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Gemüseanbau auf kleiner FlächeSolawi in Much erhält 3500-Euro-Spende für Bewässerungssystem

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3500 Euro erhielt die Solawi in Much von der AOK für ein Bewässerungssystem.

3500 Euro erhielt die Solawi in Much von der AOK für ein Bewässerungssystem.

Ursprünglich sollten von dem Geld bodenschonende Kreiselegge angeschafft werden, doch die aktuelle Trockenheit änderte die Prioritäten.

Knapp 3500 Euro sind es, die die Genossenschaft der solidarischen Landwirtschaft (Solawi) in Much bekommen hat. Die Spende kommt von der AOK und ist in Kooperation mit der Vigo Krankenversicherung entstanden. Für jeden abgeschlossenen Zusatzversicherungsvertrag durch die Kunden der AOK wird ein Beitrag der Vigo an verschiedene regionale Projekte gespendet. In Much soll damit nun das ökologische und solidarische Gärtnern auf dem Gelände in Esinghausen einfacher gestaltet werden. Regionaldirektorin Jessica Lammerich übergab den entsprechenden Scheck.

Eigentlich war es geplant, von dem Geld eine bodenschonende Kreiselegge anzuschaffen. Wegen der schädlichen Trockenheit möchte man jetzt aber lieber darüber nachdenken, wie man die 1600 Quadratmeter Ackerfläche auf dem Gelände nachhaltiger und effektiver bewässern kann. Im Moment verliert Gärtnerin Amayi Breuer viel Zeit dabei, die Gartensprenger hin und her zu tragen, um alles mit Feuchtigkeit zu versorgen. Zuletzt habe sie sogar zunehmend nachts bewässert, da hitzebedingt zu viel wieder verdunste.

Manche zahlen mehr, manche weniger, solidarisch eben.
Sabine Müller, Vorständin bei eco:much eG

Breuer hat bei Solawi eine halbe Stelle und setzt auf dem etwa einem Hektar großen Gelände das Konzept „Market Gardening“ um, bei dem effizienter Gemüseanbau auf kleinster Fläche stattfindet. Statt großer Maschinen kommen Handarbeit und einfache Werkzeuge zum Einsatz, geringe Kosten bei gleichzeitig hohen Erträgen pro Quadratmeter machen das System wirtschaftlich. Jeder, der mitmachen will, nimmt Anfang des Jahres an einer Bieterrunde teil und bietet einen Beitrag an.

„Manche zahlen mehr, manche weniger, solidarisch eben“, erklärt Sabine Müller, Vorständin der eco:much eG, Trägerin der Solawi Much. Wenn der Kostenplan erfüllt wird, kann das Projekt weitergetragen werden. Der volle Anteil liegt bei aktuell 115 Euro pro Monat. „Das ist der wahre Preis! Ohne Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern, faire Löhne, keine Bodenverdichtung“, betont Müller. Dass man Gemüse im Discounter billiger bekommt, stimme nur bedingt.

Trotz intensivem Anbau wird viel Wert auf Bodenfruchtbarkeit, Vielfalt und Nachhaltigkeit gelegt. „Lieber den Boden füttern, als einzelne Pflanzen“, meint Gärtnerin Breuer. Da alles ohne Zusätze läuft, haben bis zuletzt Schnecken Probleme gemacht. Anstatt sie wie bisher einzusammeln und auf die Viehweide auf der anderen Straßenseite zu setzen, kommt seit neuestem ein ökologisches Schneckenkorn zum Einsatz.

Jeden Freitag wird geerntet, vier bis sechs Gemüsesorten gleichmäßig aufgeteilt und auf dem Hecknaaferhof an die Mitglieder ausgegeben. Wenn jemand was nicht mag, kommt es in die Geschenkekiste. Von Kürbissen über Auberginen, Tomaten, Möhren und sogar Wassermelonen und Edamame wird auf dem Gelände fast alles angebaut, was man sich in heimischen Böden vorstellen kann.

Weitere Infos: www.solawi-much.de/