Seit Wochen entzündet jemand Lagerfeuer in Mucher Wäldern. Die Waldbrandgefahr ist zwar gering, das kann sich jedoch bald ändern.
Unwegsames GeländeImmer wieder brennt es in Mucher Wäldern – Feuerwehr vermutet Brandtstiftung

Eine Serie von kleinen Bränden in den Mucher Wäldern musste zuletzt die Feuerwehr bekämpfen.
Copyright: Feuerwehr Much
Der Waldbrandindex weist in diesen Tagen zwar noch eine sehr geringe Gefahr aus, dennoch ist ein Risiko vorhanden. In Much häufen sich unterdessen seit dem Osterwochenende die Fälle von Vegetationsbränden, die Feuerwehr musste mehrfach zu kleinen Flächenfeuern ausrücken.
Einsatzstellen liegen tief im Wald, mit dem Fahrzeug nicht zu erreichen
Am Ostersonntag, 5. April, brannte es am Vormittag in der Nähe von Oberdorf, am Abend des 9. April schwelte es auf 20 Quadratmetern in einem Waldstück an der Wahnbachtalstraße bei Roßbruch. Im Morgengrauen des 15. April meldeten mehrere Anrufer eine Rauchentwicklung aus einem Waldstück nahe der Schmerbachstraße bei Tillinghausen. Dort brannten etwa 20 bis 30 Quadratmeter Totholz. Am Montag schließlich rückte die Feuerwehr gegen 3.35 Uhr zu einem Brand bei Tillinghausen aus.
„Der Anrufer hat den Verursacher gesehen“, berichtet Patrick Mathe, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Much. Die Polizei habe ihn mit Nachtsichtgeräten gesucht. „Die Einsatzstelle lag in der Nähe eines Bachlaufs, da kamen wir mit den Fahrzeugen unmöglich heran“, erläutert er. „Diese Vorfälle hatten wir bereits im vergangenen Jahr, ebenfalls immer in der Umgebung von Tillinghausen und Gibbinghausen. Damals war das noch in der Nähe der Straßen, jetzt liegen die Einsatzstellen immer tiefer im Wald, in unwegsamem Gelände.“

Die Feuerwehr setzt Löschrucksäcke ein, da die Brandstellen mit Fahrzeugen nicht erreichbar sind.
Copyright: Feuerwehr Much
An den Brandstellen hätten die Ehrenamtlichen aufgeschichtete Hölzer entdeckt, das Feuer habe sich auf fünf bis 20 Quadratmetern ausgebreitet. „Wir kommen mit dem Löschfahrzeug da nicht dran, deswegen nutzen wir Löschrucksäcke, die man am Auto befüllen kann. Außerdem haben wir Harken, um den Boden umzugraben. So werden die Glutnester erstickt."
Polizeisprecher in Siegburg geht von Lagerfeuern aus
Ansonsten „bleibt nur eine Materialschlacht, um die Wasserversorgung herzustellen – dann müssen wir Schläuche in den Wald legen“, schildert Mathe das Vorgehen. Über kleine, geländefähige Fahrzeuge für Wald- und Vegetationsbrände verfüge die Mucher Feuerwehr im Gegensatz zu anderen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises nicht.
Zwar sei die Waldbrandgefahr momentan noch gering. „Aber wenn die Person da weitermacht, könnte das zu einem größeren Flächenbrand führen. Mitten im Wald ist das dann unkalkulierbar.“ In den Ärger der Feuerwehrleute mische sich die Erleichterung, dass bisher nichts Schlimmeres passiert sei.
„Es besteht das Risiko, dass sich da eine Lage entwickelt, die nicht mehr kontrollierbar ist. Die Brände wurden meist bei Dunkelheit von Passanten entdeckt, die trotz der Uhrzeit unterwegs waren“, sagt Mathe. Die Polizei teilte auf Anfrage mit, die Brandermittler der Kriminalpolizei hätten die Ereignisse im Auge. „Bei dem Feuer am vergangenen Montag wurden persönliche Gegenstände gefunden. Wir gehen daher davon aus, dass es sich um Lagerfeuer handelt, aber nicht um vorsätzlich gelegte Brände“, so Polizeisprecher Maximilian Reese. Hinweise nimmt die Polizei unter 02241/541-3421 entgegen.
