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Offzieller AbschiedSwisttals ehemalige Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner blickt zurück

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Petra Kalkbrenner, ehemalige Swisttaler Bürgermeisterin.

Petra Kalkbrenner, ehemalige Swisttaler Bürgermeisterin.

Neun Monate, nachdem Petra Kalkbrenner offiziell das Büro im Rathaus abgeschlossen hat, wird sie dort noch einmal verabschiedet.

Niemals geht man so ganz. Dieses Motto von Trude Herr trifft wohl auf Swisttals ehemalige Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner zu. Eigentlich war für sie nach zehnjähriger Amtszeit im vergangenen Oktober mit einer letzten Ratssitzung Schluss, doch sowohl als Kreistagsmitglied der CDU als auch als Ratgeberin stand und steht sie der Kommunalpolitik weiter zur Verfügung. Heute heißt es nun noch einmal offiziell, Abschied zu nehmen.

Im Namen des Amtsnachfolger Tobias Leuning hat die Gemeinde Swisttal zu einem Gartenfest in den Rathaus-Garten eingeladen, wo Wegbegleiter aus der Region, aus Politik, aber auch aus Vereinen, Institutionen und Gesellschaft mit Petra Kalkbrenner noch einmal gemeinsam auf die vergangenen Jahre blicken werden. Politische Arbeit geht weiter

Mitinitiatorin der linksrheinischen interkommunalen Zusammenarbeit

Der leicht verspätete Abschied hatte Termin- und private Gründe – und nun ist es für Kalkbrenner umso schöner, mit etwas Abstand auf die Dinge zu blicken. „Man merkt, dass die Verantwortung abfällt“, sagt sie rückblickend auf die vergangenen knapp neun Monate, seit sie zum letzten Mal ihr Büro im Rathaus abgeschlossen hat. Auch wenn es danach politisch sofort weiterging. Ihre Expertise war nicht nur bei ihrem Nachfolger gefragt, auch in der interkommunalen Zusammenarbeit, die sie mit ihren früheren Bürgermeisterkollegen der anderen linksrheinischen Kommunen ins Leben gerufen hat, bleibt sie als Gesprächspartnerin gerne mit am Ball.

Über die sechs jungen Nachfolger in den linksrheinischen Rathäusern ist sie voll des Lobes. „Wir haben ein paar Termine zusammen gemacht. Was ich wirklich toll fand: Sie haben zugehört, wollten auch von den ‚Alten‘ lernen, aber entwickeln natürlich ihren eigenen Stil – ohne dabei alles Vorherige über Bord zu werfen.“ Gerade die inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit der kleinen Kommunen über Kommunalgrenzen hinweg, ist aus ihrer Sicht „zwingend notwendig“. Sie geht sogar so weit zu sagen: „Es braucht eine neue Gemeindegebietsreform.“

Als Ehrenamtlerin im Kreistag noch mal mit anderem Blick für Politik

Nicht nur an Sätzen wie diesen ist abzulesen, dass Petra Kalkbrenner ihre politische Stimme weiter einbringen will – nicht nur als ehemalige Bürgermeisterin, sondern vor allem als Kreistagsabgeordnete. „Ich hätte es schon sehr vermisst, keine Politik mehr zu machen“, sagt sie. Die ans Hauptamt anschließende Arbeit für den Kreistag war ihr sehr wichtig. „Diese ehrenamtliche Arbeit weitet auch noch mal den Blick.“

Dennoch hat sich seit dem vergangenen Oktober einiges deutlich geändert . Petra Kalkbrenner musste noch während ihrer Amtszeit aufgrund zweier Krebserkrankungen lernen, dass man nicht unbesiegbar ist. Inzwischen ist sie krebsfrei. „Das ist das Entscheidende“, sagt sie. Aber die Krankheit hat ihr auch signalisiert, dass es Zeit wird für ein stressfreieres Leben. Darin ist sie jetzt angekommen.

Jetzt habe ich das Gefühl, dass der Stress weg ist – und das ist auch gut so!
Petra Kalkbrenner

„Das gesündere Leben war nötig“, ist ihre feste Überzeugung. Es habe auch ein gutes halbes Jahr gebraucht, um den vorangegangenen Stress abzubauen. „Jetzt habe ich das Gefühl, dass der Stress weg ist – und das ist auch gut so!“ Ihr Tagesrhythmus sei heute strukturierter. Regelmäßiges Essen, regelmäßig Sport treiben, dabei den Tag selbst einteilen können – das sind die Dinge, auf die sie heute achtet.

Wegen eines Trauerfalls in der Familie war für Kalkbrenner nach der offiziellen Amtszeit erst mal nicht an größere Pläne zu denken. Doch die will sie nun angehen. Einer klingt dabei allerdings eher nach Arbeit und heißt: „Wiederaufbau“. Auch ihr Haus stand nach der Flut bis zur Kellerdecke unter Wasser und muss noch saniert werden. Ein anderes Vorhaben hat im Positiven mit Wasser zu tun und ist für diesen Sommer geplant, wenn es zeitlich klappt. Petra Kalkbrenner lacht: „Ja, der Segelschein steht jetzt endlich an.“