Oberberg – Der Kreisrindviehzuchtverein hat bei seiner Mitgliederversammlung am Donnerstag in Lindlar-Hartegasse Bauern ausgezeichnet, deren Kühe in 2019 viel Milch gegeben haben. Traditionell kam es bei der Wertung nicht allein auf die Menge Milch an (die in der Rindzucht in Kilogramm gemessen wird) sondern auch auf deren Fett- und Eiweißgehalt.
17 400 Milchkühe im Kreis
Oberberg ist laut Mitteilung von Kreistierzuchtberater Hubert Fischer der fünftgrößte Milcherzeuger in Nordrhein-Westfalen: In 184 im Landeskontrollverband NRW organisierten Betrieben gibt es 17 400 Milchkühe. Axel Kratzenberg, Fachberater der Landwirtschaftskammer, berichtete, dass die Leistung der oberbergischen Kühe im Schnitt um 203 Kilo Milch und 20 Kilo Fett und Eiweiß gesteigert werden konnte: So gab rein rechnerisch jede Kuh 8782 Kilo Milch mit 656 Kilo Fett und Eiweiß.
11487 Kilo Milch
Kreisweit die leistungsstärksten Kühe hatte Andreas Wirths aus Engelskirchen: Jede seiner 94 Kühe gab 11 487 Kilo Milch mit 877 Kilo Fett und Eiweiß. Es folgten die Wegerhof KG aus Wipperfürth, deren 718 Kühe 12 060 Kilo Milch mit 853 Kilo Fett und Eiweiß leisteten, und Uwe Lohrmann aus Gummersbach, dessen 107 Kühe 11 338 Kilo Milch mit 852 Kilo Fett und Eiweiß erreichten.
Der Kreisverein zeichnete vier Betriebe aus, die eine sehr gute Milchleistung erreichten und dabei diverse Kriterien an Milchqualität und Management erfüllten: Uwe Lormann (Gummersbach), Wegerhof KG und Michael Althof (beide Wipperfürth) und Matthias Busch (Radevormwald).
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Eine Auszeichnung gab es auch für Betriebe, deren Kühe über ihr ganzes Lebens besonders viel Milch gaben. 30 Kühe in 23 Betrieben haben vergangenes Jahr eine Lebensleistung von 100 000 Kilo Milch erreicht. An der Spitze liegt eine Kuh von Thomas Alscher (Radevormwald), die in ihrem Leben 128 447 Kilo Milch mit 10 412 Kilo Fett und Eiweiß erzeugte.
30 Kühe mit Rekord
Nicht nur auf Milchmengen kommt’s bei der Viehzucht an, auch gab es Preise für Kuhfamilien: Dabei müssen sowohl die Stammkuh als auch mindestens zwei ihrer Nachkommen hohe Bedingungen an Leistung, Aussehen und Zuchtwerte erfüllen. Hervorgetan haben sich dabei die Züchter Markus Theunissen (goldene Medaille der Landwirtschaftskammer) sowie Michael Althof, Herbert und Martin Gräf, Wilhelm und Matthias Lübbert und Andreas Wirths (silberne Medaille). Mehrere weitere Züchter konnten mit ihren schönen Kühen Preise bei überregionalen Wettbewerben gewinnen.
Mit Sorge sehen die Rinderhalter die derzeit eingeschränkte Vermarktungssituation für Bullenkälber und Zuchtrinder wegen der Blauzungenkrankheit, die in rheinland-pfälzischen Betrieben aufgetreten ist. Seit gut einem Jahr dürfen Rinder und Kälber nur noch mit einer negativen Blauzungenvirus-Untersuchung in den Handel abgeben werden, für Zuchtrinder ist zudem eine Impfung erforderlich. Ein Ende der Restriktionen sei nicht absehbar.



