1000. Fahrt als PremiereBallonsportclub Reichshof geht jetzt barrierefrei in die Luft

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Ein alter Hase im Ballonsport ist Thomas Lepperhoff, der inzwischen auf 1000 Fahrten blicken kann.

Ein alter Hase im Ballonsport ist Thomas Lepperhoff, der inzwischen auf 1000 Fahrten blicken kann.

Reichshof – Vor rund 35 Jahren hat er mit diesem Sport begonnen, 1989 seinen Pilotenschein und schon drei Jahre später seinen Ausbilderschein gemacht. „Für mich ist Ballonfahren, Natur erleben und die Faszination der dritten Dimension ein echter Dreiklang“, schwärmt der Jubiläumspilot und strahlt begeistert. Denn jetzt kann er auf inzwischen auf 1000 Starts mit dem Ballon blicken.

Ein alter Hase im Ballonsport ist Thomas Lepperhoff, der inzwischen auf 1000 Fahrten blicken kann.

Ein alter Hase im Ballonsport ist Thomas Lepperhoff, der inzwischen auf 1000 Fahrten blicken kann.

Lepperhoff schildert, dass nur die zwei Stunden nach Sonnenaufgang oder die zwei Stunden vor Sonnenuntergang günstige Zeiten für Ballonfahrten seien, tagsüber sei die Thermik zu stark. „Beim Ballonfahren muss man sich auf Bauchgefühl und den Kopf verlassen.“

Zu viel Wind: 1000. Heißluftballonfahrt kann erst spät starten

Bei seiner 1000. Fahrt war ihm der Wind zur geplanten Startzeit in den höheren Luftschichten noch zu turbulent. Immer wieder schaute der erfahrene Ballöner auf die Blätter der großen Eiche oberhalb des Startplatzes am „Monte Mare“-Bad in Eckenhagen. Erst nach 21 Uhr hatte sich die Luft beruhigt und so konnte die Fahrt mit dem 18 Meter hohen Ballon und 3000 Kubikmetern heißer Luft in die Abendsonne beginnen.

Doch wegen des späten Starts wurde die Jubiläumstour nur ein kleiner Hüpfer. „Das war meine kürzeste Fahrt jemals“, meinte Lepperhoff nach der Landung auf einer kleinen Bachwiese bei Müllerheide. Denn wegen der einbrechenden Dunkelheit musste er schon nach zwölf Minuten und nur anderthalb Kilometern Luftlinie wieder an den Boden.

„Wären wir weitergefahren und hätte eine Landung an der nächsten Möglichkeit nicht geklappt, hätten wir bis nach Engelskirchen fahren müssen“, resümierte der Pilot. Sein Bruder und Co-Pilot Torsten Lepperhoff ergänzte: „Die vorletzte Wiese ist immer die beste.“

Ballonsportclub Reichshof hat jetzt barrierefreien Ballon

Die 1000. Fahrt war jedoch nicht die einzige Besonderheit an diesem Tag: Sie war zugleich die Jungfernfahrt des neuen, barrierefreien Ballons des Ballonsportclubs (BSC) Reichshof. Die Idee dazu sei vor zwei Jahren entstanden, schilderte Jens Eichner, Geschäftsführer des Naturparks Bergisches Land.

Der Ballonsportclub Reichshof bietet jetzt auch barrierefreie Heißluftballonfahrten an.

Der Ballonsportclub Reichshof bietet jetzt auch barrierefreie Heißluftballonfahrten an.

Der BSC habe noch eine unbedruckte Hülle gehabt und in Kooperation mit der Naturarena Bergisches Land seien Korb und Brenner gesponsert worden. Eichner überlegt, auch Ballonpiloten zu Naturparkführern zu schulen: „Das sind dann unsere Botschafter für die Kulturlandschaft am Himmel.“

Barrierefreier Heißluftballon: Über Tür in der Seitenwand geht es in den Korb

Barrierefrei ist der Korb durch eine Tür in der Seitenwand und einen Sitz mit Hosenträgergurten. So können Menschen mit einem Handicap gut einsteigen, angeschnallt werden und in Augenhöhe mit dem Piloten die Fahrt genießen. Es sei erst der dritte Ballon dieser Bauart in Deutschland, sagte Lepperhoff.

„Wir bieten einen Service, den gibt es in keinem Flugzeug – wir können rückwärts landen“, ergänzte er lachend und zeigte auf zwei spezielle Ventile an der Ballonhülle. „Damit können wir nicht nur mit der geringsten Belastung für unsere Fahrgäste landen, sondern für einen optimalen Ausblick auch den Korb während der Fahrt drehen.“

Als Testperson begleitete die 80-jährige Petra Lepperhoff ihre Söhne auf der Jungfernfahrt. Sie kam mit einem Rollator zum Startplatz und bewertete den Sitz im Korb als sehr angenehm.

Reichshofer Ballonsportclub: Heißluftballon-Nachwuchs dringend gesucht

Sie vertraute sich den beiden gerne an und erinnerte sich, dass die ballonbegeisterten Jungs schon in ihrer Jugend anderen Piloten als „Erdferkel“ beim Aufrüsten geholfen hätten. Diesmal blieb der Start jedoch ganz in der Hand der Familie, denn nun halfen die Töchter des Jubiläumspiloten Hannah und Theresa, den Ballon in die Luft zu bringen. „Und die Landung war butterweich“, so die Seniorin.

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Sorgen bereitet den Brüdern allerdings der Vereinsnachwuchs: „Wer Spaß am Ballonfahren hat, kann gerne bei uns vorbeischauen.“ Der BSC bietet auch Schnuppermitgliedschaften und Schnupperfahrten an.

www.ballonsportclub-reichshof.com

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