Euskirchen – So viele Möglichkeiten, die Erft in Euskirchen zu überqueren, gibt es sonst nie. In Höhe der ehemaligen Erftbastei hatte das THW für den „Treff Natur“ eine zusätzliche provisorische Brücke errichtet. „Wir haben für den Aufbau etwa 45 Minuten gebraucht“, so Burkhard Aehlich, Zugführer des 1. Technischen Zugs.
„Das Provisorium steht für unseren Plan, an dieser Stelle eine richtige Brücke zu errichten“, erklärte Thomas Schaper, Leiter Sachgebiet „Grünflächen und Forsten“ der Stadt Euskirchen. Dies habe eigentlich in Kürze passieren sollen, doch der Erftverband habe erklärt, dass das Gewässer in den Erftauen renaturiert werden soll. Deshalb verzögere sich der Bau etwas.
Beim „Treff Natur“ konnten die Besucher schon jetzt das Ufer wechseln und ohne Umweg zu den Attraktionen gelangen. Eine konnte parallel zur Brücke ausprobiert werden. Dort nämlich war ein Gurt über die Erft gespannt worden, auf dem die Kinder übers Wasser balancieren konnten – natürlich gesichert. Der Rückweg machte mindestens genauso viel Spaß, denn da hieß es, sich einfach fallen zu lassen.
Rund 1000 Besucher waren zum „Treff Natur“ gekommen, schätzte Schaper. Den Schwerpunkt hatte das Vorbereitungsteam der Stadt Euskirchen auf den sportlichen Bereich gelegt. Im Mittelpunkt stand das neue Multi-Spielfeld im ehemaligen Schwimmerbecken des Freibads. Das war in den vergangenen Wochen mit einem Fallschutzboden, einer Rampe für Rollstühle, Gittern, Toren und Basketballkörben ausgerüstet worden.
„Grüne Berufe“ vorgestellt
Zur Einweihung veranstaltete die JSG Erft 01 dort ein Fußballturnier. „Das hat regen Zulauf“, freute sich Schaper. Das ehemalige Beachvolleyballfeld des Freibads wurde mittlerweile auch reaktiviert. Da der TV Stotzheim sein ursprüngliches Feld auf der gegenüberliegenden Seite der Erft wegen des Schwimmbad-Neubaus hatte räumen müssen, fand er dort sein neues Domizil. Auch dort herrschte viel Betrieb.
Die Euskirchener Bogenschützen, die in den Erftauen beheimatet sind, hatten ihre Zielschieben aufgestellt. Großer Beliebtheit erfreute sich die Strohburg bei den Kindern. Besonders ihnen wurde viel geboten. Den Veranstaltern war es gelungen, viele Gruppen, Vereine, Verbände und Betriebe einzubinden, die das Thema Natur unterschiedlich attraktiv und spielerisch umsetzten.
So konnten die Kinder bei den Mitarbeitern des Grünflächenamtes und beim Nabu Nistkästen bauen. Es gab ausgestopfte Wildtiere zu sehen, deren Lebensweise anschaulich erklärt wurde. Das Regionalforstamt bot das Gestalten von Holzbrettern mit dem „Brennpeter“ an. „Einige haben auch ihre Nistkästen damit verziert. Die sind viel zu schade, um sie rauszuhängen“, fand Förster Jürgen Wittler vom Forstbetriebsbezirk Hardtburg.
Hoch im Kurs bei den Kleinen stand Kinderliedermacher Uwe Reetz. Auch die Puppenbühne war gut besucht, ebenso die Flugshows der Greifvogelstation. „Wichtig war uns, diesmal ,grüne Berufe’ zu präsentieren“, berichtete Schaper. Die Mitarbeiter eines Hellenthaler Baumpflegebetriebs demonstrierten, wie schnell sie an Seilen in die Baumkronen klettern können. „Wir arbeiten auch sonst für die Stadt Euskirchen in den Erftauen“, erklärte Michael Hollandt.
Auch ein Betrieb für Landschaftspflege zeigte seine Arbeit. Ebenso war die Landwirtschaftskammer vor Ort, um „grüne Berufe“ vorzustellen. „Wir sind heute häufig nach Naturberufen gefragt worden“, so Förster Wittler.
Bis zum „Treff Natur“ im kommenden Jahr wird sich in den Erftauen wieder einiges verändert haben. So soll bis dahin etwa der Naturminigolfplatz um einige Bahnen erweitert werden.
