Start-up „Coachinho“Dennis Eck vom FC Hennef entwickelt Trainings-App mit Fußball-Profis

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Dennis Eck (vorne) steht vor der BayArena und gibt mit erhobenem Arm Anweisungen, Fußball-Profi Robert Andrich von Bayer 04 Leverkusen schaut auf seine linke Hand.

Videodreh im Schatten der BayArena: Start-up-Gründer Dennis Eck (vorne) und Fußball-Profi Robert Andrich.

Kick it like Robert Andrich – so oder so ähnlich lautet das Motto des Start-up-Unternehmens „Coachinho“. Der Gründer Dennis Eck (32) spielt beim FC Hennef 05.

Für Dennis Eck (32) kommt die eigene Idee ein paar Jahre zu spät. Der Stürmer des Mittelrheinligisten FC Hennef hat – gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Max Knorreck – das Bonner Start-up „Coachinho“ gegründet. „Digitales Fußball-Training für zu Hause – das hätte ich in jungen Jahren gut gebrauchen können“, erklärt er. „Wer weiß: Vielleicht wäre dann wirklich was aus mir geworden.“

Spätestens nachdem Eck als 22-Jähriger beim damaligen Drittligisten Jahn Regensburg durchs Probetraining gefallen war, arrangierte er sich mit einer Karriere auf (allerhöchstem) Amateurniveau. „Trotz meiner Ausbildung beim 1. FC Köln waren andere Jungs einfach weiter – und nicht zuletzt geschulter“, erinnert sich Eck. „Ich habe mich häufig in falschen Räumen bewegt und mich taktisch nicht gut verhalten – ganz einfach, weil ich es nicht besser wusste.“

Robert Andrich von Bayer 04 Leverkusen jongliert den Ball.

Hohe Fußballkunst: Robert Andrich von Bayer 04 Leverkusen.

„Coachinho“, eine Verschmelzung des Wortes Coach und des Namens Ronaldinho (brasilianischer Weltmeister), soll den Talenten von heute derartiges Wissen zugänglich machen. Es vereint Theoriekurse fürs Sofa und Praxisübungen zum Nachmachen. Auf dem Platz, im Garten oder sogar im eigenen Wohnzimmer. „Unsere On-Demand-Videos sind grundsätzlich für alle bestimmt, die sich verbessern wollen“, sagt Geschäftsführer Eck.

App setzt auf KI-basierte Technik

Tutorials, Work-outs und Trainingspläne sind dabei unterteilt nach Schwerpunkten, Positionen und Schwierigkeitsstufen. Sie richten sich an Amateure, ambitionierte Talente und selbst Profis. „Kein Trainer der Welt kann sich vollumfänglich um jeden einzelnen Spieler kümmern“, begründet Eck. „Coachinho“ will Kindern und Jugendlichen aus aller Welt die Tür öffnen – auch denjenigen, die sich kein professionelles oder privates Training leisten können. So stehen auch kostenlose Lerninhalte zur Verfügung.

Spätestens im März bringen Eck und Knorreck die passende App auf den Markt, die auf „Gamification“ setzt. Dann können Pro-Mitglieder Punkte sammeln, Highscores knacken und in Levels aufsteigen, indem sie etwa virtuellen Grätschen ausweichen. KI-basierte Technik macht es möglich. „Die heutige Generation liebt Spaß und Herausforderungen – beides können wir ihnen bieten“, sagt Knorreck.

Robert Andrich macht's vor

Um den Ehrgeiz zu wecken, hat sich „Coachinho“ prominente Unterstützung ins Boot geholt. So sind neben Eck auch Fußball-Profis wie Robert Andrich (Bayer 04 Leverkusen) als digitale Coaches im Einsatz. „Sich mit einem Champions-League-Spieler um den Highscore zu streiten, ist einmalig“, so Eck. Er und Andrich trafen sich im Herbst in Leverkusen, um gemeinsame Trainingsvideos im Schatten der BayArena aufzunehmen.

Doch es dreht sich nicht alles nur um Taktik, Technik und Athletik. So gibt Fifa-Referee Tobias Stieler als ausgewiesener Sportpsychologe Tipps zum Umgang mit negativen Gedanken auf dem Spielfeld. „Es gibt Millionen Fußballer“, erklärt der Schiedsrichter. „Doch nur ein Bruchteil schafft es ganz nach oben. Der entscheidende Unterschied ist aus meiner Sicht der Kopf.“

Tobias Stielers Ratschläge sind für jeden Fußballer in jeder Liga hilfreich
Dennis Eck, Geschäftsführer von „Coachinho“

Stielers Ratschläge sind laut Eck „für jeden Fußballer in jeder Liga hilfreich“. Den einen oder anderen hat er bereits an seine Teamkollegen weitergegeben, wobei er betont: „Von allen Spitzenmannschaften müssen wir uns am wenigsten den Kopf zerbrechen. Den Druck haben andere.“ Trotzdem träumt auch er vom zweiten Regionalliga-Aufstieg mit dem FCH nach 2014: „Wir sind Herbstmeister, verteidigen extrem gut und sind immer für ein Tor gut.“ Im jüngsten Testspiel gegen den Ahrweiler BC traf Eck selbst zum 2:0-Endstand. Mit seinem Start-up will er nun den nächsten Volltreffer landen.

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