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Neue App für PrivatpersonenHochwasserschutz für die Hosentasche im Kreis Euskirchen

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Das Bild zeigt Wiederaufbaumaßnahmen nach der Flut in Bad Münstereifel.

Die Schäden nach der Flutkatastrophe im Kreis Euskirchen, hier Bad Münstereifel, waren enorm. Das Land hat nun eine neue App zum Schutz vor Flut- und Starkregenschäden herausgebracht.

NRW-App startet in die nächste Stufe einer App zum Schutz Starkregen und Hochwasser. Schon mehr als 1,1 Millionen Adressanfragen sind registriert worden.

Fast fünf Jahre nach der Flutkatastrophe treibt das Land NRW die digitale Vorsorge beim Hochwasser- und Starkregenschutz voran: Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung hat eine erweiterte Version der „H2OCH Wasser App/fürs Haus“ veröffentlicht. Die Anwendung richtet sich nach Angaben des Ministeriums an Bürgerinnen und Bürger, die ihr individuelles Risiko besser einschätzen und gezielt vorsorgen möchten.

Mit der neuen Version werde das Angebot deutlich ausgebaut, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung aus Düsseldorf. So funktioniert die App: Nutzerinnen und Nutzer können nach Eingabe ihrer Adresse verschiedene Szenarien zu Starkregen und Hochwasser simulieren. Die App zeigt, wie weit sich Überflutungen ausdehnen könnten und welche Wasserhöhen am jeweiligen Standort zu erwarten sind. Ein Ampelsystem bewertet die Gefährdung übersichtlich. Die Ergebnisse lassen sich zudem als PDF speichern.

Ein strukturierter Fragebogen ist neu

Neu ist ein strukturierter Fragebogen, der erstmals eine detaillierte Analyse möglicher Schwachstellen am eigenen Gebäude ermöglicht. So können Eigentümerinnen und Eigentümer nachvollziehen, auf welchen Wegen Wasser eindringen könnte. Auf dieser Grundlage erstellt die App eine individuelle Risikoeinschätzung und gibt konkrete Hinweise zum baulichen Schutz sowie zum richtigen Verhalten im Ernstfall.

Auch die Darstellung wurde verbessert: Interaktive Karten – sowohl in zwei als auch in drei Dimensionen – machen unterschiedliche Überflutungsszenarien anschaulich. Ergänzt wird das Angebot durch einen übersichtlichen FAQ-Bereich mit Antworten auf häufige Fragen.

Mit der nächsten Ausbaustufe kann das eigene Zuhause noch sicherer vor Starkregen und Hochwasser gemacht werden.
Ina Scharrenbach, Heimatministerin des Landes NRW

„Mit der nächsten Ausbaustufe kann das eigene Zuhause noch sicherer vor Starkregen und Hochwasser gemacht werden“, wird Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach in der Pressemitteilung zitiert. Ziel sei es, Wissen, Vorsorge und Sicherheit weiter zu stärken. Die Erfahrungen aus der Hochwasserkatastrophe 2021 hätten gezeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen und ein hochwassersicherer Wiederaufbau seien.

Auch Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, betont die Bedeutung der Weiterentwicklung: „Gerade im Zuge des Klimawandels ist es entscheidend, die Eigenvorsorge der Menschen zu stärken.“

Die App steht sowohl in den gängigen App-Stores als auch online zur Verfügung. Seit April 2025 wurde das Angebot rund 730.000-mal aufgerufen, mehr als 1,1 Millionen Adressanfragen wurden gestellt.

Neben Privatpersonen profitieren laut Heimatministerium auch Kommunen: Bereits 131 von 396 Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen stellen über die App zusätzliche Informationen zu ihrem lokalen Hochwasser- und Starkregenmanagement bereit und benennen Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger.