HebbornBergisch Gladbach informiert über Sofortschule und gibt Kommunikationspanne zu

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Die Fläche, auf der die Sofortschule errichtet werden soll.

Der Bolzplatz ist schon dem Erdboden gleichgemacht. Hier wird die Notschule in modularer Bauweise errichtet.

In Refrath und Hebborn werden Modulbauten aufgestellt. Die Investitionskosten für beide Neubauten belaufen sich auf rund elf Millionen Euro.

Die Bauzäune stehen, zwei Bäume sind gefällt, der Fußweg von der Jägerstraße aus zur Grundschule Hebborn ist gesperrt: Der Bau der sogenannten Sofortschule auf dem Schulgrundstück steht unmittelbar bevor.

Die Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung für die Anwohner beginnt mit einer Entschuldigung: „Unter dem großen Zeitdruck passieren Fehler. Die Kommunikation hätte besser sein müssen“, gibt Sebastian Rolko, Geschäftsführer der neuen städtischen Schulbau GmbH, zu.

„Ich kam morgens gar nicht mehr aus meiner Tür“, kritisiert eine direkte Nachbarin. Es sind nur 20 Anwohner, die in die Aula is Schulzentrum Im Kleefeld gekommen sind: „Das ist sehr schade. Das Thema hätte viel mehr Menschen interessiert. Aber viele haben leider nichts mitbekommen“, bedauert eine Sitznachbarin ebenfalls die schlechte Kommunikation seitens der Stadt, bevor es dann zur Sache geht.

Stadt Bergisch Gladbach investiert rund elf Millionen Euro

Mit ihrem Aktionsprogramm „Sofortschulen“ reagiert die Stadt auf den dramatischen Mangel an Grundschulplätzen: In Refrath und Hebborn werden Modulbauten aufgestellt. Die Investitionskosten für beide Neubauten in Modulbauweise belaufen sich auf rund elf Millionen Euro.

„Die Zahlen bei den Grundschülern sind explodiert“, sagt Fachbereichsleiter Dettlef Rockenberg, wegen der vielen Familien, die in die Neubaugebiete ziehen. In der Innenstadt fehle bereits zum kommenden Schuljahr der Raum für einen kompletten Klassenzug. In Hinblick auf den Zeitdruck sei die Erweiterung der GGS Hebborn von zwei auf drei Klassenzüge alternativlos. „Wir werden und wir müssen hier bauen“, betont Thore Eggert.

Ein gutes Dutzend Menschen sitzen in einer Schulaula und hören der Präsentation dreier Männer vorne zu.

Nur rund 20 Anwohner waren in die Aula des Schulzentrums Im Kleefeld gekommen.

Der Fertigbau wird auf der Schulwiese platziert, da wo der Bolzplatz ist. „Der Fußballplatz wird aber wieder hergestellt“, versichert Eggert. Das Fußballfeld kommt dann hinter das neue zweigeschossige Schulhaus mit sechs Klassenzimmern plus sechs OGS-Räumen sowie einem Essensbereich und einer Küche. Das Dach soll begrünt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Die Montagearbeiten laufen vom 4. bis 14. April in den Osterferien. Danach erfolgt der Innenausbau.

Bis zum Sommer ist das Schulgelände nur noch über die Odenthaler Straße zu erreichen. Der Fußweg von der Jägerstraße bleibt in der gesamten Bauphase gesperrt. Vor dem Haupteingang an der Odenthaler Straße spielen sich jetzt chaotische Szenen ab. Der Grund sind die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen. „Die Eltern parken vorwärts ein und rückwärts wieder aus ohne Rücksicht auf Verluste“, berichtet Schulleiter Manfred Hermann. Er sei froh, wenn die Pänz heile in der Schule seien. Eine Mutter aus dem Publikum sagt: „Das ist wirklich gefährlich.“ Sie lasse ihre Kinder nicht mehr alleine gehen.

Der Vorschlag aus dem Zuhörerraum, Eltern-Taxi-Zonen zu errichten, hat wohl keine Aussicht auf Erfolg. „Es gibt keinen Platz in der Nähe“, sagt Rockenberg. Außerdem habe die Erfahrung in anderen Stadtteilen gezeigt, dass sie nicht genutzt würden. „Der Fußweg kommt aber wieder“, betont der Fachbereichsleiter.


Infos zur Sofortschule in Refrath

Zum Bau der sogenannten Sofortschule auf dem Gelände der Grundschule In der Auen in Refrath lädt die Stadt Anwohner in der Umgebung zu einem zweiten Informationsabend ein: Donnerstag, 2. Februar, 17 Uhr, im Haus der WHB Refrath, Wohnhaus für Behinderte, Flehbachmühlenweg 8.

Mit der zweiten Veranstaltung erfüllt die Stadt ihre Zusage, über den aktuellen Stand der Dinge zu berichten. Die Nachbarn warten noch auf Auskünfte, ob und wie viele Bäume gefällt werden müssen, wie der Verkehr geregelt wird und ob Ersatzflächen gefunden wurden für die beiden wegfallenden Spielplätze. Der zweigeschossige Neubau in Modulbauweise ist als langfristige Schulerweiterung gedacht.

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