Vom Glanz alter Tage ist der Karnevalszug zwar noch ein Stück entfernt, aber nach finsteren Jahren wirkt der Zoch wie wiederbelebt.
KarnevalSchleidener Zoch konnte wieder über die Brücke am Alten Rathaus gehen

Spontan hatte sich die Klasse 6a der Schleidener Realschule zur Teilnahme entschlossen und jede Menge Spaß.
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Schon erstaunlich, welchen Unterschied so eine Brücke machen kann. Mit der Wiedereröffnung der Flussquerung am Alten Rathaus wirkte der Zug wie wiederbelebt. Noch hat der zwar nicht die Größe früherer Zeiten wiedererlangt, doch allen Beteiligten war die Freude am Neustart anzumerken. Und so konnte der Zoch durch die einstige Kreisstadt in diesem Jahr viele Jecken anlocken, auch wenn sein Termin nun zum zweiten Mal in Folge vor dem offiziellen Start des Straßenkarnevals war.
Wegen der Flutschäden war die Olefbrücke am Alten Rathaus gesperrt gewesen. Abgesehen von den Einschränkungen für die Bewohner war dies auch für die Karnevalisten ganz bitter, da der angestammte Weg über den Markt mangels Rettungswegen tabu für den Zoch war. Die Auflösung musste am Driesch stattfinden, der Zochweg war gerade mal 800 Meter lang – nichts, was der Attraktivität gut tat.
13 Wagen und Gruppen waren beim Schleidener Zug unterwegs
Doch das reichte noch nicht. Durch die Flut hatten auch die Schleidener Jecken Schäden zu verkraften – und dann zerstörte auch noch ein Feuer zwei Karnevalswagen. Zu allem Überfluss war die altehrwürdige Burg nicht mehr einsatzbereit, so dass der Verein nichts Fahrbares mehr hatte und sich mit externen Wagen behelfen musste. Da der Dreiborner Zug inzwischen auch am Karnevalssamstag geht und die Jecken in Scharen anzieht, sind die Schleidener im vergangenen Jahr erstmals aufs Wochenende vor Weibertag ausgewichen. Das war mit gerade einmal zwei Wagen und vier Fußgruppen eher ein Trauerspiel.
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Doch der Neustart des Vereins ist in vollem Gange, und das hat sich auch am Samstag bemerkbar gemacht, als Schleiden am Frühbuchertermin feierte. Mit Meiko Augustin wurde ein neuer Vorsitzender gewählt, im Vorstand sind viele neue Gesichter zu sehen. Dazu beginnt sich der Fuhrpark der Blau-Weißen langsam wieder zu füllen. Denn nachdem in den Vorjahren Wagen gemietet werden mussten, konnte nun einer angeschafft werden. „Wir haben den in zwei Wochen noch auf Schleiden umgebaut“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Nadja Härter stolz.

Endlich wieder auf dem angestammten Weg und darüber hinaus wieder auf einem eigenen Wagen waren die Blau-Weißen Schleidener unterwegs.
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Gute Laune verbreitete Ramba Samba Eifel.
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Und so erinnern Wappen und Steinelemente an den Seitenwänden an den einstigen Vorstandswagen, der als Reminiszenz an das Schleidener Schloss als Burg gestaltet worden war. Als Wagenengel waren der frischgebackene Ehrenpräsident Norbert Niebes und seine Frau Adelheid im Einsatz.
13 Wagen und Gruppen machten sich unter der Zugleitung von Florian Scory, Andreas Plompteux und Jürgen Dederichs auf den gewohnten Zugweg: Aufstellung im Auel, dann durch die Innenstadt und Auflösung im Burggarten. Mit dabei waren nicht nur die Karnevalsvereine aus dem Stadtgebiet mit dem Ettelscheider Dreigestirn und Prinz Markus aus Dreiborn sowie die Freunde von Ruet-Jold Hellenthal, sondern auch einige Fußgruppen wie die Trommler von „Ramba Samba“, die brasilianisches Feeling brachten.
Zwei Gruppen entschieden sich spontan zur Teilnahme am Zoch
Spontan hatten sich zwei Gruppen gebildet, die das Bild bereicherten. So waren die Angestellten des Liebfrauenhofes und des Pflegedienstes Vivant in großer Zahl mit dabei. „Wir wollten es einmal antesten, wie es funktioniert, und im nächsten Jahr vielleicht dann auch ein paar Bewohner mitbringen“, sagte Aileen Verhaegen, die mit Eileen Origer die Gruppe organisiert hatte. Das werde in anderen Einrichtungen des Kreiskrankenhauses Mechernich bereits so gemacht. „Ob das jetzt ein früher Termin ist, ist egal, es fühlt sich gut an“, sagte Ines Kastenholz, eine von vielen Frauen, die in der Gruppe mitgingen.
In gerade einmal zwei Wochen hatte die Klasse 6a der Realschule Schleiden eine Gruppe aus dem Boden gestampft. „Der Zug im letzten Jahr war so klein, da wollte ich die Karnevalisten unterstützen“, sagte Lehrerin Britta Jaax. Zuerst habe sie die Klasse gefragt, die aber sofort begeistert gewesen sei.
„Die Eltern der Kinder haben in einer Weise geholfen, das war Wahnsinn“, zeigte sie sich dankbar. Die haben auch eine Menge Wurfmaterial gespendet. „Magische Fabelwesen“ war das Motto der Gruppe. Mit dabei waren auch die als Vögel bunt kostümierten Scheurener Junggesellen und die Karnevalsfreunde Eifel, die allerdings statt der Karnevals- die Ballermann-Playlist aufgelegt hatten.

