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30 Jahre BUND-KreisgruppeIn Rhein-Sieg gibt es so viele Naturschützer wie fast nirgends im Land

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Der BUND Rhein-Sieg feierte 30-jähriges Bestehen auf dem Wiesenzentrum in Sankt Augustin.

Der BUND Rhein-Sieg feierte 30-jähriges Bestehen auf dem Wiesenzentrum in Sankt Augustin. Das Hoffest hatte jedoch mit dem schlechten Wetter zu kämpfen. 

Das Fest  im Wiesen- und Weidenzentrum im Pleisbachtal in Sankt Augustin bot eine Mischung aus Natur, Handwerk und Begegnung.

Gemischte Gefühle beim BUND Rhein-Sieg-Kreis. Der frühherbstliche Regen am Wochenende kam der ausgedörrten Natur zwar zugute, doch für das traditionelle Hoffest im Wiesen- und Weidenzentrum im Pleisbachtal in Sankt Augustin hätten sich die Aktiven des BUND Rhein‑Sieg-Kreis doch etwas mehr Sonnenschein gewünscht. Dennoch bot das Fest eine Mischung aus Natur, Handwerk und Begegnung. Regionale Hobbyhandwerker – Korbflechter, Imker, Filz- und Kräuterwerkstätten – präsentierten naturnahe Gewerke, während das Infomobil des Verbands Ausstellungen zu Biber und Wildkatze zeigte.

„Wir wollen ein vielseitiges Paket bieten, das Menschen anzieht und zeigt, wie eng Natur und Handwerk zusammengehören“, sagt Vorstandsmitglied Iris Zumbusch. Für Kinder gab es ein kreatives Programm, das Forschen, Basteln und Naturerleben verband.

Gruppe betreut und 200 Hektar Naturschutzflächen im Rhein‑Sieg-Kreis

In diesem Jahr wurde zugleich das 30‑jährige Bestehen der BUND-Kreisgruppe Rhein‑Sieg gefeiert, die sich einst aus einer gemeinsamen Bonner Gruppe heraus entwickelt hatte – auch, weil die Strukturen irgendwann nicht mehr zusammenpassten. „Die Bonner Gruppe war stark universitätsgeprägt – viele Studierende, viel Stadt. Der ländliche Raum rund um Bonn kam zu kurz“, erklärt Kreisgruppensprecher Achim Baumgartner.

Die Abspaltung entsprach zudem der Struktur des Landesverbands: Kreisgruppen sollen eigenständig arbeiten, politisch agieren und regionale Schwerpunkte setzen. Und zu tun gab es genug: Mit der Debatte um den Ausbau der Siegachse – etwa bei der geplanten Verbreiterung der L333 – wuchs die Rhein‑Sieg‑Gruppe schnell. Projekte wie Lärmmessungen, die Auswirkungen des Flughafens Köln/Bonn, Amphibienschutz und Biotoppflege prägten die Anfangsjahre.

Kreisgruppensprecher Achim Baumgartner ist mit der Entwicklung des BUND zufrieden.

Kreisgruppensprecher Achim Baumgartner ist mit der Entwicklung des BUND zufrieden.

Heute betreut die Kreisgruppe rund 200 Hektar Naturschutzflächen im Rhein‑Sieg-Kreis – ehemalige Abgrabungen, Trockenrasen und Amphibienlebensräume. „Biotoppflege ist echte Arbeit – Gehölze schneiden, Trockenrasen pflegen, Tümpel anlegen. Wer einmal mitmacht, versteht sofort, wie viel Aufwand dahintersteckt“, sagt Baumgartner. Weitere 50 Hektar bewirtschaftet der BUND selbst als landwirtschaftlicher Betrieb.

Das zweite Zentrum in Bornheim‑Hersel mit integrierter Wildvogelhilfe – bis zu 1000 Vögel pro Jahr – ergänzt die Arbeit und ist landesweit die einzige Immobilie, die dem Verband selbst gehört. Rechtsrheinisch bildet das regionale Wiesen- und Weidenzentrum im ehemaligen Ausflugslokal Wanderstübchen den Angelpunkt der Vereinsarbeit. Das Zentrum bietet eine Halle für Geräte, eine kleine Bibliothek, ein Forschungsmobil für Schulklassen und große Wiesenflächen für Naturerfahrungen. Im Sommer öffnet das Hofcafé sonntags seine Türen und lädt Wandernde und Radfahrende zu einer Pause ein.

Mit rund 2400 Mitgliedern ist die Rhein‑Sieg‑Gruppe die zweitgrößte Kreisgruppe in NRW

Ein Schwerpunkt der Kreisgruppe ist die Umweltbildung. Schulklassen erkunden Wiesen, Bäche und Wälder, arbeiten mit Becherlupen oder im Laborbus. „Viele Kinder wissen kaum noch etwas über Naturzusammenhänge“, sagt Zumbusch. „Deshalb setzen wir auf praktisches Erleben – rausgehen, entdecken, anfassen. Manche Kinder waren noch nie im Wald.“ Projektwochen und thematische Module sollen das Bewusstsein stärken und werden zunehmend nachgefragt. Dafür sucht der BUND weiterhin ehrenamtliche Unterstützung.

Regionale Hobbyhandwerker – Korbflechter, Imker, Filz- und Kräuterwerkstätten – präsentierten naturnahe Gewerke.

Regionale Hobbyhandwerker – Korbflechter, Imker, Filz- und Kräuterwerkstätten – präsentierten naturnahe Gewerke.

Mit rund 2400 Mitgliedern ist die Rhein‑Sieg‑Gruppe die zweitgrößte Kreisgruppe in NRW. Über 100 Ehrenamtliche arbeiten regelmäßig aktiv mit – von Amphibienzäunen über Kartierungen bis zum Hofcafé. „Wir hören oft: ‚Gut, dass es euch gibt‘ – das motiviert uns sehr“, sagt Baumgartner.