- In Königswinter fordern die Jamaika-Koalition und die Wählerinitiative ein städtisches Maßnahmenpaket zum Klimaschutz
- Die Wählerinitiative verlangt dabei beispielsweise Klimaneutralität bis 2050
- Als Grundlage für mögliche Maßnahmen dient das Klimaschutzpaket der Stadt von 2012
Königswinter – Es ist beileibe nicht so, dass in der Drachenfelsstadt bislang in Sachen Klimaschutz nichts getan worden wäre, im Gegenteil. So heißt es im Klimaschutzkonzept der Stadt Königswinter (das stammt immerhin schon von Mai 2012; von „Fridays for Future“ war da noch keine Rede): Die jährlichen Kohlendioxid-Emissionen seien in den 17 betrachteten städtischen Liegenschaften – darunter vor allem Schulen – von 2008 bis 2010 „aufgrund der reduzierten Brennstoffverbräuche und der etwas zurückgegangenen Stromverbräuche“ um etwa neun Prozent (rund 330 Tonnen im Jahr) gesunken.
Und als Königswinters Technischer Dezernent Theo Krämer vor gut einem Jahr vorrechnete, dass die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik (das soll bis 2021 erledigt sein) die städtische Stromrechnung von 302 000 auf 92 000 Euro reduzieren würde, verband er das auch mit dieser Zahl: Der Ausstoß von Kohlendioxid werde sich von heute 4,1 Tonnen auf 1,5 Tonnen ab dem Jahr 2022 reduzieren.
Forderung nach städtischem Maßnahmenpaket
Dennoch kommt – wie in allen deutschen Kommunen – auch in die Klimaschutzdebatte in der Drachenfelsstadt neuer Schwung, der „Fridays for Future“-Bewegung und der Forderung nach Ausrufung des kommunalen Klimanotstands sei Dank. Bürgermeister Peter Wirtz sind zum Thema Klimaschutz zwei Anträge ins Rathaus geflattert, einer von der Königswinterer Wählerinitiative (Köwi), der andere von der Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grüner Alternative Königswinter (GAK). Beide fordern ein städtisches Maßnahmenpaket zum Klimaschutz. Doch während die Köwis schon eine konkrete Zahl nennen („Klimaneutralität bis spätestens 2050“), will die Koalition ein exaktes Klimaschutzziel mit Jahreszahl noch nicht festschreiben.
Klimaschutzpreis ausgeschrieben
Die Stadt Königswinter und der Energieversorger innogy loben zum dritten Mal den innogy Klimaschutzpreis aus. Königswinterer Bürger, Vereine, Kindergärten und Schulen können sich mit ihren Ideen und Projekten rund um das Thema Klimaschutz bewerben. Die drei besten Projekte werden mit insgesamt 2500 Euro honoriert.
„Der Klimaschutz fängt bei jedem Einzelnen an“, sagt Bürgermeister Peter Wirtz. „Nur mit vereinten Kräften können wir unsere kommunalen Klimaschutzziele erreichen. Der Wettbewerb ist ein großartiger Anstoß, um seinen Beitrag zu leisten.“ Der Klimaschutzpreis wird jährlich für Leistungen verliehen, die in besonderem Maße zum kommunalen oder überregionalen Klima- und Umweltschutz beitragen oder das Bewusstsein für die Notwendigkeit solcher Maßnahmen weiter steigern. Voraussetzung ist, dass das Projekt dem Allgemeinwohl dient und zum Einsendeschluss abgeschlossen sein wird. Über die Vergabe entscheidet eine Jury mit Vertretern der Stadt und innogy.
Eine kurze Beschreibung des Projekts – gerne mit Fotos – reicht aus. Bewerbungen können bis zum 15. Oktober 2019 unter folgender Adresse
eingereicht werden: Stadt Königswinter, Vorstandsbüro, Ulrike Klein, Drachenfelsstraße 4, 53639 Königswinter. (EB) www.koenigswinter.de
Bei Jamaika heißt es: Viele Kommunen seien „in einen Wettbewerb verfallen, wer mit seinen politischen Entscheidungen dem Klimaschutz bis 2030 oder gar 2050 am besten nachkommt. Dabei werden allumfassende Klimaschutzkonzepte in Auftrag gegeben, die teilweise allerdings Maßnahmen beinhalten, die eine Kommune gar nicht leisten kann.“ Die Koalitionäre wollten sich „an diesem Wettbewerb nicht beteiligen, sondern setzen auf ein (Klimaschutz-) Konzept, das klare Aktionen und Maßnahmen beschreibt, die von einer Kommune auch umgesetzt werden können“.
Klimaneutralität bis spätestens 2050
Der Katalog, den die Stadtverwaltung wenn nötig auch mit einem externen Fachbüro erstellen und den eine interfraktionelle Arbeitsgruppe diskutieren soll, sollte vor allem Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur klimaschonenden Energieerzeugung und nachhaltiger Mobilität aufzeigen.
Ähnliches wollen auch die Köwis, die ein Maßnahmenpaket „Perspektiven für ein klimaneutrales Königswinter“ fordern, aber mit konkreten Zielen wie der Halbierung der CO2 -Emissionen in gut zehn Jahren (im Vergleich zu 2007) und der Klimaneutralität bis spätestens 2050 verbinden wollen.
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Grundlage bildet Klimaschutzpaket von 2012
Die Verwaltung müsse für Bereiche wie Gebäudemanagement, Baubetriebe, Stadtentwicklung oder Verkehr CO2-Einsparpotenziale aufzeigen und auf deren Basis das Maßnahmenpaket schnüren. Auch die Köwis wollen eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe bilden, der Aktionsplan solle bis Ende 2020 fertig sein.
Bei Null anfangen muss die Drachenfelsstadt dank ihres Klimaschutzkonzeptes von 2012 nicht. „Im Rahmen des Konzeptes werden Potenziale zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz identifiziert und konkrete Maßnahmen zur Realisierung dieser Potenziale vorgeschlagen“, heißt es dort. „Ein wichtiger Schwerpunkt des Konzepts sind wirtschaftlich umsetzbare Maßnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit den städtischen Liegenschaften.“



