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Sicherheit und RettungTaucher üben im Rursee den Ernstfall unter Wasser

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Der Taucher wird von einem Kollegen aus dem Wasser geholt.

Gar nicht so einfach ist es, einen verunfallten Taucher an Bord des Bootes zu ziehen.

Die Sporttauchclubs Stolberg und Heimbach trafen sich mit der DLRG an der Tauchbasis Eschauel zum Training. Mit dabei: eine Ärztin.

Einfach mal abtauchen. Was im Urlaub oft einfach ist, ist in der Eifel kompliziert. Denn ein Tauchgang ist nur in Schwimmbädern möglich. Oder im Rursee, dort aber nur an den Stellen, für die die Behörden die Genehmigung erteilt haben. An der Tauchbasis Eschauel haben die Sporttauchclubs Stolberg und Heimbach nun gemeinsam einen Tauchsicherheits- und Rettungslehrgang durchgeführt.

Wenn er in das Wasser gehe, dann tauche er ab, dann sei das Stressbewältigung, sagt etwa Harald Schütt: „Ich bin dann in einer Welt, in der absolute Ruhe herrscht, dabei kann ich sehr gut entspannen.“ Andere Leute machten Yoga, er gehe tauchen. Schütt ist Tauchlehrer und Rurseebeauftragter des Tauchsportverbands NRW (TSV). Als Mitglied des Heimbacher Clubs ist der Gemünder auch für die Ausbildung zuständig. Am Rursee koordiniert er mit Johannes Joisten die Termine der Taucher und sorgt dafür, dass die, die sich angemeldet haben, vom Parkplatz auch ans Wasser kommen.

Im Rursee sind zwei Tauchplätze eingerichtet

Zwei Tauchplätze, sogenannte Bänke, sind dort eingerichtet. „Wenn an Bank 1 die blaue Fahne weht, dann dürfen keine Boote oder Schiffe in den Bereich fahren“, erläutert Schütt. Und nur dort dürfen die Taucher ins Wasser gehen.

„Es ist ideal, um im Training zu bleiben“, sagt er. Wer im Sommer im Urlaub tauche, verlerne im restlichen Jahr nichts. „Jedes Wochenende ist es ein bisschen anders, mal ist gute Sicht, mal hat man eine schlechte Sicht“, erklärt Schütt. Gerade im Herbst seien im Rursee immer wieder Fische zu sehen. Hechte, Karpfen und Welse können den Tauchern begegnen.

Drei Männer in der typichen rot-gelben Montur der DLRG sitzen in ihrem Boot.

Die Mitglieder der DLRG, die in einem Boot unterwegs waren, trainierten mit den Tauchern.

Die Kisten tragen die Aufschriften „Notfall-Rucksack“ und „Sauerstoff/AED“.

Stets dabei sind die Rettungsutensilien, die Harald Schütt (v.l.) und Josef Hennicken zeigen.

Doch an diesem Wochenende ist Ausbildung. Wer das Tauchsportabzeichen in Gold erwerben will, müsse einen Tauchsicherheits- und Rettungskurs absolvieren, erklärt Schütt. 13 Teilnehmer sind dabei. Sie werden von acht Lehrern aus verschiedenen Clubs betreut.

Passiert ein Tauchunfall im Rursee, kommen die Verletzten nach Aachen

Die Inhalte sind standardisiert. Am Anfang des Kurses stehe die Theorie, sagt Josef Hennicken vom Stolberger Club: „Dafür ist extra Daniela Koonen gekommen, die leitende Ärztin der Druckkammer in Aachen.“ Wenn ein Tauchunfall im Rursee passiere, werden die Verletzten dort versorgt. Die Ärztin hat den Tauchern interessante Einblicke in die Praxis gegeben, so Hennicken.

Eine mangelhafte Dekompression sei oft Ursache eines Unfalls: Steigt ein Taucher zu schnell auf, kann der gelöste Stickstoff Blasen bilden und Gefäße verstopfen. „In dem Kurs lernen die Teilnehmer auch, die Symptome zu erkennen“, erläutert Hennicken: Schüttelfrost, Übelkeit und Gleichgewichtsstörungen etwa. „Dann wird sofort Sauerstoff gegeben, der hier in dem Bus immer zur Verfügung steht, und die Rettungskette eingeleitet“, so Schütt. Dafür seien Notfallsäulen an den Tauchbänken eingerichtet, ein Defibrillator sei vorhanden.

Im praktischen Teil geht es für die Taucher ans Eingemachte. „Sie lernen, Probleme zu erkennen und sie zu lösen“, sagt einer der Tauchlehrer, kurz bevor er mit seiner Gruppe an Bank 2 abtaucht. An Bank 1 übt derweil eine andere Gruppe mit der DLRG, einen Tauchpartner in das Boot zu hieven. Oliver Poch und Georg Hoffmann etwa ziehen sich wechselseitig ins Boot der Wasserretter aus Woffelsbach – bis der Trainer zufrieden ist.

„Ich mache den Kurs, weil ich das Goldene Tauchabzeichen erwerben will“, sagt Oliver Poch aus Wuppertal. Der Rursee habe ihn immer schon gereizt. „Ich wollte mir mal die karibischen Verhältnisse hier angucken“, scherzt er. Bei Georg Hoffmann ist die Motivation eine andere: „Ich mache das aus Vorsicht, falls einmal etwas passiert.“ Auch wenn er noch nie einen Tauchunfall erlebt habe, wolle er im Ernstfall wissen, was zu tun sei.


Nur wenige Plätze zum Tauchen in der Eifel

Tauchen ist im Rursee nur an zwei festen Plätzen nahe der Anlegestelle Eschauel gestattet. Dort sind zwei Notrufsäulen installiert, die direkt mit der Leitstelle in Aachen verbunden sind. Zudem sind die Personen vor Ort, die im Falle eines Falles über die Ausbildung und das Material verfügen, um Sofortmaßnahmen einzuleiten.

Taucher müssen ihre Tauglichkeit und eine Taucherunfallversicherung nachweisen. Auch ist ein kompletter Kälteschutz verpflichtend. Der Rursee ist neben der Aggertalsperre eines von zwei Gewässern, die der Tauchsportverein NRW für seine Mitglieder anbietet.

Die Eifel ist kein Tauch-Eldorado. An den Maaren in der Vulkaneifel ist Tauchen verboten. Für den Freilinger See muss bei der Gemeinde Blankenheim ein Erlaubnisschein eingeholt werden.