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GesundheitEin eigenes leitendes Notarztteam gibt es nun im Rheinisch-Bergischen Kreis

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Das LNA-Team mit Arne von Boetticher, dem stellvertretenden Dezernatsleiter Thomas Mönig, Amtsleiter Thomas Hagen und dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Florian Breuer steht am Kreishaus vor einem Rettungsdienstwagen.

Das LNA-Team mit Arne von Boetticher (6.v.r.), dem stellvertretenden Dezernatsleiter Thomas Mönig (5.v.l.), Amtsleiter Thomas Hagen (4.v.r.) und dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Florian Breuer (2.v.r.).

Nach knapp 20 Jahren hat Leverkusen die Kooperation bezüglich der Leitenden Notärztinnen und Notärzte mit dem Kreis beendet.

Seit diesem Jahr gehen sie getrennte Wege, die Leitenden Notärztinnen und Notärzte (LNA) des Rheinisch-Bergischen Kreises und der Stadt Leverkusen. In den vergangenen knapp 20 Jahren gab es noch ein gemeinsames LNA-System, nun aber bleibt der LNA-Dienst nur noch für die jeweils eigene Gebietskörperschaft vorbehalten.

Hintergrund ist die Entscheidung der Stadt Leverkusen im vergangenen Jahr, die Zusammenarbeit zu kündigen, weil die Einsatzzahlen im Rettungsdienst deutlich gestiegen waren. 2025 waren die LNA nach Angaben des Kreises 22 Mal im Einsatz.

Das ursprüngliche Team bestand aus fünf Mitgliedern

Durch die Neuaufstellung im LNA-Team sind in Rhein-Berg vier neue Leitende Notärztinnen und Notärzte dazugestoßen. Heute besteht die Gruppe aus dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Florian Breuer, und sieben weiteren Medizinerinnen und Medizinern, die sich neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit im Bereitschaftsdienst abwechseln.

Gestartet ist die Gruppe ursprünglich 1996 mit fünf Personen, zwei davon gehören bis heute zum LNA-Team. Damals „waren Leitende Notärzte noch nicht überall im Einsatz. Der Kreis hatte hier eine Vorreiterrolle“, sagt Landrat Arne von Boetticher (CDU). Denn der Kreis hat nach eigenen Angaben schon lange bevor sich rettungsdienstliche Einsatzleitung bundesweit etabliert haben, Leitende Notärzte bestellt.

365 Tage im Jahr haben die Ärzte Bereitschaftsdienst

Seit 30 Jahren behalten die LNA bei Rettungseinsätzen mit vielen verletzten Menschen den Überblick, koordinieren beteiligte Notärztinnen und Notärzte, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sowie Material und entscheiden, wer am dringendsten und schnellsten eine medizinische Versorgung benötigt: Die leitenden Notärzte haben 365 Tage im Jahr Bereitschaftsdienst und sind immer auf den Notfall vorbereitet. „Die Bereitschaft im Kreisgebiet“ werde „rund um die Uhr sichergestellt, ohne dass es jemals einen unbesetzten Dienst gab“, erklärt von Boetticher. Dass dem so ist, das habe der Kreis den damaligen fünf Gründungsmitgliedern zu verdanken.

Viele der Rahmenbedingungen, die es heute gibt, waren nach Angaben des Kreises in den 1990ern noch nicht gegeben. Im Laufe der Jahre hätten die LNA gemeinsam daran gearbeitet, das System zu etablieren und auch zu verbessern. So sei etwa die Ausstattung, zum Beispiel mit eigenen Fahrzeugen, optimiert worden.

Die LNA übernehmen bei Einsätzen mit vielen Verletzten die Leitung

Leitende Notärztinnen und Notärzte ergänzen den bestehenden Rettungsdienst. Sie übernehmen bei Einsätzen mit vielem verletzten und betroffenen Menschen die Leitung und koordinieren den rettungsdienstlichen Einsatz. Auch müssen sie den medizinischen und organisatorischen Überblick zu jeder Zeit behalten und die medizinischen Maßnahmen überwachen. Bei Einsätzen mit vielen Verletzten müssen die LNA erfassen, welche Personen lebensbedrohlich verletzt sind und zuerst behandelt werden müssen. Dementsprechend gehört es auch zu ihren Aufgaben, die Art und Schwere der Verletzungen zu bestimmen.

LNA sind nicht nur im Kreisgebiet im Einsatz. Nach Angaben des Kreises haben sie in der Vergangenheit beim Loveparade-Unglück und auch überregional bei der Flut 2021 unterstützt.