Abo

Leverkusener GemeindenGeistliche hoffen auf Ostergottesdienste - und sind verärgert

2 min
Neuer Inhalt (1)

Stadtdechant Heinz-Peter Teller wartet „händeringend“ auf eine Entscheidung in Sachen Ostergottesdienste und hofft auf Besucher. 

Leverkusen – Die Diskussionen um das weitere Vorgehen während der Pandemie drehen sich auch um das kommende Osterfest. Nicht nur Gläubige katholischer wie evangelischer Konfession fragen sich: Dürfen Präsenzgottesdienste stattfinden? Oder wird es nach 2020 zum zweiten Mal anlässlich des höchsten Festes im Kirchenjahr nur virtuelle Zusammenkünfte geben?

Händeringendes Warten

Heinz-Peter Teller, Stadtdechant des Stadt-Dekanates Leverkusen, sagt, dass das Erzbistum Köln als verantwortliche Instanz derzeit in Verhandlungen mit der Landesregierung stehe. „Und ich warte händeringend auf eine Entscheidung.“ Er hoffe natürlich darauf, dass Gottesdienste grundsätzlich ermöglicht würden. „Ostern ist der höchste aller Feiertage und ihn in irgendeiner Form gemeinsam feiern zu können, wäre gerade in dieser Zeit wichtig.“

Bernd-Ekkehart Scholten, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, sieht dies genauso. „Sich an Gründonnerstag, Karfreitag und am Ostersonntag nicht auf den Weg zum Gottesdienst machen zu können, das ist für viele Menschen – und dazu gehöre auch ich – sehr schwer.“ Auch er warte noch auf eine Entscheidung, was in der kommenden Woche möglich sein werde – oder nicht.

Gemeinden entscheiden

Es werde zwar definitiv Gottesdienste geben. „Nur wie, das muss sich noch zeigen.“ Nach der Politik liege die Entscheidung darüber bei den einzelnen Gemeinden. Er ist sich sicher: „Die Corona-Schutzkonzepte in den Gemeinden sind sehr gut. Die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, dürfte im Supermarkt wesentlich höher sein als in der Kirche.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Was Scholten zuletzt verärgerte, war die Wortwahl der Politik, als es um die Ostergottesdienste ging: Das sei „von oben herab“ geschehen. Nach dem Motto: „Ihr macht das jetzt nicht.“ Zudem sei dies ausschließlich über die Medien erfolgt. „Normalerweise aber rede ich doch mit denen, die betroffen sind.“

Detlev Prößdorf, Pfarrer an der evangelischen Christuskirche, betont zudem: „Es gibt viele Menschen, die jetzt sagen: So wie im vergangenen Jahr darf es nicht noch einmal sein.“