Michael Sachse stellt das neue Restaurant „Treibholz“ in Beuel vor und berichtet über die jüngste Auszeichnung für das Bonner Eislabor.
Gastro-SzeneNeues Restaurant in Beuel und Auszeichnung für das Bonner Eislabor

Aus dem Haus am Rhein in Beuel macht Dirk Dötsch das „Treibholz“ mit kontinentaler Küche und regionalen Einflüssen.
Copyright: Meike Böschemeyer
Langeweile ist für Dirk Dötsch ein Fremdwort. Das Parkrestaurant Rheinaue betreibt der Gastronom bereits seit einem Vierteljahrhundert. Ende 2022 hat er zudem die Tapasbar „La Loca“ auf der Poppelsdorfer Gastromeile übernommen. Nun ist Dötsch mit seinem Team auch auf der Schäl Sick präsent. Am Beueler Rheinufer tritt der 56-Jährige im Haus am Rhein in die Fußstapfen von Sinisa Slavicek.
Der langjährige Gastgeber hatte das Haus, zu dem auch der Biergarten „Zum Blauen Affen“ gehört, fast 30 Jahre mit seiner Ehefrau Ivona betrieben. Während das Restaurant der Bonner Ruder-Gesellschaft nun künftig „Treibgut“ heißt, bleibt der Name des Biergartens erhalten. „Als sich die Möglichkeit abzeichnete, das Haus am Rhein zu übernehmen, habe ich mich zunächst mit meinem Team beraten“, erklärt Dötsch. „Sie waren schnell entschlossen, neue Herausforderungen anzunehmen.“
Aus dem Haus am Rhein wird das „Treibholz“
Vor allem Mustafa Akbas und Fabian Heindl stehen künftig im Fokus. Akbas war im Parkrestaurant bislang stellvertretender Betriebsleiter und übernimmt nun in Beuel die Position des Betriebsleiters und Gastgebers. Heindl wechselt als Küchenchef von der Rheinaue nach Beuel. Beide werden von etablierten Kräften aus dem vorherigen Haus am Rhein unterstützt. Nach der Übergabe wurde das Restaurant knapp drei Wochen renoviert.
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Der Innenbereich erstreckt sich über mehrere Räume. 60 Gäste finden im Kernbereich rund um die Theke Platz. Auf der überdachten Holzterrasse stehen Stühle und Tische für 40 Gäste bereit. Weitere 60 Sitzgelegenheiten befinden sich im Südzimmer. Im Nordzimmer samt separatem „Affensalon“ können noch einmal 25 bis 30 Gäste verweilen. Von nahezu allen Plätzen schweift der Blick über den Rhein, die vorbeiziehenden Schiffe und auf das gegenüberliegende Ufer mit der Villa Hammerschmidt.
Im gesamten Innenbereich wurde ein Vinylboden in Holzoptik verlegt. Im Zusammenspiel mit neuen Gardinen und schwebenden, kreisförmigen LED-Leuchten ergibt sich eine angenehm warme Atmosphäre, die von eingebauten Holzpaneelen und Möbeln aus dem Antikhandel unterstützt wird. Stühle und Sitzbänke wurden neu gepolstert, die Wände sowie die Theke frisch gestrichen. Hinzu kommen ein neues Soundsystem und sanierte Sanitäranlagen. Ein Wein- und ein Thekenschrank werden das Interieur in den kommenden Wochen komplettieren.
Kontinentale Küche mit regionalen Einflüssen
Den Stil der Küche beschreibt der Hausherr als „kontinental mit regionalen Einflüssen“. Als Lieferanten erwähnt Dötsch zum Beispiel die hiesigen Bäckereien Schlösser und Gilgen´s sowie die Fleischerei Förster in Dottendorf. Auf der Premierenspeisekarte entdecken wir Vorspeisen wie „Tartar von Roter Bete“ mit gepickelter Gurke, Kapern und Junglauch (14,90 Euro) oder „Büchsenfisch“, portugiesische Sardine, Röstbrot und Tomatenrelish (18,50 Euro).
Unter der Überschrift „Allerlei“ verbergen sich der Salat Treibholz mit sautierten Hähnchenstreifen, Champignons und Junglauch (19,50 Euro) oder „Fabi´s Olivenöl Nudeln“, Spaghetti mit Solivellas Olivenöl, Knoblauch, Pinienkernen und Kirschtomaten (16,90 Euro). Als Hauptgerichte kündigt Chefkoch Heindl unter anderem Rumpsteak vom Campo Rind mit Petersiliensalsa, Kartoffelbratlingen und Saisongemüse (34,50 Euro), Kalbsleber Rheinisch mit Apfel, Kartoffelpüree und zweierlei Zwiebel (19,90 Euro) oder Zanderfilet mit Rahmsauerkraut, Kartoffeln und Kräutern (25,90 Euro) an. Die Desserts werden den Gästen am Tisch im Weckglas präsentiert.
Aus den Zapfhähnen fließen vier Biere: Peters Kölsch, Radeberger Pils sowie Helles und Weizenbier von Hofbräu. Der Hauswein stammt vom Gut Weis in Zell an der Mosel. Für Abwechslung sorgen Riesling und Sauvignon Blanc vom Weingut Pieper aus Königswinter, Primitivo Quietum aus Apulien sowie Rosé vom Weingut Maison AIX aus der Provence. Die Schnäpse kommen aus dem Westerwald von der Brennerei Birkenhof.
Restaurant Treibholz, Elsa-Brandström-Straße 74, 53227 Bonn-Beuel, Telefon (0228) 465307, dienstags bis donnerstags ab 15 Uhr, freitags und samstags ab 12 Uhr (Küche jeweils bis 21.30 Uhr), sonntags 12 bis 18 Uhr.
Bergamotte-Kreation könnte Eis des Jahres werden
Die Hochzeit für Eisgenuss hat zwar noch nicht begonnen, doch das Bonner Eislabor hat schon die ersten Meriten der jungen Saison eingefahren. Auf der GELATISSIMO, der größten Fachmesse für handwerklich hergestelltes Eis nördlich der Alpen, in Stuttgart konnte das Eislabor gleich zwei Erfolge feiern.
An drei Wettbewerbstagen wird jeweils eine festgelegte Sorte Eis interpretiert. Im ersten Wettbewerb drehte sich alles um die außergewöhnliche Zitrusfrucht Bergamotte. Das Eislabor entwickelte ein einzigartiges Sorbet: Aus der Frucht wurde eine süß-bittere Paste gekocht, eine intensive Bergamotte-Soße hergestellt und die Schalen kandiert. Aus dem frisch gepressten Saft und den weiteren Zutaten entstand ein Sorbet, das durch seine Balance aus Frische, Süße und feiner Bitterkeit überzeugte.

Für die Bergamotte-Eiskreation wurde Isabelle Voigt ausgezeichnet. Der Hauptgewinn ist eine Vespa, die das Eislabor schmückt.
Copyright: Michael Sachse
Die Jury war angetan und verlieh dem Eislabor den ersten Platz. Den dafür erlangten Hauptgewinn, eine brandneue Vespa, durfte das Team stolz mit nach Bonn nehmen. Sie schmückt nun das Eiscafé in der Friedrichstraße. Die Bergamotte-Kreation hat das Potenzial zum Eis des Jahres und bereichert jetzt schon die Vitrinen des Eislabors. Auch beim zweiten Wettbewerb, dem Vorentscheid des Gelato Europe Cup, konnte das Eislabor überzeugen. Es ging dabei um die begehrte Qualifikation für das deutsche Team, das Anfang 2027 in Rimini antreten wird.
Isabelle Voigt vertritt das Eislabor beim Gelato Europe Cup 2027
Die Aufgaben waren anspruchsvoll: ein Sorbet aus einer geheimen Mystery Box, eine kunstvoll dekorierte Schokoladeneis-Schale und eine aufwendig gestaltete Eistorte. Als Konditormeisterin und Gelatiere Isabelle Voigt die Box öffnete und eine Mango vorfand, bereitete sie daraus ein Mango-Chili-Sorbet. Die Schokoladeneisschale wurde mit Himbeerspiegel, frischen Himbeeren und einem Schokoladenbaum mit einer filigranen Libelle aus Schokolade veredelt.
Den krönenden Abschluss bildete eine Eistorte aus weißem Kaffeeeis mit Blutorangenfüllung, dekoriert mit weißer Schokolade und Kaffeebohnenmotiv. Lohn war der erste Platz für die dekorierte Schokoladeneisschale und damit die Nominierung für das deutsche Team. Isabelle Voigt aus dem Eislabor ist damit Teil der Crew, die in Rimini die deutschen Farben vertreten wird.
Eiskreationen aus dem Eislabor gibt es an drei Standorten: in der Bonner Altstadt (Maxstraße 16), in Beuel (Friedrich-Breuer-Straße 16) und in der Friedrichstraße 50, 53111 Bonn, montags bis samstags 11 bis 18.30 Uhr sowie sonntags ab 13 Uhr.
