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„Wir müssen dringend was tun“ Parents for Future fordern mehr Klimaschutz in Brühl

Einige Mitglieder der Ortsgruppe Parents for Future Brühl bei einem Gruppentreffen.

Einige Mitglieder der Ortsgruppe Parents for Future Brühl bei einem Gruppentreffen.

Brühl – Nicht nur die Jugend in der Schlossstadt ist aktiv. Auch deren Eltern setzen sich ein für Klimaschutz. Die Brühler Ortsgruppe der „Parents for Future“ (PfF) gibt es seit dem vergangenen Herbst – und wie bei ihren jugendlichen Pendants ist der Name Programm.

Im Fokus ist der Einsatz für Klimaschutz und Nachhaltigkeit – vorrangig in der eigenen Heimatstadt. Denn etwas ausrichten könne man eben am besten regional, findet Danja Seidel-Beilmann, Initiatorin der Ortsgruppe. „Angefangen hat es bei mir mit schlaflosen Nächten. Ich habe mir viele Gedanken über den Klimawandel gemacht und habe irgendwann gemerkt, ich will nicht mehr jammern, sondern etwas tun.“

Danja Seidel-Beilmann: „Alle, die helfen wollen, sind willkommen.“

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf habe sie Flörke Fertig von der Jugendgruppe Fridays for Future in Brühl angesprochen, als diese in der Innenstadt Flyer verteilte. Seidel-Beilmann habe ihr eine Liste gegeben, auf der sich alle Erwachsenen eintragen konnten, die sich gemeinsam engagieren wollten. Das habe wunderbar funktioniert, berichtet Seidel-Beilmann. Einer der Ersten, die sich eingetragen hätten, sei Flörkes Vater Andreas Fertig gewesen.

Alles zum Thema Fridays for Future

Zehn Personen sind inzwischen regelmäßig bei den Parents for Future aktiv. Und neue Mitglieder werden immer gesucht. „Alle, die helfen wollen, sind willkommen“, betont die Initiatorin. Wichtig ist den Eltern, dass sich die Gruppe nicht als politisch versteht. Zwar könne das Engagement für Klimaschutz heute kaum noch von der Politik getrennt werden – jedoch gehe es ihnen darum, keine parteipolitische Stellung zu beziehen. „Was wir wollen, ist ein klimafreundliches Programm für die Stadt.“

Mehrere Projekte bereits in Brühl ins Rollen gebracht

Um dafür zu sensibilisieren, sprechen die PfF mit den Brühler Bürgerinnen und Bürgern. Auch Mahnwachen vor dem Rathaus haben sie gehalten, zum Beispiel um die Versiegelung der Kaltluftschneise aufzuhalten. In der Innenstadt wollen die Parents bienenfreundliche Beete anlegen und sind darüber bereits mit der Verwaltung im Gespräch. Auf Initiative der Ortsgruppe wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Abfallbehälter mit drei getrennten Müllfächern als Testversuch in der Innenstadt aufgestellt.

Eines der Plakate, die zum Klimastreik im März vor dem Brühler Rathaus von der Ortsgruppe Parents for Future aufgehangen wurden.

Eines der Plakate, die zum Klimastreik im März vor dem Brühler Rathaus von der Ortsgruppe Parents for Future aufgehangen wurden.

Das nächste Großprojekt seien die Bundestagswahlen. Die Gruppenmitglieder haben aus den Wahlprogrammen aller Parteien die Programmpunkte für den Klimaschutz herausgearbeitet. „Das geht nach bestimmten Kriterien“, so Seidel-Beilmann. Mit dabei seien Kategorien wie Klimaneutralität, CO2 -Bepreisung, öffentlicher Nahverkehr, erneuerbare Energien.

Alle Informationen kommen in Stichpunkten auf Flyer, die die Parents an Infoständen in der Innenstadt an den vier Wochenenden vor der Wahl verteilen und diskutieren wollen. „Damit möchten wir dafür sorgen, dass die Menschen sich bewusst werden, was die einzelnen Parteien bereit sind, für den Klimaschutz umzusetzen“, erklärt Mitglied Gabriele Schulz.

Von Greta Thunberg inspiriert

Die 57-Jährige wurde von Greta Thunberg zu ihrem Engagement inspiriert. „Sie hat bei mir ein totales Umdenken bewirkt, und ich habe mich dann gefragt, was kann ich selbst tun?“ Plastikverpackungen einzusparen oder Getränke nur noch in Glasflaschen zu kaufen, seien einige ihrer Maßnahmen.

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Doch immer bleibe auch die Kommune im Vordergrund, findet Annette Wulf. „Ich arbeite für eine Entwicklungshilfeorganisation und kriege dadurch oft mit, was der Klimawandel in Teilen der Welt jetzt schon für Folgen hat. Und auch hier bei uns können und müssen wir dringend etwas tun.“