis elektrisch. Die ersten E-Autos wurden bei der Polizei vor zehn Jahren in den Dienst gestellt.
Kreisverwaltungsdirektorin Ulrike Heimbüchel erinnert sich noch gut daran: „Diese Autos hatten damals eine Reichweite von etwa 160 Kilometern“, berichtet sie. Heute reiche eine Stromladung für gut 400 Kilometer. Aktuell hat die Polizei acht zivile Polizeifahrzeuge im Einsatz – unter anderem fährt auch das Team der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei elektrisch. NRW-weit arbeitet die Polizei bereits mit dem landeseigenen „Innovation Lab“ an einem vollelektrischen „Streifenwagen der Zukunft“. (mkl)
