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Buchvorstellung Geschichten zum kalten Winter in der Eifel

Ralf Kramp (l.) und Manfred Lang haben das neue Buch vorgestellt. Sie stehen nebeneinander und halten das Buch in ihren Händen.

Die neu aufgelegte Anthologie „Eifel-Winter“ stellten Herausgeber Manfred Lang (r.) und Verleger Ralf Kramp bei einer Lesung im Besucherbergwerk Mechernich vor. Foto: Stephan Everling

Passend zu den kalten Winterabenden ist die Anthologie „Eifel-Winter“ mit mal nachdenklichen, mal komischen Geschichten, neu aufgelegt worden. Herausgegeben ist sie von Manfred Lang und illustriert von Ralf Kramp. 

Wenn die Abende lang und kalt werden, im Holzofen ein Scheit knistert, dann ist es Zeit für Gemütlichkeit und ein gutes Buch. Und wenn dieses dann noch von Kälte, Schnee und schneidendem Wind erzählt, dann ist der kuschelige Moment gleich noch einmal so stark. Wie gut, dass Manfred Lang, Autor, Journalist und ausgewiesener Kenner Eifeler Mundart, seine Anthologie über den „Eifel-Winter“ aktualisiert und neu aufgelegt hat.

Vor rund 30 Zuhörern stellte er mit Verleger Ralf Kramp, der auch die Illustrationen und das Titelbild   gestaltete, das Werk im Museum des Mechernicher Besucherbergwerks vor. Es sollte ein fröhlicher und unterhaltsamer Abend werden, nachdem Günter Nießen, Leiter des Besucherbergwerks, die Gäste begrüßt hatte. Kramp und Lang sind als brillante Leser und Rezitatoren bekannt, beliebt und immer gut für ein gelungenes Programm.

Zahlreiche Autoren im Buch vertreten

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Um der Vielseitigkeit des neu aufgelegten Buches gerecht zu werden, wechselten sie sich in der bei vielen gemeinsamen Auftritten bewährten „Eifel-Gäng“-Manier ab. So lasen sie die Texte von Autoren wie Hermann Prümmer, Peter Kremer oder Fritz Koenn. Damit kratzten sie allerdings nur an der Oberfläche des im Buch zu findenden Autorenfundus, in dem auch   Clara Viebig, Stefan Andres, Jakob Kneip oder Theodor Seidenfaden, aber auch zeitgenössische Autoren wie Rainer M. Schröder und Ralf Kramp zu finden sind.

Die Geschichten habe er in unterschiedlichen Quellen gefunden, erzählte Lang. Ein Fundort seien zum Beispiel die alten Jahrbücher der ehemaligen Kreise Schleiden und Monschau. Er habe   früh begonnen, derartige Literatur zu sammeln und auszuwerten. „Als 1989 meine erste Anthologie gleichzeitig mit dem Eifel-Blues von Jacques Berndorf erschien, war das der Beginn einer neuen Heimatliteratur in der Eifel“, erinnerte sich Lang.

Über den Großmeister der Stöckelcher, Fritz Koenn, erzählte Lang, er habe von diesem den fließenden Vortrag in Eifeler Mundart gelernt. „Er hat sein Erbe in meine Hände gelegt“, sagte er. Allerdings gehe Koenn mittlerweile stramm auf die 100 Jahre   zu. „Mal sehen, wer es länger macht“, witzelte Lang.

Wie Weihnachtsbäume „besorgt“ werden

Kramp trug mit einer mörderischen Weihnachtsgeschichte zu Buch und Abend bei, indem er in seiner unverwechselbaren Manier souverän die Schlusspointe humorvoll vorbereitete. Besinnlich sei diese Geschichte allerdings nicht, gab er zu, aber es sei ja auch kein Buch über Weihnachten, sondern den Eifel-Winter.

Und so reicht das Spektrum von nachdenklich über besinnlich bis hin zu mörderisch und brüllkomisch. Vieles erkannten die Zuhörer wieder – etwa   die Eifeler Beschaffungsrituale für den Weihnachtsbaum. „Ein Weihnachtsbaum in der Eifel wird nicht gekauft, aber auch nicht geklaut. Der wird besorgt“, erklärte Lang die Feinheiten lokaler Usancen.

„Das Phänomen der Jahreszeit Winter gehört zum Wesen der Eifel“, stellte Lang klar. Ihm sei hierzulande der blaue Himmel in der Eifel stets verdächtig: „Wenn es aber neblig wird, dann wird es so richtig gemütlich.“

Die Anthologie „Eifel-Winter“, herausgegeben von Manfred Lang, mit Illustrationen von Ralf Kramp, hat 312 Seiten. Die überarbeitete Neuauflage ist als Klappenbroschur erschienen und unter der ISBN 978-3-95441-643-1 zum Preis von 17 Euro im Buchhandel erhältlich.