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Zuflucht vor dem Krieg
Gladbacher Schulzentrum dient als Flüchtlingsunterkunft

Lesezeit 2 Minuten
Geflüchtete sollen in Unterkünften am Schulzentrum Saaler Mühle erstmal Ruhe finden.

Geflüchtete sollen in Unterkünften am Schulzentrum Saaler Mühle erstmal Ruhe finden.

Bergisch Gladbach – Erstmal Ruhe nach den Tagen auf der Flucht vor Bomben und Raketenangriffen. Bereits am Samstag sind die ersten Mütter und Kinder in der von der Kreisstadt am Schulzentrum Saaler Mühle kurzfristig eingerichteten Interims-Anlaufstelle angekommen, wie Bürgermeister Frank Stein am Nachmittag im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete.

Als dann am Tag darauf der erste Bus mit Geflüchteten vor den Containerunterkünften vorfuhr, wollte er wie berichtet lieber, dass diese ungestört erst einmal ankommen und Ruhe finden sollten. Hieß: Keine Fotos, keinen Hinweis auf die Anlaufstelle an der Saaler Mühle. Am Montag dann äußerte sich der Bürgermeister in einer schriftlichen Erklärung via Pressestelle: „Die Stadt Bergisch Gladbach nimmt diese Kriegsvertriebenen sehr gerne auf.“

Schulzentrum Saaler Mühle: Betriben vom ASB Bergisches Land

Betrieben wird die Einrichtung am Schulzentrum mit Unterstützung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Bergisches Land. Bei der Einrichtung hatte am Freitag auch die Gladbacher Feuerwehr unterstützt.

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„Wir sind überwältigt von der hohen Anzahl an Hilfsangeboten der Bürgerinnen und Bürger. Gemeinsam konnten wir hier in kürzester Zeit unglaublich viel bewegen“, soll Bürgermeister Frank Stein laut Pressemitteilung am Sonntag beim Empfang der Senioren, Frauen und Kinder gesagt haben, die im Rahmen einer privaten Abholinitiative mit einem Bus von der ukrainischen Grenze eingetroffen waren.

Pressesprecher: „Alle waren gezeichnet von den Erlebnissen in ihrer Heimat“

„Die Ukrainerinnen und Ukrainer wurden vor Ort versorgt und auch medizinisch betreut, damit sie sich von ihrer langen Reise erholen konnten“, so Pressesprecher Sascha Keimer, „alle waren deutlich gezeichnet von den Erlebnissen in ihrer Heimat.“

Wie berichtet bittet Bürgermeister Stein allerdings weiterhin darum, „von Sachspenden direkt vor Ort abzusehen, denn es besteht nicht die Möglichkeit, Dinge einzulagern oder zu sortieren“. Außerdem bittet er, von „spontanen Hilfeangeboten“ vor Ort abzusehen. „Der ASB hat mit seinen eingesetzten Kräften gute und professionelle Strukturen, die gegebenenfalls durch Hilfe von extern eher behindert werden“, so die städtische Mitteilung weiter.

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Vom Land erwartet Gladbachs Bürgermeister nun „kurzfristig klare Verfahrensregeln“. „Es kann nicht sein, dass wir in den Städten wochenlang mit einem nicht planbaren Ankommen von Kriegsflüchtlingen konfrontiert werden. Das Land muss uns zumindest einigermaßen präzise sagen, wann wie viele Menschen zu uns kommen. Ansonsten befürchte ich, dass wir in den nächsten Wochen in große Schwierigkeiten geraten“, fordert Rathauschef Stein.

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