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Game NightIn Arcade-Spielhalle in Kerpen gibt es eine deutschlandweit einzigartige Attraktion

Lesezeit 3 Minuten
Pierre Pieroth und Paul Nitschke hüpfen auf grünen, roten und blauen LED-Kacheln hin und her.

Jedes Spiel in der Arcade-Spielhalle Game Night testen die Geschäftsführer Pierre Pieroth und Paul Nitschke selbst.

Paul Nitschke und Pierre Pieroth sprechen über ihre ungewöhnliche Geschäftsidee und erklären, warum ihre Spielhalle auch bei Erwachsenen so beliebt ist.

Ein bisschen erinnern Paul Nitschke und Pierre Pieroth an Super Mario, wenn sie auf die leuchtenden Vierecke auf dem Boden hüpfen. Die grünen Vierecke sind sicher, die blauen gilt es einzusammeln. Auf Rot gibt es Punktabzug. „Rot steht für Lava“, sagt Pieroth. Ganz so, wie im Kinderspiel „Der Boden ist Lava“. Ein LED-Spielboden wie in der Arcade-Spielhalle Game Night ist etwas Besonderes – zumindest in Europa. Laut den Geschäftsführern Nitschke und Pieroth war die Game Night die erste Halle in Europa mit solchen Böden. In Deutschland ist sie noch immer die einzige.

Die ungewöhnliche Geschäftsidee der beiden ist durch ein missglücktes Date entstanden. „Weil aus meiner Verabredung nichts geworden ist, haben wir uns die Arcade-Spielhalle in Oberhausen angesehen. Und dachten uns: So was wollen wir auch“, sagt Nitschke. Kurz danach standen auch in Sindorf Spielautomaten und Flipper.

Pong, Flipper und einen Angelsimulator gibt es in Sindorf

Nach einer Runde „Der Boden ist Lava“ sind die beiden Geschäftsführer außer Atem. „Manche kommen schwitzend aus den Räumen und wundern sich, wie anstrengend das ist“, sagt Pieroth. Nicht wenige Attraktionen in der Spielhalle erfordern sportliches Geschick. Es gibt einen Basketball- und einen Boxautomaten.

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Außerdem steht in der Game Night ein Spiel, bei dem die Spieler vorgegebene Tanzschritte nachtanzen müssen. Wer es ruhiger mag, kann sich aber auch an einem Angelsimulator oder den Greifarmautomaten versuchen.

Zu den beliebtesten der etwa 40 Automaten in Sindorf gehören Videospielklassiker wie Pong. Dabei wird ein Punkt zwischen zwei Strichen hin und hergespielt, sozusagen eine stark vereinfachte Tischtennis-Version.

„Ballerspiele“ und Videospiele, in denen es um Gewalt geht, sind ein Tabu für Nitschke und Pieroth. „Space Invaders ist das brutalste Spiel, das wir haben“, sagt Nitschke. Bei dem Videospielklassiker aus den 70ern geht es darum, außerirdische Raumschiffe mit einer Kanone vom Himmel zu holen. Die Raumschiffe – unförmige Pixelhaufen – sind aber kaum als solche zu erkennen.

Arcade-Spielhallen sind in Deutschland ein relativ neues Phänomen. In den USA und in Japan sind sie seit Jahrzehnten Kult. Die ersten Hallen entstanden in den 1980er Jahren. Mit Glücksspiel hat das alles nichts zu tun. „Wir sind kein Casino, sondern eher was für Familien“, erläutert Pieroth.

Zu den Kunden gehören Eltern mit Kindern, Schüler und am Wochenende häufig junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren. Die beiden Geschäftsführer bezeichnen ihre Spielhalle deshalb als „Playground“ – Spielplatz auf Deutsch. Wer gewinnt, macht das also vor allem für das eigene Ego. Spieler können aber auch Tickets sammeln, die für Spielzeug eingetauscht werden können. Fast so wie auf einer Kirmes.

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