Ab 1. September leitet Pfarrer Dominik Rieder die Großpfarrei St. Michael und St. Gertrud. Er weiß, dass er eine große Herausorferung annimmt.
Katholische KircheNeuer Seelsorger in Oberbergs Süden ist Fan des 1. FC Kaiserslautern

Das Pfarrhaus in Waldbröl ist der neue Dienstsitz von Dominik Rieder als Leitender Seelsorger der Großpfarrei St. Michael und St. Gertrud. Der 42-Jährige wechselt aus Düsseldorf in den Süden Oberbergs.
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Es geschieht am See Genezareth. Dominik Rieder hat soeben sein Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München beendet, jetzt unternimmt er eine Pilgerreise durch Israel und Jordanien. „Und da ist mir endgültig klargeworden: Ich suche keinen Beruf – ich habe eine Berufung“, erinnert sich der heute 42-Jährige an das Jahr 2009.
Damals, eben am See Genezareth, habe er den Ruf Jesu Christi vernommen: „Es war ein ‚Folge mir nach!‘.“ Ab Dienstag, 1. September 2026, leitet Rieder in Oberbergs Süden die neue Großpfarrei St. Michael und St. Gertrud, er ist Nachfolger von Pfarrer Tobias Zöller und Pfarrverweser Markus Brandt.
Dominik Rieder weiß, dass ihn im Kreissüden viele große Herausforderungen erwarten. So gilt es etwa, das Vertrauen von vielen der rund 17.500 Katholikinnen und Katholiken in den neun Pfarrgemeinden zurückzugewinnen. „Ich möchte den Menschen zeigen, dass ich für sie da bin, ich möchte ins Gespräch kommen“, schildert der Geistliche, der zuletzt als Pfarrvikar in der Gemeinde St. Martin in Düsseldorf-Bilk gearbeitet hat. „Und ich möchte neue Freude am Glauben vermitteln.“
Einen Umzug in die Marktstadt Waldbröl schließt Dominik Rieder nicht aus
Geboren worden ist Rieder in der pfälzischen Stadt Landau. „Wir Pfälzer sind recht gesellig – ich denke, auch das passt ganz gut zum Oberbergischen“, setzt er hinzu. In Wiehl hat der leidenschaftliche Schwimmer und Fan des 1. FC Kaiserslautern im Pfarrhaus von St. Maria Himmelfahrt bereits Quartier bezogen, einen Umzug nach Waldbröl schließt er nicht aus: „Die Stadt liegt sehr zentral in meinem neuen Zuständigkeitsbereich – der ist etwa 323 Quadratkilometer groß. Ich werde also viel Zeit im Auto verbringen und lange Strecken fahren.“
Dies könne aber durchaus auch ein Genuss sein, findet Rieder: „Als ich das erste Mal von der Autobahn abgefahren bin, haben mir sofort die Natur und die wunderschöne Landschaft gefallen.“ 2013 hat er übrigens ein Praktikum in der Wipperfürther Gemeinde St. Nikolaus absolviert, diesem folgte ein weiteres im Euskirchener Marien-Hospiz. „Für diese Erfahrungen bin ich sehr dankbar.“ Mehrere Jahre hat der neue Leitende Seelsorger zudem mit Missionspraktika verbracht, in Mexiko, Albanien und Nicaragua etwa.
Der neue Geistliche für den katholischen Süden Oberbergs wollte auch mal Polizist oder Journalist werden
In Oberberg möchte Dominik Rieder bald Gesprächsrunden anbieten, bei denen es um das Wort Gottes ebenso geht wie um die Formen des Gebets. Schon als kleiner Messdiener habe er sich für das Priesteramt begeistert, verrät er. „Danach waren auch mal die Berufe Polizist und Journalist interessant.“ Doch dann sei er eben seiner Berufung gefolgt – „auch wenn diese leider bedeutet, dass ich auf die Ehe verzichten muss und keine Familie gründen kann“.
Als ihn schließlich das Kölner Erzbistum gefragt habe, ob er sich vorstellen könnte, die Leitung der neuen Großpfarrei und damit auch die Verantwortung für zurzeit mehr als 40 Mitarbeitende zu übernehmen, habe er prompt geahnt: „Das könnte etwas Gutes werden – ich mag die Bodenständigkeit der Menschen hier.“
Mit Dominik Rieder wechselt der 34 Jahre alte Kaplan Clemens Neuhoff aus Kaarst ebenfalls nach Oberberg. Rieders Einführung ist geplant für Sonntag, 13. September 2026, um 15 Uhr in der Waldbröler Kirche St. Michael, Inselstraße.
Am kommenden Sonntag, 30. August 2026, wird Pfarrverweser Markus Brandt verabschiedet: Um 10.30 Uhr beginnt in der Kirche St. Joseph, Asbacher Weg 3 in Morsbach-Lichtenberg, eine Eucharistiefeier, danach findet ein Empfang statt. Brandt geht dorthin, wo Rieder herkommt – in die Landeshauptstadt. Dort arbeitet der Kaplan in der Innenstadt sowie im Stadtteil Oberkassel.
