Die Traditionsveranstaltung der kdf-Frauen erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.
TraditionEngelskirchener Mütterkaffee mit viel Herzblut

Unter den vielen feiernden Frauen beim Mütterkaffee in Engelskirchen wurde auch diese Minnie-Maus-Gruppe gesichtet.
Copyright: Ralf Joost
Während die letzten Kinder von ihren Eltern an der Grundschule in Engelskirchen abgeholt werden, huschen noch schnell ein paar Funkenmariechen zum Eingang der Turnhalle. Diese ist festlich geschmückt und gut gefüllt. Knapp 440 Frauen haben hier am Montag ihren gebuchten Platz beim Mütterkaffee gefunden und unterhalten sich angeregt, Restkarten gab es kaum.
Die Schar der jecken Weiber setzt sich aus alt und jung zusammen, Mütter und Großmütter haben sich für den Anlass zurechtgemacht und kostümiert. An einem der Tische sitzt eine Gruppe roter Fliegenpilze, nebenan ein Grüppchen schwarzgelber Sonnenblümchen. Eine Clowndame mit Glöckchen begleitet eine andere Dame mit Gehhilfe und großem bunten Hut zum Bad.
Tradition seit vielen Jahrzehnten
Die Kostüme sind so bunt wie die Stimmung gut. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Die Bäckerei Müller hat den Kuchen für das Mütterkaffee gestellt, die Mitarbeiterinnen sind eifrig dabei, die Damen zu versorgen. Von bunten Röcken, Federgirlanden, Partyhütchen und Lichterketten in Kleidung eingenäht – ob einfach oder komplex – die Kostüme sind alle mit viel Liebe gemacht. Diese Liebe zum Detail und das Selbstgemachte macht den Mütterkaffee aus. Für die, die dabei sind, ist es ein Highlight im Karneval.
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Veranstaltet wird es von der kdf Engelskirchen und hat eine lange Tradition. Bereits um 1900 fanden erste Veranstaltungen statt. Als man nach dem Krieg wenig hatte, legten die Frauen zusammen und boten Kaffee und Kuchen an. Es war der Grundstein für den Mütterkaffee in Engelskirchen. Die Gemeinschaft und Herzlichkeit, die damals entstanden, sind bis heute zu spüren.
Vor Corona wurde sogar an vier Tagen gefeiert, danach mussten sich die Organisatorinnen erst wieder rantasten, so dass aktuell zwei Mütterkaffees stattfinden, die jedoch schnell fast ausverkauft waren.
Durch die vielen Mitwirkenden wirkt es beinahe wie eine professionelle Produktion, dabei wird alles ehrenamtlich gestemmt – von den Beträgen über Dekoration, Bühnenbild, Kostüme bis hin zu Technik und Liveband wird das Programm über Monate von freiwilligen Helferinnen und Helfern vorbereitet.
So ist ein ganzes Team nur für den Bühnenbau sowie die Organisation hinter der Bühne zuständig. Das Ergebnis kann sich auch in diesem Jahr wieder sehen lassen.
Katzencafé und Prinzenpaar
Auf der Bühne ist ein großes Bild der Gemeinde Engelskirchen vor der Zerbombung 1945 zu sehen. Mit Start des Programms um 15.11 Uhr verwandelt sich die Bühne ins „Katzencafé“. Zwei ältere Damen betreten mit Kleidern, Brillen und grauen Dauerwelle-Perücken die Bühne und lesen: „Katzencafé – Schnurr und Schlurf.“ „Wat höt et denn da? Katzen?“ „Hab ick noch nie gejessen.“ „Ick och nich. Aber man muss ja alles mal probieren.“
Und natürlich darf auch das Engelskirchener Prinzenpaar samt Schmölzchen nicht fehlen. Zusammen mit dem Theaterteam der kfd nehmen sie die feiernden Damen mit auf einen Nachmittag voller Witz, Tanz und Musik.
Jeder kommt auf seine Kosten
Überhaupt kann sich das Programm sehen lassen. Den Beteiligten gelingt es, die große Menge redefreudiger Frauen in der Halle so zu unterhalten, dass sie fast durchgängig gut zuhören. Dabei wechseln sich Sketche, Lieder und gesprochene Beiträge an. Jeder kommt auf seine Kosten.
Apropos Kosten: Die Spenden, die an diesem Tag gesammelt werden, kommen dem Tierheim Wipperfürth und der Johanniter Hilfseinrichtung Engelskirchen zugute.

