Lichtenberg – Dämpfe aus einem Fass haben am Mittag, kurz nach 11.35 Uhr, einen Großeinsatz im Gewerbegebiet Lichtenberg ausgelöst. Aus einer Halle eines Metallwaren-Herstellers an der Industriestraße war der Behälter zuvor nach draußen auf den Firmenparkplatz gefahren worden. „Dabei ist es wohl zu einer chemischen Reaktion gekommen“, sagt Volker Nosek, Einsatzleiter aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr in Morsbach.
Chemische Reaktion noch unklar
Die hatte sofort die Dekontaminationseinheit aus Reichshof-Heischeid alarmiert und auch den Löschzug aus Lichtenberg zu Hilfe gerufen. Der hatte es nicht weit: Der Standort ist an der näheren Nachbarschaft des Einsatzortes und damit nur wenige hundert Meter entfernt.Mit mehr als 50 Kräften ging die Wehr ans Werk, auch wurde ein Spezialunternehmen aus Iserlohn zur Entsorgung des Stahlfasses und des Inhaltes angefordert.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort.
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Am Nachmittag wurde das Fass antransportiert. Was darin reagiert hat, ist derzeit allerdings noch nicht klar. Die Analyse der Stoffe, die möglicherweise eine Reaktion hervorgerufen haben, steht noch bevor.
Dämpfe mit Wasser niedergeschlagen
„Wir haben die Dämpfe mit Wasser niedergeschlagen, um eine Ausbreitung zu verhindern“, beschreibt Einsatzleiter Nosek das Vorgehen und betont, dass für Anwohner und im Gewerbegebiet Beschäftigte zu keiner Zeit Gefahr bestanden habe. Das betroffene Gelände war für den Einsatz weiträumig abgesperrt worden, die Polizei machte zudem das untere Ende der Industriestraße dicht. Zudem hatte die Feuerwehr auf einem Nachbargrundstück ihre mobile Einsatzleitung aufgebaut, während die Wehrleute in die gelben Spezialanzüge steigen.
Mitten auf der Straße breiteten die Heischeider Kameraden schweres Gerät aus und schlugen auch eine sogenannte Dekontaminationsdusche auf: Wäre einer von ihnen mit dem möglichen Gefahrstoff in Berührung gekommen, so wäre er an Ort und Stelle davon gereinigt worden. Kurz vor 13 Uhr hatte das Großaufgebot alles unter Kontrolle und das orangefarbene Fass weiterhin im Blick.
Verletzt wurde nach Angaben von Volker Nosek niemand. „Allerdings haben wir drei Mitarbeiter der Firma vorsorglich in ein Krankenhaus bringen lassen.“ Danach durfte kein Angestellter mehr das Firmengebäude verlassen, die Sanitätskräfte hielten sich weiterhin einsatzbereit. Den Inhalt des Fasses schätzt Nosek auf „nicht mal 40 Liter, wenn überhaupt“. Während die Wehr ihre Arbeit verrichtete, war beim Nachbarunternehmen derweil Schichtwechsel: Die Ab- und Anfahrt der Mitarbeiter verlief ruhig und reibungslos, Parkplätze waren wegen der Sperrung an der Industriestraße allerdings rar. Kurz nach 15 Uhr war der Einsatz beendet.
