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„Rheinbach hilft“ wieder in Charkiw„Spendenbereitschaft ist ungebrochen“

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Alfred Eich, Olga uund Andreas Klassen stehen vor dem gespendeten Feuerwehrfahrzeug.

Ein weiteres Feuerwehrfahrzeug übergaben Alfred Eich (l.) und Andreas Klassen in Charkiw.

„Rheinbach Hilft“ organisiert seit knapp vier Jahren Hilfstransporte in die Ukraine. Auch über Weihnachten waren sie wieder dort.

„Am Freitag wurde der nächste 49-Tonner an der Pallottikirche beladen und auf die Reise zu unserem Lager, davon haben wir aktuell drei, in Charkiw geschickt. Sehr viele Geschenkpakete für Kinder traten die Reise mit weiteren Spenden, Lebensmitteln, medizinischen Produkten und weiteren Hilfsmitteln an. Sie trafen am Vorabend von Heiligabend ein. Die Geschenkpakete wurden schon in die Kinderheime und Kinderkrankenhaus, aber auch an private Haushalte gebracht, als große Weihnachtsüberraschung“ ... So beschrieb es Alfred Eich, Vorsitzender von „Rheinbach Hilft“ im Chat des Vereins auf WhatsApp. „Die Engel sind in Charkiw.“

Heute schickt der Verein große Lkw los, dabei hatte alles klein angefangen, als Andreas Klassen und Alfred Eich Anfang 2022 mit der Ukrainehilfe in Berührung kamen. Schon damals starteten die beiden mit Hilfstransporten, damals noch in Zusammenarbeit mit der freien evangelischen Kirche in Rheinbach, in Richtung Ukraine. Seither waren Klassen und Eich zwölfmal gemeinsam in der Ukraine, meistens in Charkiw, wo „Rheinbach Hilft“ eine eigene Mannschaft aus ehrenamtlichen Teammitgliedern und ein Hilfslager betreibt. Das ist jetzt fast vier Jahre her.

Zur Kälte auch noch Stromausfall

Was mit Kleintransportern begann, ist heute eine große Organisation geworden, die ihre Hilfe auf Lastwagen mit 40 Tonnen Ladekapazität umstellen musste. „Vom ersten Tag an konnten wir die Pallottikirche nutzen. Dies war für uns eine große Hilfe. Mit den Jahren wurden die Mengen der Spenden immer größer und der Transport immer aufwendiger. So mussten wir umplanen und haben einen ukrainischen Spediteur gefunden, der schon das ganze Jahr über mit seinem 40-Tonner Lkw unsere Hilfsgüter zu unserem Lager nach Charkiw, 40 Kilometer von der russischen Grenze und 2600 Kilometer von Rheinbach entfernt, ins Kriegsgebiet bringt – was auch jedes Mal eine finanzielle Herausforderung ist. So kostet ein Transport rund 4500 Euro, erklärt Andreas Klassen.

Mehr als 500 Tonnen Hilfsgüter wurden bisher von Rheinbach nach Charkiw gebracht. Hunderte private Spender kommen regelmäßig zur Pallottikirche und bringen Kleidung, Lebensmittel und Hygieneartikel. Aber auch Krankenhäuser, Firmen und Institutionen unterstützen die Aktivisten von „Rheinbach Hilft“. Eich spricht von guten Beziehungen zu vielen humanitären Organisationen vor Ort und einem ausgezeichneten Netzwerk. Eine Freundschaft bestehe seit der Flut 2021 zum DRK im saarländischen Neuenkirchen-Hüttigweiler, das den Verein mit Hilfsgütern versorge, darunter medizinisches Material, Lebensmittel und vorsortierte Kleidung. Bereits seit drei Jahren gibt es eine Kooperation mit einem international agierenden Unternehmen in Rheinbach, das dem Verein finanzielle und materielle Spenden zukommen lasse. So wurden in diesem Jahr zum dritten Mal mehr als 50 Weihnachtspakete, gespendet von den Mitarbeitern, an „Rheinbach Hilft“ übergeben.

Großes Netzwerk

Die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Rheinbach habe in der Vergangenheit vieles möglich gemacht: „So konnten mit Unterstützung des Verwaltungsvorstandes unter Führung des Alt-Bürgermeisters Ludger Banken, der Feuerwehr und dem Rat vier ausgemusterte Löschfahrzeuge übernehmen, die heute in Charkiw und der Region ihren Dienst tun, um Menschenleben zu retten“, dankt Eich für die Unterstützung. Es bestehe auch eine Verbindung und ein reger Austausch mit örtlichen karitativen Institutionen. Alfred Eich: „In diesem Jahr konnte ,Rheinbach Hilft' durch eine großzügige Spende der Caritas zwei Kinderprojekte in der Ukraine erfolgreich durchführen.

Schüler des Sankt Josef-Gymnasiums Rheinbach packten Kräftig mit an, um die Weihnachtspakete einzuladen.

Schüler des Sankt Josef-Gymnasiums Rheinbach packten kräftig mit an, um die Weihnachtspakete einzuladen.

Eine Verbindung zum St. Josef Gymnasium in Rheinbach wurde durch den Leiter der Schule, Michael Bornemann, aufgebaut. Die Schule hat im Rahmen eines Schulfestes den Erlös an den Verein gespendet und zusätzlich mehr als 100 Weihnachtspakete übergeben, die in der letzten Woche die Reise nach Charkiw angetreten haben.“ Seit Kriegsbeginn werden etwa 25 ukrainische Schülerinnen und Schüler am SJG unterrichtet. „Es wäre toll, eine direkte Brücke zu schlagen“ freut sich Bornemann über die gute Zusammenarbeit.

„Wir danken jedem einzelnen Spender, Unterstützer und Helfer für die Hilfe. Es ist schön, zu sehen, dass wir nicht alleine sind. “ 30 kleine Öfen haben die Helfer an Menschen verteilt, „die weder etwas zu kochen noch zu heizen haben“, schreibt „Rheinbach Hilft“ auf WhatsApp. „Zurzeit herrscht außer der harten Kälte auch noch Stromausfall. Unsere Mannschaft war auch über Weihnachten im Dauereinsatz.“