Schwereren Schaden richtete ein Auto an, das vor einer Woche im Gemeinschaftsraum des Reitvereins Oberberg-Süd gelandet war.
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Am vergangenen Dienstag ereignete sich ein schlimmer Unfall in Happach
Es ist ein Déjà-vu. Im Juni 1992 hatte sich eine ähnliche Kollision schon einmal zugetragen
Eine Gruppe will Gruppe jetzt eine Petition an den Kreis richten, um eine Verkehrsberuhigung in Höhe des Reitplatzes zu erwirken
Happach – „Zwei Stunden später hätte es sicher Tote gegeben.“ Davon ist Waltraud Richter vom Reitverein Oberberg-Süd überzeugt, wenn sie an den Unfall am Dienstag vergangener Woche denkt: Gegen 5.30 Uhr war ein erst 18 Jahre alter Autofahrer mit seinem Kombi in Waldbröl-Happach von der Straße abgekommen, hatte eine Wand und ein Fenster an der Reithalle des Vereins durchbrochen, war dann in das „Reiterstübchen“, den Gemeinschaftsraum, gerast.
„Dort sitzen unsere Mitglieder etwa beim Frühstück beisammen“, schildert Richter. Ein Tisch aus massiven Holz, einst in Tirol gezimmert, sei – unter anderem – bei diesem Unfall völlig zertrümmert worden. Richter: „Daran kann man sehen, mit welcher Wucht das Auto durch die Wand gekommen ist und wie hoch die Geschwindigkeit gewesen sein muss.“ Dafür spreche auch, dass der Kombi auf seiner Irrfahrt ein etwa zehn Meter langes Metallgeländer abrasiert habe. „Und das war äußert stabil.“
Schwereren Schaden richtete ein Auto an, das vor einer Woche im Gemeinschaftsraum des Reitvereins Oberberg-Süd gelandet war.
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Kreisverwaltung sieht keinen Grund zum Handeln
Für Vereinssprecherin Richter und ihre Mitstreiter ist dies zudem mehr als nur ein Unfall. Es ist ein Déjà-vu. Im Juni 1992 hatte sich eine ähnliche Kollision schon einmal zugetragen: Damals war ein VW-Bus auf dem Weg nach Grötzenberg vom Happacher Weg (Kreisstraße 28) abgekommen und ebenfalls im „Reiterstübchen“ gelandet. Alle vier Insassen überstanden den Unfall ohne Verletzungen – im Gegensatz zu dem 18-Jährigen aus Waldbröl, der schwer verletzt ins Krankenhaus kam. Damals jedoch, so schrieb diese Zeitung, habe ein missglücktes Überholmanöver zum Unfall geführt: Dabei soll der Bus von einem anderen Fahrzeug gerammt worden sein, sodass dieser von der Fahrspur abkam.
Im Juni 1992 war ein VW-Bus an derselben Stelle eingeschlagen.
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Als Ursache für den jüngsten Unfall geht die Polizei nach Angaben ihrer Sprecherin Monika Treutler inzwischen tatsächlich von einer zu hohen Geschwindigkeit aus: „Uns liegen übereinstimmende Aussagen von Zeugen vor“, berichtet Treutler. Waltraud Richter und der Vereinsvorstand halte es daher „nur für eine Frage der Zeit, bis es zum nächsten Unfall kommt“.
Daher will die Gruppe jetzt eine Petition an den Oberbergischen Kreis richten, um eine Verkehrsberuhigung in Höhe des Reitplatzes zu erwirken. Dort gilt zurzeit Tempo 70, zudem gibt es eine Verkehrsinsel und es besteht ein Überholverbot. „Dies alles ist aber wirkungslos, da die Autos zum Beispiel an der Insel vorbeirasen, und das oft auch auf der falsche Seite“, hat Richter beobachtet und sie ergänzt, dass vor allem freitagabends in Happach Rennen gefahren würden.
Die Kreisverwaltung sieht unterdessen keinen Grund zu solchem Handeln: So beruft sich Sprecherin Jessica Schöler auf Messungen und Verkehrsüberwachungen in den Jahren 2014 bis 2019: „Hierbei konnten keine Auffälligkeiten oder Besonderheiten im Vergleich zu sonstigen Standorten festgestellt werden.“ Eine weitere Verkehrsschau sei derzeit nicht geplant, ebenso wenig der Bau eines Blitzers, wie jüngst vom Reitverein vorgeschlagen. „Eine Möglichkeit wäre die Installation eines Verkehrszählgeräts für einen Zeitraum von einer Woche, um so einen Überblick über das Verkehrsaufkommen und die durchschnittliche Geschwindigkeit zu erhalten“, schlägt Schöler vor. Dies werde im Gummersbacher Kreishaus diskutiert.