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„Tödliches Risiko“Oberbergs Hausärzte fordern besseren Schutz gegen Hitze

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Eine Pflegerin reicht einer im Bett liegenden Seniorin ein Glas Wasser.

Besonders Pflegeeinrichtungen sollten auf gefährliche Hitzewellen vorbereitet sein, sagt der Hausärzteverband.

Der Hausärzteverband im Oberbergischen Kreis reagiert auf die Hitze der vergangenen Tage und richten eine „Task Force“ ein.

Der Hausärzteverband im Oberbergischen Kreis ruft die Gesundheits- und Sozialeinrichtungen zur Mitwirkung in einer „Task-force Hitzeschutz im Gesundheitswesen in Oberberg“ auf. Die Vorstandsmitglieder Dr. Ralph Krolewski und Dr. Thomas Aßmann wollen damit hitzebedingte Gesundheitsschäden und vermeidbare Todesfälle verhüten.

Bei der Kommunalen Gesundheitskonferenz Anfang Juni war dieser Schritt angekündigt worden, teilt Krolewski mit. „Hitzewellen im Rahmen des fortschreitenden Klimawandels führen als Extremwetterereignisse in Europa mit der höchsten Erwärmung aller Weltregionen zu steigenden Opferzahlen“, warnt der Gummersbacher Hausarzt.

Kleinkinder, Senioren und Kranke sind bei Hitze besonders gefährdet

Besonders gefährdet seien Kleinkinder, Senioren und alle Personen mit chronischen Erkrankungen. Übersterblichkeit mindern „Bettlägerige Pflegebedürftige haben ungeschützt ein 4,5-faches Risiko, bei einer Hitzewelle zu sterben, Menschen mit psychischer Erkrankung und Medikation ein 3,4-faches Risiko“, heißt es in der Pressemitteilung des Hausärzteverbandes. Gesundheitswesen sowie Sozial- und Pflegeeinrichtungen müssen darauf vorbereitet sein, fordert der Hausärzteverband.

Wahrscheinlich werde es bereits im August auf Landesebene Musterpläne für Schutzmaßnahmen geben. Aber schon jetzt könne man in Oberberg mit den Vorbereitungen beginnen, um Gesundheitsschäden vorzubeugen und die Übersterblichkeit zu mindern. Zu den wichtigen Hitzeschutzmaßnahmen, die der Hausärzteverband den oberbergischen Einrichtungen empfiehlt, zählt der Anschluss an das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes, welches E-Mail-Newsletter an seine Abonnenten verschickt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten standardisierte Fortbildungen und Infomaterialien zum Thema Hitze und gesundheitliche Gefährdungen sowie die Maßnahmen der Gefahrenabwehr bekommen. Und schließlich sollten erste Überlegungen zu Maßnahmen angestellt werden, die in der jeweiligen Einrichtung zum Schutz von Patienten und Personal getroffen werden können. Offene Fragen will der Hausärzteverband bei Zoom-Konferenzen der neuen Task-Force am 13. Juli und 15. August besprechen. Eine Online-Anmeldung hierfür ist demnächst möglich.