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TagebauWasserbündnis fürchtet Schadstoffbelastung in Rhein-Erft durch Rheinwasserleitung

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Das Foto zeigt einen Tagebau in der Dämmerung.

Auch der Tagebau Hambach soll mit Rheinwasser aufgefüllt werden. (Archivfoto) 

Das Bündnis sieht sich durch eine Correctiv-Recherche darin bestätigt, dass eine Einleitung von Rheinwasser in die Tagebaue zu Problemen führt.

Mit dem Rheinwasser, das RWE in den Hambacher und Garzweiler See pumpen will, könnten auch Schadstoffe in die Region gelangen. Das Wasserbündnis Rheinisches Revier reagiert jetzt auf die Correctiv-Recherche „Das unsichtbare Gift im Rhein“ und mahnt: Es gelangten „völlig unbekannte Schadstoffe in sehr großer Menge sowohl von der Industrie als auch von der Landwirtschaft und anderen Anrainern in den Rhein“.

Diese Schadstoffe könnten durch die Leitung des Wassers in die Tagebaue nach dem Kohleausstieg auch in die Region verteilt werden. „Durchschnittlich circa 340 Millionen Kubikmeter belastetes Rheinwasser pro Jahr dürften durch die geplante Rheinwassertransportleitung (RWTL) ungereinigt in die Gruben gepumpt werden“, heißt es vom Wasserbündnis. Die Schadstoffe könnten dann in die entleerten Grundwasserleiter einsickern.

Rhein-Erft: Schadstoffe seien teils nicht genau benennbar

Werner Link vom Wasserbündnis sagt dazu: „Oft kann nur die Existenz eines unbekannten Stoffes nachgewiesen werden, nicht aber seine Herkunft, seine genaue chemische Struktur und Wirksamkeit. Dies stellt eine noch größere Gefahr für das Grundwasser und nachfolgend für unser Trinkwasser dar.“

Er und Maria Arians, ebenfalls vom Wasserbündnis, betonen zudem: Die  Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg für die Rheinwassertransportleitung gestatte lediglich die Wasserentnahme aus dem Rhein sowie den Bau der Leitung, nicht aber das Einleiten des Wassers in die Tagebaugruben.

Maria Arians sagt dazu: „Nach geltendem EU-Recht (Wasserrahmenrichtlinie) dürfte eine Genehmigung zur Einleitung nicht erteilt werden, da sich eine Verschlechterung der Wasserqualität ergeben würde. Diese Salami-Taktik von RWE ist bekannt: erst Fakten durch Teilgenehmigungen schaffen, dann hinterher von Sachzwängen reden.“