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Attraktivität steigernStadt Schleiden senkt Beiträge für Offene Ganztagsschule

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Eine Schülerin sitzt an einem Tisch und ist von hinten zu sehen.

Auf mehr Kinder in der OGS hofft die Stadt Schleiden. Verschiedene Maßnahmen sollen dabei helfen.

Mit einem Paket von Maßnahmen will Schleiden die Offene Ganztagsschule attraktiver machen. Bislang nutzen zu wenige Kinder das Angebot.

Um die Offene Ganztagsschule (OGS) attraktiver zu machen, will die Stadt Schleiden die Elternbeiträge um rund acht Prozent senken. Eine entsprechende Vorlage steht auf der Sitzung des Stadtrats am Donnerstag. Die dadurch wegfallenden Gelder in Höhe von gut 13.000 Euro in den Jahren 2026 und 2027 soll die Stadt übernehmen. Damit die Eltern Planungssicherheit haben, wurde die Höhe der Beiträge für fünf Jahre festgelegt.

In der Stadt Schleiden nutzen bislang nach Auskunft des Beigeordneten Marcel Wolter von 408 Grundschulkindern nur 129 das OGS-Angebot an den Standorten Schleiden, Gemünd und Dreiborn. Aktuell besuche noch nicht einmal jeder dritte Schüler die OGS. Dies führe zu Einschränkungen bei den Angeboten.

In den Nachbarkommunen besuchen mehr Kinder die OGS als in Schleiden

Der Schleidener Ausschuss für Bildung, Soziales, Kultur und Ehrenamt hatte sich im Januar dafür ausgesprochen, die OGS unter anderem auch durch die Festlegung der Elternbeiträge für die kommenden fünf Schuljahre attraktiver zu machen. In Nachbarkommunen werde das Angebot besser angenommen. „In Mechernich nutzt jedes zweite Kind die OGS, in Monschau fast jedes zweite Kind. In Simmerath gehen sogar drei von vier Grundschulkindern in die OGS“, hatte Wolter im Ausschuss erklärt. Auch in der Gemeinde Kall besuche rund jedes zweite Kind die OGS.

Den von der Verwaltung vorgeschlagenen monatlichen OGS-Beiträgen in den nächsten fünf Jahren hat der Ausschuss zugestimmt. Zunächst ist im Schuljahr 2026/2027 eine Beitragsreduzierung um rund acht Prozent vorgesehen. „Mit Blick auf die automatische Steigerung der jährlichen Kosten für den Betrieb der OGS um drei Prozent zum 1. August eines jeden Jahres steigen die Elternbeiträge in den darauffolgenden Jahren wieder sukzessive an, so dass sie ab dem Schuljahr 2028/2029 wieder den heute geltenden Stand erreicht haben“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Beiträge sinken und werden in den Folgejahren angehoben

Konkret bedeutet das, dass der Beitrag im Schuljahr 2026/27 bei   einem Jahreseinkommen von bis zu 40.000 Euro von 85 auf 78 Euro sinkt, um dann in den Folgejahren über 81, 84 und 87 auf 90 Euro 2030/31 zu steigen. Eltern mit einem Einkommen von 80.000 Euro sparen zehn Euro und müssen ab dem Sommer 115 Euro bezahlen. Danach steigen die Beträge in Fünf-Euro-Schritten wieder bis auf 135 Euro an.

Die wegen der Senkung der Beiträge fehlenden Gelder werden von der Stadt übernommen. Erwartet werden zusätzliche Ausgaben von 4500 Euro im Haushaltsjahr 2026 und rund 8700 Euro im Jahr danach. Die konkrete Mehrbelastung hängt aber letztlich von den Anmeldezahlen ab.

Am Ende der fünfjährigen Laufzeit soll der Eigenanteil der Stadt für den Betrieb der OGS zu rund 55 Prozent durch die Elternbeiträge gedeckt werden. „Darin sind aber die Kosten, beispielsweise für Gebäudereinigung, Strom, Wasser und Abwasser, noch nicht enthalten“, betonte Wolter. Die Festlegung der Beiträge für fünf Jahre soll den Eltern zudem Planungssicherheit für die nächsten Schuljahre geben.

Verbesserungen sind auch beim Mittagessen geplant

Die Senkung der Beiträge ist aber nur eine von mehreren Maßnahmen, mit denen die OGS-Nutzung verbessert werden soll. „Der neue Träger ,Schule mit Herz' will das Kursangebot deutlich ausbauen“, sagte Wolter. Verbesserungen soll es auch beim Mittagessen und beim Thema „Flexibilität bei der Betreuung“ geben.

Thema in der Ratssitzung wird auch die Verlässliche Grundschule (VG) sein. Das Angebot richtet sich an Kinder, die nach Unterrichtsende bis zum Ende der sechsten Stunde betreut werden. Die Stadt wollte das Angebot ursprünglich zum Schuljahr 2026/2027 auslaufen lassen und dafür mehr Kinder in der OGS betreuen lassen. Das Land NRW wolle eine Stärkung und Attraktivierung der Betreuung in der OGS, um unter anderem dem Rechtsanspruch der Eltern auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden.

In alle Grundschulstandorte im Stadtgebiet Schleiden seien zweckgebundene Fördermittel des Landes für OGS-Räume und Außenanlagen geflossen, hatte die Verwaltung betont. Wolter hatte zudem darauf hingewiesen, dass das VG-Modell für den Träger nur auskömmlich sei, wenn deutlich mehr Kinder in der OGS als in der VG angemeldet seien. Das sei gegenwärtig aber nur in Schleiden der Fall.

Eltern hatten Unterschriften für den Erhalt der Verlässlichen Grundschule gesammelt. Der Ausschuss hat dem Stadtrat schließlich auf Vorschlag von Wolter den Erhalt empfohlen. Danach soll die VG ohne Deckelung des Platzangebotes und ohne Kündigung der bestehenden Verträge an allen Standorten bestehen bleiben. Allerdings steigt der monatliche Beitrag von 60 auf 85 Euro. Die Höhe ist einkommensunabhängig und wird vom Träger festgelegt.