Der Beschuldigte hatte am 7. April auf eine Polizistin geschossen und sie verletzt. Nach einer Fahndung war er im Wald festgenommen worden.
In PsychiatrieNach Schüssen in Prüm erhebt Staatsanwaltschaft Anklage gegen 25-Jährigen

Mit zahlreichen Kräften fahndete die Polizei am 7. April in Prüm nach dem 25-Jährigen
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Anklage wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und weiterer Delikte hat die Staatsanwaltschaft Trier gegen einen 25 Jahre alten Mann aus der Eifel erhoben. Er wird unter anderem beschuldigt, am 7. April in Prüm auf eine Polizistin geschossen und sie verletzt zu haben.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der 25-Jährige seit seiner Festnahme und nach einem Beschluss des Ermittlungsrichters in der geschlossenen forensischen Psychiatrie untergebracht. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens hat ein psychiatrischer Sachverständiger ein Gutachten erstellt, nach dem der Mann an einer psychischen Erkrankung leidet. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft dürfte seine Schuldfähigkeit zur Tatzeit daher „zumindest erheblich vermindert gewesen sein“.
Staatsanwalt: 25-Jähriger hat Magazin der Polizeiwaffe leergeschossen
Es waren dramatische Stunden in Prüm am 7. April, bis der Mann festgenommen worden war. Für die Staatsanwaltschaft haben die Ereignisse in einer Arztpraxis begonnen, wo der Beschuldigte am Mittag herumgepöbelt und andere belästigt haben soll. Daraufhin wurde die Polizei verständigt. Eine Polizistin und ein Polizist trafen den Mann nicht mehr in der Praxis, sondern im nahen Kurpark an.
Laut Staatsanwaltschaft ignorierte der 25-Jährige die Anweisung, stehen zu bleiben. Als er flüchten wollte, habe der Polizist versucht, ihn festzuhalten. Als der Mann sich gewehrt habe, sei es zu einem Gerangel zwischen ihm und dem Polizisten gekommen. Dessen Kollegin setzte einen Taser gegen den Angeschuldigten ein, der laut Staatsanwaltschaft jedoch ohne Wirkung blieb. Stattdessen sei auch die Polizistin in das Gerangel hineingezogen worden.
Polizistin erlitt einen Durchschuss des Oberschenkels
Dem 25-Jährigen sei es gelungen, die Dienstwaffe des Polizisten aus dessen Holster zu ziehen. Mit der Waffe soll er aus unmittelbarer Nähe auf den Beamten geschossen haben. Wie die Staatsanwaltschaft berichtet, gelang es dem Polizisten, den Arm des Mannes bei Schussabgabe abzulenken, so dass die Waffe verrissen und er selbst nicht getroffen wurde.
Nach dem ersten Schuss habe auch die Beamtin ihre Waffe eingesetzt, während der 25-Jährige weiterhin auf beide Polizisten schoss. Die Staatsanwaltschaft gibt an, dass mit der Waffe der Polizistin dreimal geschossen, der 25-Jährige aber nicht getroffen wurde. Der wiederum schoss das Magazin der Waffe des Polizisten leer.
Einer der Schüsse traf die Polizistin. Sie erlitt einen Durchschuss des Oberschenkels und musste noch am gleichen Tag operiert werden. Ihr Kollege erlitt, so die Staatsanwaltschaft, ein Knalltrauma.
Nach dem Schusswechsel flüchtete der 25-Jährige in den Wald. Es lief eine umfangreiche Fahndung an, während der sich die Polizei mit einer eindringlichen Warnung vor dem Mann an die Bevölkerung gewandt hatte, auch mithilfe der Warn-App Nina. Die Warnung lief auch in Teilen der Gemeinden Dahlem und Hellenthal auf. Mehrere Stunden später wurde der Mann gegen 19 Uhr widerstandslos festgenommen. Die Waffe hatte er bei seiner Flucht weggeworfen. Die Polizei fand sie im Bereich des Kurparks.
Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet nun das Landgericht Trier. Prozesstermine gibt es demnach noch nicht.
