Was rennt da über die Wiesen, was schwirrt über den See? Wir stellen Arten vor, die uns im Bergischen aufgefallen sind. Heute: Marder.
Lebendiges Rhein-BergDer Marder reguliert im Bergischen die Wühlmaus

Kann dank seiner schmalen Gestalt Rötel-, Erd-, Feld- und Schermaus bis in ihre Gänge verfolgen: der kleinste Mader, das Mauswiesel.
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Sie wuseln mit ihrem langgestreckten Körper über Stock und Stein, meistens in Eile und auf der Suche nach Beute: Marder, eine nahezu weltweit verbreitete Familie der Raubtiere, was sich anhand ihrer Zähne zweifelsfrei erkennen lässt. Viele dieser relativ kleinen Prädatoren jagen Beutetiere, die wesentlich größer sind als sie selbst. Darüber hinaus leben sie einzelgängerisch und verhalten sich gleichgeschlechtlichen Artgenossen gegenüber ausgesprochen territorial. Mit dem Sekret ihrer Analdrüsen markieren sie ihr Revier. Als Beispiel sei hier der Steinmarder erwähnt, der sich gerne in Motorhauben frisch abgestellter Kraftfahrzeuge aufwärmt. Die Männchen dieser Art flippen allerdings völlig aus, wenn ein Auto mit fremdem Mardergeruch in ihrem Territorium parkt. Mit ihrem kräftigen Scherengebiss zerbeißen sie wichtige Kfz-Teile wie Bremsschläuche etc.
Wir können diese „Heißsporne“ des Weiteren gut an ihren kurzen Gliedmaßen mit den fünf gebogenen, nicht einziehbaren Krallen und dem in die Länge gezogenen Körperbau als Marder identifizieren. Anhand der Größe lassen sich die Marderarten Deutschlands gut unterscheiden. Größter Vertreter ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 64 bis 88 Zentimeter der Dachs (Meles meles). Der Fischotter (Lutra lutra) ist mit 50 bis 90 Zentimetern etwa genauso lang, aber etwas schlanker. Baummarder (Martes martes) und Steinmarder (Martes foina) bringen es nur noch auf 45 bis maximal 58 Zentimeter. Noch kleiner ist die Gattung Mustela mit dem maximal 30 bis 46 Zentimeter langen Iltis (Mustela putorius), dem man domestiziert als Frettchen an der Leine begegnen kann. Das Hermelin (Mustela erminea) erreicht lediglich 17 bis 33 Zentimeter. Kleinster Vertreter ist zu guter Letzt das Mauswiesel (Mustela nivalis) mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 11 bis 16 Zentimetern.
Bei Mauswieseln kommt es gelegentlich zu Fellwechsel
Hermelin und Mauswiesel sehen sich recht ähnlich, doch das weiße Bauchfell des Mauswiesels ist mit einer zackigen Linie vom braunen Rücken getrennt, wohingegen beim Hermelin im Sommer eine gerade Linie die Fellfarben trennt. Außerdem hat das Mauswiesel nicht die schwarze Schwanzspitze des Hermelins. Vom Hermelin kennen wir vor allem das Winterfell als Pelzmode des Adels oder vom Wappen der Stadt Köln. Das Weiß ist quasi das Winterfell des Hermelins und die schwarzen Flammen stellen die stilisierten Schwanzspitzen dar. Aber auch bei Mauswieseln kommt es gelegentlich bzw. regional zu Fellwechsel mit weißem Winterfell.
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Der Fellwechsel dient im Allgemeinen der Anpassung an die jahreszeitlichen Veränderungen des Klimas zur Regulierung der Körpertemperatur und der besseren Tarnung. Dieser Vorgang wird vor allem durch das Hormon Melatonin gesteuert, das von der Zirbeldrüse produziert wird und direkt auf die Tageslichtlänge reagiert. Kürzere Tage im Herbst und längere Tage im Frühling verändern die Melatoninproduktion und lösen den Wechsel des Haarkleides aus. Ein weißes Winterfell ist in schneearmen Wintern allerdings kein Vorteil, da er eher die leichte Sichtbarkeit verbessert als die Tarnung.
Viele Marderarten zeichnen sich durch aggressive Nahrungssuche aus
Wie erwähnt, zeichnen sich viele Marderarten durch ihre aggressiv-waghalsige Nahrungssuche aus. Das etwa 50 bis 100 Gramm schwere Mauswiesel greift Beutetiere bis zur Größe einer wehrhaften Wanderratte oder eines knapp 20-mal schwereren Wildkaninchens an, die in der Regel mit einem Genickbiss getötet werden. Da das Mauswiesel zu den am wenigsten erforschten Kleinsäugerarten Europas gehört, fassten die Biologen Gábor Vass, István Fekete and Attila Bende im Jahr 2025 verschiedene Ergebnisse von Studien zur Ernährungsbiologie des Wiesels zusammen und bewerteten diese. Dabei zeigte sich eine vorherrschende Vorliebe für Säugetiere (64,3–97,0 Prozent), wobei kleine Nagetiere einen signifikanten Anteil (87,3 Prozent) ausmachten.
Die zweitwichtigste Komponente bildeten Vögel (2,0–20,9 Prozent), während Wirbellose den dritthäufigsten Bestandteil (0–7,5 Prozent) darstellten. Gelegentlich werden weitere Komponenten wie z. B. Kadaver, Eier, Früchte usw. als Alternativen in Betracht gezogen. Kleine Nagetiere wie Mäuse bilden ergo die Nahrungsgrundlage des Mauswiesels. Für Landwirte und Menschen mit einem Gemüsegarten ist das eine erfreuliche Nachricht. Denn wenngleich Turmfalke, Mäusebussard, Graureiher, Waldkauz, Fuchs und viele andere Beutegreifer ganze Arbeit leisten, fortpflanzungsfreudige Nagetiere in Schach zu halten, müssen sie alle darauf warten, bis sich die in Landwirtschaft und Gartenbau besonders problematischen Wühlmäuse an die Oberfläche wagen. Nicht so das Mauswiesel, das der Rötel-, Erd-, Feld- und Schermaus bis in ihre Gänge folgt und ihnen im intimsten Winkel des Baus den Garaus machen kann.

