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Alles Liebe
Die Eifel ist für Heiratsanträge sehr beliebt

6 min
Stimmungsvolle Aufnahme der Süntelbuche bei Blankenheim, Juni 2024.

Tipp der Redaktion: Die Süntelbuche bei Blankenheim gibt auch ein romantisches Plätzchen ab.

Die Region erreicht Platz fünf bei einer Social-Media-Analyse – Tourismusbehörde nennt besonders romantische Orte.

Verträumte Fachwerkgassen, einzigartige Naturkulissen, malerische Burgen – Romantik kann die Eifel. Das wissen viele Paare für sich zu nutzen: Die Eifel ist einer der beliebtesten Orte in ganz Deutschland für einen Heiratsantrag. Das sagt zumindest der Reiseveranstalter „Fit Reisen“. Herausgefunden habe man das durch eine Social-Media-Analyse.

Dabei wurden die 70 beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands anhand der Häufigkeit untersucht, mit der Aufnahmen des großen Moments auf Instagram unter dem Hashtag „heiratsantrag“, „verlobung“ und „verlobt“ geteilt wurden. Insgesamt flossen rund 66.000 Hashtag-Daten in das Ranking ein. Und mit 3448 Verlobungsposts landete die Eifel auf Platz fünf. „Die Region punktet vor allem mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft, romantischen Burgen und charmanten Orten wie Monschau“, teilt der Reiseveranstalter mit.

Euskirchenerin hilft Menschen dabei, Heiratsanträge zu planen

Für Maike Schmitt kommt das nicht wirklich überraschend. Die 33-Jährige ist seit sieben Jahren als Eventplanerin in der Hochzeitsbranche tätig und hat vor zwei Jahren mit „Green Glow Weddings“ ihre eigene Agentur in Euskirchen gegründet, mit der sie auch Antragsplanung anbietet. „Ich glaube, es ist ein bisschen das Bodenständige, das die Eifel hat“, erklärt sie die für sie spürbar steigende Nachfrage nach Verlobungen in der Eifel.

Drei bis vier Anträge plant sie nach eigenen Angaben pro Jahr. Dazu kommen Fälle, in denen sie mit einem Beratungsgespräch weiterhilft. Mit diesem Service steht sie im Kreis Euskirchen ihres Wissens nach alleine da. Für einen gelungenen Antrag sei vor allem eine profane Sache wichtig: „Bei so einer Planung darf man nie vergessen: Man möchte, dass der Antrag angenommen wird.“ Alles, was Druck erzeuge, sei daher schlecht. Also auch zu viel Öffentlichkeit, zu viel Publikum.

Das spiegelt sich auch in der Studie des Reiseveranstalters wider. Vor der Eifel landeten nur der Tegernsee (Platz vier), der Harz (Platz drei), der Schwarzwald (Platz zwei) und der Bodensee (Platz eins) – keine bestimmten Orte, sondern ebenfalls Regionen. Konkrete Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor oder Schloss Sanssouci landeten im Vergleich weit hinten. „Für einen Heiratsantrag zählen Atmosphäre und Naturerlebnis mehr als Bekanntheitsgrad“, schlussfolgert der Reiseveranstalter.

Authentizität ist beim Antrag das wichtigste

„Was wichtig ist, ist, dass es von der Person selbst kommt“, nennt Schmitt den entscheidenden Faktor eines Antrags. Man könnte meinen, dass es da kontraproduktiv ist, eine Agentur mit der Planung zu beauftragen. Schmitt sieht das anders: „Der Kunde hat sich vielleicht Unterstützung geholt, aber es sind trotzdem seine Gefühle, seine Gedanken.“ Einen vorgeschriebenen Text gibt es bei ihr nicht. „Sei einfach ehrlich und sag’, was du fühlst“, rate sie ihren Kunden immer, die zum Großteil Männer seien.

Sie und ihre Agentur kümmerten sich dann um das ganze Drumherum. So habe sie schon ein romantisches Picknick auf der höchsten Plattform eines Kletterwalds aufgebaut, eine Flaschenpost mit der Frage aller Fragen im richtigen Moment auf dem Rursee schwimmen lassen oder Roadtrips zu verschiedenen Stationen, die dem Paar etwas bedeuteten, organisiert.

Antragsplanerin Maike Schmitt sitzt in einem Café an einem Tisch.

Kennt sich aus in Sachen Liebe: Maike Schmitt, Antrags- und Hochzeitsplanerin aus Euskirchen

Im Kern gehe es darum herauszufinden, was das Paar verbinde und dann dazu passend einen Antrag zu planen, berichtet Schmitt. Sie geht das auf den ersten Blick recht nüchtern an – mit Konzept und Risikobewertung. Doch die Emotionen seien auch bei ihr immer stark, in den entscheidenden Momenten. Und ohne die geht es bei einem Heiratsantrag nicht. „Wenn die Emotionen hoch sind, sinkt das Risiko für eine Ablehnung“, sagt Schmitt. Denn davor hätten die meisten ihrer Kunden tatsächlich Angst: dass der oder die Liebste Nein sagt.

Rursee und Burgen sind für Heiratsanträge sehr beliebt

„Im Grunde haben wir immer drei Kategorien, die so etwas anfragen“, beschreibt sie ihre Kundschaft. Die, die keine Zeit hätten, selbst etwas zu planen. Die, die nicht kreativ seien (laut Schmitt bei Männern ein häufiges Phänomen), und die, die sich sorgten, so eine große Sache nicht im Geheimen alleine planen zu können. Ein komplett geplanter Antrag beginne etwa bei 500 Euro. Wie teuer es werde, hänge neben dem Aufwand natürlich auch von externen Kosten wie Verlobungsring, Fotograf oder Miete ab, wenn die Verlobung in einem bestimmten Raum stattfinden soll.

Sie habe einmal ein Paar betreut, da sei die Verlobung im Grünen von einer als Wanderin getarnten Künstlerin gemalt worden, weil die Frau selbst gerne gemalt habe. So etwas koste natürlich Geld. Bei nicht einmal fünf Anträgen im Jahr sind diese für Schmitt dennoch nur ein Randgeschäft. Und Kundenakquise. Denn: Viele, die sich schon für den Heiratsantrag von ihr beraten lassen, kommen für die Hochzeit wieder.

Beliebte Orte für eine Verlobung in der Eifel seien bei ihren Kunden der Rursee oder Burgen. Oft gehe es aber einfach raus in die Natur, am liebsten in der sogenannten goldenen Stunde, an Orte, die für die zwei Menschen eine besondere Bedeutung haben. Hier spiele natürlich auch das Wetter eine große Rolle. Vor allem deshalb, weil viele eine Verlobung im Herbst oder Winter planten. Ein Kunde habe seine Liebste unbedingt im Schnee fragen wollen, erinnert sich Schmitt. Da habe die Planung mehr oder weniger auf Stand-by gestanden, bis sich ein Schneewochenende ankündigte.

Durch Social-Media entsteht viel Druck auf die Verlobung

Ein anderes Mal spannte Schmitt mit ihrem Team große Segel, um das romantische Picknick vor einsetzendem Regen zu schützen. Das Paar habe dann tatsächlich im strömenden Regen da gesessen, umgeben von Lichterketten, und sei begeistert gewesen. Individualität sei noch so ein Punkt, der einen gelungenen Heiratsantrag ausmache, so die Eventplanerin.

Grundsätzlich bemerke sie, dass auch bei Verlobungen von Social Media ein gewisser Druck ausgehe, berichtet Schmitt. Deshalb rate sie immer, diese Plattformen komplett außen vor zu lassen und sich nur auf sich selbst zu konzentrieren. Das mag bei der Planung noch gelingen, das Endergebnis wird dann aber doch oft der gesamten Welt präsentiert. Und zwar am besten hollywoodreif. Professionelle Foto- oder Videografen seien bei Verlobungen sehr gefragt, sagt Schmitt.

Und so landet der minuziös geplante, möglichst individuelle und emotionale Moment dann doch in der Öffentlichkeit. Versehen mit den Hashtags „verlobt“ , „heiratsantrag“ oder „zusammenfürimmer“.


15 romantische Orte

Wer noch Inspiration sucht für seinen eigenen Heiratsantrag: Die Nordeifel Tourismus GmbH hat auf Nachfrage 15 Orte mit besonderem Romantik-Faktor herausgesucht:

  1. Die Sternenblicke in Floisdorf, Nettersheim und Effelsberg
  2. Bruder-Klaus-Kapelle
  3. Kronenburg
  4. Burg Flamersheim
  5. Burg Eicks
  6. Astropeiler Stockert
  7. Kalvarienberg
  8. Große Bank Alendorf
  9. Große Bank Sötenich
  10. Große Bank Dreiborn
  11. Stolzenburg
  12. Eifelblick Königsberg (mit Blick auf Kloster Steinfeld)
  13. Trekkingplattform 180 Grad
  14. Kloster Steinfeld
  15. Hochzeitsgarten Weilerswist

Wir suchen Ihre Geschichten

n der Serie „Alles Liebe“ befassen wir uns mit Hochzeitsplänen und Herzensfragen im Kreis Euskirchen. Wir zeigen romantische Hotspots für die Fragen aller Fragen, sprechen über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede kulturell und religiös unterschiedlicher Trauungen und hören bei einem frisch verheirateten sowie einem langjährigen Ehepaar nach, was das Versprechen „Für immer“ für sie bedeutet.

Und weil Geschichten über die ganz großen Emotionen immer von den Menschen leben, die sie erzählen, brauchen wir Sie: Sie haben ihren Antrag bei einer Heißluftballonfahrt über dem Nationalpark erhalten, sich unterm Eifeler Sternenhimmel das Ja-Wort gegeben oder etwas anderes Besonderes erlebt? Schicken Sie uns ihre außergewöhnlichen Hochzeitsanekdoten mit Kontaktinformationen und Bildern per Mail (redaktion.euskirchen@ksta-kr.de oder redaktion.gemuend@ksta-kr.de) zu, eine Auswahl werden wir dann veröffentlichen.