Bergisch Gladbach – Die Funken sprühten und erhellten die Bühne, als Trompeter Lutz Kniep die überdimensionale „75“ anzündete. Geburtstagskind Gerd Rück, der Jahrzehnte lang als „Weltenbummler“ auf den Karnevalsbühnen stand, feierte gestern Abend im Kreise von Familie und Freunden, die für ihn eine Überraschungsfeier im Schulzentrum am Ahornweg organisiert hatten, wo Rück bis vor zehn Jahren Lehrer war.
Die Überraschung ist den Organisatoren Elke Mück und Bernd Kierdorf (Labbese) gelungen. Nichtsahnend kam Rück in die Aula und traf auf seine Gefährten, die ihn auf seinem Weg von 1958 bis 2008 begleitet haben. Dabei gratulierten die meisten Gäste von der Bühne. Das Gesicht von Rück sprach Bände: ein Volltreffer.
Den Abend eröffneten Bömmel Lückerath, Hartmut Priess und Kafi Biermann von den Bläck Fööss, die ein „Lied zur Entschleunigung“ präsentierten. „Alles kann ich ligge, nur nit, wenn mer mich driev“ („Alles kann ich leiden, nur nicht, wenn man mich (an)treibt“) beschreibt die Gelassenheit, die in den Augen der Fööss auch der 75-Jährige stets ausstrahlt. Beim „Stammbaum“ stimmte der gesamte Saal kräftig ein.
Die Moderation übernahm Brigitta Lamprecht, die als „Weltenbummlerin“ mit Schirm, Kappe und weißen Handschuhen auftrat. Da ließ sich das Original nicht lange bitten, sprang auf die Bühne, die ihn seit 2008 vermisst, und schmetterte ein Duett mit Lamprecht. Dass Rück nichts von seiner Schlagfertigkeit eingebüßt hat, bewies er bei der Begrüßung des „Bergischen Jung“ Willibert Pauels, der bekannte: „Du warst einer der Menschen, die für mich ganz wichtig waren und sind.“ Ebenfalls mit von der Partie waren Sänger Ludwig Sebus, „Rumpelstilzje“ Fritz Schopps, der Ehrenpräsident der Großen Gladbacher und Vollblutkarnevalist Wolfgang Bosbach sowie Dr. Joachim Wüst vom Festkomitee Kölner Karneval.
Mit dem Top-Jungtalent der Kajuja aus der Domstadt rückten Lukas Wachten (Präsident) und Stefan Kühnapfel (Vorsitzender) an. Der neunjährige Stefan Dahm bereitete dem 75-Jährigen mit seinem launigen Auftritt sichtlich Vergnügen.
Über einprägsame Erinnerungen an seine ehemaligen Schüler Norbert und Frank Wielpütz und die Feststellung des ersteren „Mathe is nit ming Welt“ frotzelte der Weltenbummler mit den „Labbesen“, von denen er einige unterrichtet und die er im Karneval stets gefördert hatte. Zum Geburtstag sang er mit ihnen noch einmal „Ungerm jroße Stänezelt“ – ein Gänsehaut-Erlebnis.
