Duell mit dem Ex-KlubMartin Michel vom FC Hennef freut sich auf den BSC

Lesezeit 3 Minuten
Torwart Martin Michel vom Bonner SC

Historischer Moment: Martin Michel gewinnt 2017 den Verbandspokal mit dem Bonner SC.

Martin Michel fiebert dem Duell mit seinem Ex-Klub Bonner SC entgegen. Der Keeper des FC Hennef glaubt an eine Revanche für das Hinspiel. 

Cool, cooler, Martin Michel. Den Keeper des Fußball-Mittelrheinligisten FC Hennef bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Auch nicht das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. „Klar ist das ein besonderes Spiel für mich“, sagt der 30-Jährige vor der Nachholpartie am Samstag (17 Uhr) gegen den Bonner SC. „Aber nervös bin ich deshalb nicht, eher erwartungsfroh.“

Als das Spiel vor drei Wochen hätte stattfinden sollen, war Michel noch rotgesperrt. Damals hatte die Stadt den Platz im Stadion noch gesperrt; ein Umzug auf Kunstrasen scheiterte wegen Sicherheitsbedenken und fehlender Fantrennung. „Jetzt bin ich froh dabei zu sein“, so der gebürtige Bonner. „Zumal wir noch eine Rechnung offen haben.“ Das 1:5 im Hinspiel habe „wehgetan. Aber wir sind bereit für die Revanche.“

Trainer Glatzel lobt „Bierruhe“

Michels Zuversicht wird nur von seiner Gelassenheit übertroffen. Diese kommt ihm nicht nur bei seinem Job als Erzieher zugute, sondern auch auf dem Fußballplatz. „Martin löst jede Situation mit einer bemerkenswerte Bierruhe“, sagt sein Trainer Sascha Glatzel. Auch Sportchef Dirk Hager bescheinigt dem Routinier „Nerven aus Stahl“ und „Regionalliga-Format“.

Das Lob beschränkt sich nicht nur auf Michels Fähigkeiten im Tor. „Martin ist ein total bodenständiger und toller Mensch“, betont Glatzel. Auch deshalb ist er Teil des Mannschaftsrats. Hager spricht von einer „natürlichen Autorität. Martin muss nicht rumschreien; seine Mitspieler hören auch so auf ihn.“

Ich hätte große Lust auf ein Regionalliga-Abenteuer mit Hennef
Martin Michel, Torwart des FC Hennef 05

Auch beim BSC hat Michel bleibenden Eindruck hinterlassen. Dort, wo er ausgebildet wurde und insgesamt 13 Jahre zwischen den Pfosten stand. „Martin ist ein Bonner Junge und Riesentyp“, sagt sein Ex-Trainer Daniel Zillken. Der heutige Sportchef des BSC erinnert sich an „fünf geile Jahre mit ihm“.

Fünf Jahre, in denen man nicht zuletzt gemeinsam in die Regionalliga aufstieg (2016). „In meiner ersten Saison hat Martin kein einziges Training verpasst“, berichtet Zillken. „Und wenn er auf die Bank musste, hat er nie gemosert.“ Auch nicht am 13. August 2017, als man im DFB-Pokal auf Hannover 96 traf (2:6). Kurz zuvor hatte Zillken Alexander Monath zur neuen Nummer eins gemacht.

„Im Nachhinein hätte Martin trotzdem spielen müssen“, sagt der 55-Jährige. Schließlich habe er den BSC mit seinen Paraden im Verbandspokal-Finale gegen Fortuna Köln (1:0) „überhaupt erst so weit gebracht“.

Für Michel war der Cup-Erfolg 2017 „mein größter BSC-Moment“. Noch heute pflegt er den Kontakt zu seinem Heimatklub. Nicht zuletzt zu Gordon Addai, der nach dem jüngsten Rücktritt von Cheftrainer Lukas Sinkiewicz gemeinsam mit Albert Bunjaku interimsweise übernommen hat. Mittlerweile schlägt Michels Herz jedoch rot-weiß: „Wir wollen am Samstag gewinnen und so die Spitze zurückerobern. Ich hätte große Lust auf ein Regionalliga-Abenteuer mit Hennef.“

Angesichts eines Acht-Punkte-Vorsprungs auf den BSC liege der Druck allerdings beim Gegner. Und selbst wenn es umgekehrt wäre: Michel würde ganz bestimmt cool bleiben.

Nachtmodus
Rundschau abonnieren