Letztes SaisonspielDer VfL Gummersbach gewinnt in der letzten Sekunde gegen Göppingen

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Arnor Oskarsson in einer Spielsituation.

Arnor Oskarsson hatte gegen Göppingen sein letztes Spiel für den VfL Gummersbach. Für ihn geht es zurück zu den Rhein-Neckar Löwen.

Kurz vor dem Abpfiff der letzten Partie in der Handballsaison trifft Ole Pregler zum 33:32-Sieg des VfL Gummersbach gegen Frisch auf! Göppingen.

Es war der perfekte Schlusspunkt auf die Saison des VfL Gummersbach, dass Ole Pregler eine Sekunde vor dem Schlusspfiff zum 33:32 (15:11)-Sieg gegen Frisch Auf Göppingen traf. Knappe   Spiele doch noch für sich zu entscheiden, war in der abgelaufenen Meisterschaftsrunde eine Spezialität des Teams von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson.

Das passte auch zur Feierlaune in der mit 4132 Zuschauern erneut ausverkauften Schwalbe-Arena. Da die MT Melsungen beim 23:23 gegen den THW Kiel einen Punkt erkämpfte, blieb dem VfL Tabellenplatz fünf verwehrt und die Mannschaft muss als Sechstplatzierter in die Qualifikation zur EHF European League.

VfL spielt vor den Augen von Neuzugang Kentin Mahe

Vor den Augen von Neuzugang Kentin Mahe, der sich freute an alter Wirkungsstätte dabei zu sein, sah es nach einem Beginn auf Augenhöhe zunächst so aus, als könnten die Gummersbacher das     Spiel dominieren. Zur Pause führten sie mit 15:11 und bauten den Vorsprung bis auf 18:11 (33.) mit schnellen Toren aus. Doch die Göppinger legten in der Abwehr zu und vorne traf Kresimir Kozina dreimal in Folge. Bis zum 20:15 (39.) führte der VfL sicher, erlaubte sich im Angriff aber Fehler, dazu kam die Unterzahl nach einer Zwei-Minuten-Strafe für Tilen Kodrin. Beim 20:20 (42.) hatten die Gäste nach einem 5:0-Lauf ausgeglichen.

Die Gastgeber ließen sich aber nicht aus dem Konzept bringen, setzten sich auch dank der Paraden von Torhüter Daniel Rebmann wieder ab und führten in der 53. Minute mit 29:26. Göppingens Trainer Markus Baur nahm eine   Auszeit und als Lukas Blohme in der 59. Minute frei an Torhüter Marin Sego scheiterte, nutzten die Göppinger den   Angriff 41 Sekunden vor Schluss zum 32:32. Göppingens Erik Persson kassierte eine Zeitstrafe, die Ole Pregler mit der letzten Aktion zum Siegtreffer nutzte.

Da hatte VfL-Torhüter Daniel Rebmann, der mit 14 Paraden, darunter ein Siebenmeter gegen Marcel Schiller, maßgeblich am Sieg gegen seinen alten Verein beteiligt war, kurz vor Schluss im Tor bereits Platz für Tibor Ivanisevic   gemacht, der den VfL verlässt und in der kommenden Saison in Göppingen im Tor steht.

Ob Daniel Rebmann in der kommenden Saison beim VfL im Tor steht, ist offen. Zwar wurde er nicht verabschiedet, doch gibt es das Gerücht, dass der kroatische Nationaltorhüter Dominik Kuzmanovic schon zur neuen Saison nach Gummersbach wechselt. „Meine Lieblingsoption ist, mit dem VfL in Europa zu spielen“, sagt Rebmann. Doch sobald solche Gerüchte auftauchten, müsse auch er sehen, was die Alternativen sind.

Tore VfL Gummersbach: Kodrin (6), Vujovic (3/3), Köster (5), Blohme (5), Oskarsson (2), Schluroff (2), Tskhovrebadze (1), Mappes (2), Pregler (3), Horzen (3), Kiesler (1).

Tore FA Göppingen: Neudeck (1), Goßner (1), Heymann (1), Sarac (4), Ellebaeck (2), Persson (3), Schiller (3/1), Lastro (1), Hermann (2), Kozina (5), Malus (8), Schmidt (1).

Abschied und Ankunft beim VfL Gummersbach

„Ich habe vom ersten bis zum letzten Moment mein Bestes für den VfL Gummersbach gegeben, die drei Jahre, die ich hier war, werde ich immer in meinem Herzen tragen“, sagt Tibor Ivanisevic. Der Torhüter war nicht nur einer der Aufstiegshelden, sondern auch einer der Publikumslieblinge in Gummersbach und wechselt zum Bundesliga-Konkurrenten Frisch Auf Göppingen. Er wurde ebenso verabschiedet wie Mittelmann Dominik Mappes, der zur HSG Wetzlar geht.

Wurden nach dem letzten Saisonspiel verabschiedet: Gruppenfoto (v. l.) Tibor Ivanisevic, Dominik Mappes, Tom Jansen, Arnor Oskarsson, Finn Schroven und Anel Mahmutefendic.

Wurden nach dem letzten Saisonspiel verabschiedet: (v. l.) Tibor Ivanisevic, Dominik Mappes, Tom Jansen, Arnor Oskarsson, Finn Schroven und Anel Mahmutefendic.

Mappes habe dem VfL sofort seinen Stempel aufgedrückt und mit dafür gesorgt, dass das Team so furios in die Erste Liga gestartet sei, erklärte VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler bei der Verabschiedung im Anschluss an das letzte Saisonspiel. Mappes habe den Verein geprägt. Pechvogel Tom Jansen, der sich früh in der Saison das Kreuzband riss, wechselt in die Zweite Liga zum ASV Hamm. Schon in der Zweiten Liga beim TSV Bayer Dormagen spielt Finn Schroven, der nun ebenfalls offiziell verabschiedet wurde.

Co-Trainer Anel Mahmutefendic wechselt ebenfalls in die Zweite Liga, wo er Trainer des HSC Coburg wird. Und Arnor Oskarsson kehrt nach einem halben Jahr zu den Rhein-Neckar Löwen zurück, von denen er wegen des Ausfalls von Tom Jansen ausgeliehen war. Vom Fanclub Blue-White Dynamite gab es für alle eine Miniversion von Maskottchen Gummi mit individuell gestaltetem Namensschal.

In seiner Saisonbilanz dankte Christoph Schindler nicht nur den Spielern, sondern auch dem Trainer-Team um Gudjon Valur Sigurdsson und allen Mitarbeitern. Die Mannschaft, so Schindler, habe viele Menschen glücklich gemacht, sei immer professionell gewesen, dabei aber auch bodenständig und nahbar. „Wenn wir den gleichen Weg weitergehen, den wir eingeschlagen haben, ist das Erreichte noch nicht das Ende“, erklärte der VfL-Geschäftsführer unter dem Jubel der Zuschauer. VfL-Kapitän Julian Köster versprach anschließend noch 200 Liter Freibier.

Kentin Mahe auf der Tribüne in der Schwalbe-Arena.

Neuzugang Kentin Mahe schaute sich das letzte Saisonspiel an.

„Ich habe den VfL Gummersbach als Sprungbrett genutzt und freue mich jetzt, mit meiner Familie zurückzukehren“, sagt Kentin Mahe, der mit seiner Frau, Tochter (6) und Sohn (3) schon nach Gummersbach gezogen ist. „Es wird definitiv gut werden“, blickt der 33-Jährige auf die neue Saison mit dem VfL. Da die Meisterschaft in Ungarn, wo er für KC Veszprem gespielt hat, bereits zu Ende sei, habe er die Zeit für den Umzug genutzt, ehe für ihn mit   Frankreich die Olympischen Spiele in Paris anstehen. 

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