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Üppige LichterdekoDas Weihnachtshaus in Bornheim lockt mit 6000 Lichtern am Mini-Hexenturm

4 min
Das ganze Haus im Lichterglanz.

Das ganze Haus im Lichterglanz.

Nach Halloween jetzt Weihnachten: Das Walberberger Lichterhaus von Jürgen Machmüller im Wandel. Allein den Mini-Hexenturm schmücken 6000 kleine Lichter.

Einige kommen extra aus Köln und Bonn nach Walberberg, andere aus Wesseling, Brühl und Bornheim, um sich das Walberberger Lichterhaus anzuschauen. In der Straße am Goldacker in Bornheim-Walberberg ist aktuell wieder richtig viel los. Von einigen weiß Jürgen Machmüller sogar, dass sie ihren Ausflug in den nahen Freizeitpark Phantasialand mit einem Abstecher zu seinem Weihnachtshaus verbunden haben. Machmüller freut sich wie ein Kind, wenn die Menschen fasziniert vor der ganzen Lichterpracht stehen bleiben und einfach nur staunen.

„Selbst wenn ich mit der ganzen Lichterinstallation nur einen einzigen Menschen glücklich mache, dann hat sich für mich der ganze Aufwand schon gelohnt“, sagt er. Dabei weiß er sehr wohl, dass die Zahl der Fans fast täglich steigt – nicht zuletzt auch aufgrund von Facebook und Co. Von einer Frau weiß Machmüller, dass sie seit ein paar Tagen jeden Morgen ein bisschen früher als sonst aus dem Haus geht, um ihre Kinder zur Grundschule zu begleiten. Diese Mutter habe ihm erzählt, dass ihre Kinder darauf bestehen, an seinem Haus vorbeizugehen. „Sie geben sich wirklich sehr viel Mühe“, sagen ihm die Leute auch. Und: „Ihr Weihnachtshaus, das ist schier der Wahnsinn!“

Zum vierten Advent fertig

„Dabei bin ich noch lange nicht fertig“, wehrt Machmüller ab. An seinem „Gruselschloss“, zu dem er sein Haus zu Halloween umdekoriert hatte (wir berichteten), waren seinen Schätzungen zufolge mehr als 500 Menschen vorbeispaziert. Länger als eine Woche habe er anschließend für den Abbau all seiner Monster und Gespenster gebraucht. „Und dabei ist mir die Zeit einfach weggelaufen“, erklärt er. Inzwischen sei er sicher, spätestens zum vierten Advent alle Lichterketten, Engel und andere himmlischen Wesen im und rund ums Weihnachtshaus aufgestellt zu haben.

„Eine solche Arbeit muss man doch auch mit ein bisschen mit Muße und Andacht machen“, lächelt er. Aktuell fällt es einem Laien wirklich schwer, sich vorzustellen, wo in diesem Haus und im Garten noch eine weitere Lichterkette installiert oder ein Weihnachtswichtel platziert werden könnte. Das Haus der Machmüllers leuchtet komplett vom Dachfirst bis zum Kellerfenster. „Andere geben ihr Geld für Gott weiß was aus, ich investiere zum Weihnachtsfest in Lichterketten, leuchtende Tiere, Himmelswesen und Nikoläuse“, sagt Machmüller. Das sei für ihn Weihnachten. „Ich bringe eben auch sehr gerne Licht ins Dunkel“, schmunzelt er.

Jürgen Machmüller mit zwei großen Weihnachtsfiguren.

Mit diesen beiden Weihnachtsfiguren hat sich Jürgen Machmüller auch einen kleinen Wunsch erfüllt.

Wichtig ist ihm, dass seine Weihnachtsdekorationen originell und schön aussehen. „Diesen Weihnachtsmann habe ich mir dieses Jahr neu angeschafft“, sagt er und deutet auf ein Kunstwerk aus Metall. Direkt daneben steht mit blauem Umhang bereits das passende Gegenstück - ein breit grinsender Schneemann. Dank einer besonderen Lichterkette hat er dem kleinen kreisrunden Teich im Vorgarten sogar einen Lichterkranz umgelegt. In Sichtweite steht dort der große, mit dicken roten Christbaumkugeln geschmückte Weihnachtsbaum. „Einige Kinder aus der Nachbarschaft haben mir beim Schmücken geholfen“, berichtet Machmüller. Und damit er sich wegen seiner Rückenschmerzen nicht so tief bücken musste, hätten die Kinder den Baum unten herum sogar komplett alleine geschmückt.

Der Hexenturm in Miniaturausgabe mit einem Lichterkranz ringsherum.

Der Hexenturm im Mini-Format, beleuchtet von 6000 Birnchen.

Ein Blickfang ist der Hexenturm in Machmüllers Garten – die Miniaturausgabe des historischen Baudenkmals und Wahrzeichen von Walberberg. Den Turm hat der Heimwerker selbst während der Sommermonate gebaut. War er für Halloween noch in bunte und schrille Lichter gehüllt mit Nebel, Gespenstern und Galgen, so wirkt er jetzt wie aus Tausendundeiner Nacht – ein bisschen verwunschen und geheimnisvoll und umgeben von vielen, vielen Lichtern. „Es sind genau 6000“, erklärt Machmüllers Freund Bekin Brava (51) aus Weilerswist. Jedes Wochenende kommt er aktuell für mehrere Stunden wieder nach Walberberg, um bei der Installation der Lichterpracht mit anzupacken. Allein um den etwa 3,20 Meter hohen Nachbau des Hexenturms herum hätten sie drei jeweils 57 Meter lange Lichterketten zusammengeführt. „Es ist genauso geworden, wie ich mir das auch zuvor vorgestellt hatte“, berichtet Machmüller.

Längst dürften ums Haus herum und im Garten von Busch zu Busch und zum Olivenbaum sogar mehrere Kilometer Lichterketten verlegt sein. „Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es doch schön, mit Lichtern die Morgen- und Abendstunden ein bisschen aufzuhellen“, sagt Machmüller. Er freue sich, wenn Kinder und Erwachsene staunend vor seinem Haus stehen. „Freude schenken und Licht, darin sehe ich auch ein bisschen den Sinn in der Adventszeit“, merkt Machmüller an.