Die erneute Sperrung soll vermutlich Ende Mai in Kraft treten. Auch dann sollen bis zu vier Wochen Busse statt der Straßenbahn verkehren.
„Schlag ins Gesicht“Linie 66 zwischen Siegburg und Bonn wird weitere vier Wochen durch Busse ersetzt

Für vier Wochen fährt die Linie 66 nicht mehr zwischen Siegburg und Bonn Stadthaus, es gibt einen Schienenersatzverkehr. Jetzt wurde bekannt, dass eine weitere Sperrrung der Strecke nötig wird. (Archivbild)
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Die aktuelle vierwöchige Sperrung der Stadtbahn-Linie 66 zwischen Siegburg und dem Bonner Stadthaus beziehungsweise Bonn-Vilich wird nicht die einzige Unterbrechung bleiben. Das verkündete ein Vertreter der Bahntochter DB InfraGo im gemeinsamen Verkehrssauschuss des Rhein-Sieg-Kreises und der Bundesstadt Bonn am Mittwochabend.
„Wir müssen das nochmal in Angriff nehmen“, so der InfraGo-Vertreter, als er den Sachstand für die Generalsanierung der rechtsrheinischen Bahnstrasse sowie den Ausbau der S13 vorstellte. „Das haben wir während der aktuellen Maßnahmen gemerkt. “ Demnäch müsse die Strecke der Linie 66 erneut gesperrt werden.
Erneute Sperrung der Linie 66 ruft Unmut im Ausschuss hervor
Wann genau das passieren soll und wie lange die Sperrung dann dauert, sei noch Teil von Gesprächen. Man gehe von einer erneuten Sperrung von vier Wochen aus, werde aber prüfen, ob diese Frist kürzer gehalten werden könne.
Die Ankündigung rief Unmut unter den Ausschussmitgliedern hervor. „Wir merken aktuell schon, wie viel Verkehr die 66 auffängt, wenn ich mir die Straßen in Sankt Augustin so anschaue“, sagte Michael Richter (SPD). „Wenn das nochmal gesperrt wird und möglicherweise sogar während der Sperrung der rechten Rheinstrecke, wäre das sehr ungünstig.“
„Es ist ein Schlag ins Gesicht für die Menschen in Sankt Augustin und eine massive Zumutung“, erklärte Richter. Mit der Generalsanierung der rechten Rheinstrecke in der zweiten Jahreshälfte werde 2026 bereits jetzt zum Belastungsjahr. „Da wird man nicht mehr viel Verständnis erwarten können, wenn vermeidbare Planungsfehler zu weiteren vier Wochen Sperrung der Linie 66 führen.“ Deshalb müsse die Deutsche Bahn umgehend Klarheit schaffen, wann die nächste Sperrung erfolgen soll. Und diese müsse zwingend vor Beginn der Generalsanierung liegen.
SPD: „Erwarten Prüfung, ob ein Teilbetrieb der Linie 66 zwischen Hangelar und Siegburg möglich ist“
„Zudem erwarten wir eine ernsthafte Prüfung, ob ein Teilbetrieb der Linie 66 zwischen Hangelar und Siegburg möglich ist, um den Kernkorridor zwischen Siegburg und Sankt Augustin vom Schienenersatzverkehr zu entlasten. Außerdem sollte die jetzt laufende Sperrung kurzfristig beendet oder zumindest verkürzt werden, mindestens auf dem Abschnitt, der aktuell wegen der Planungsmängel nicht fertiggestellt werden kann.“ Auch der Christdemokrat Oliver Krauß äußerte Kritik an der erneuten Sperrung. Es sei „sehr ärgerlich“, dass eine weiter Vollsperrung nötig sei und die Planungen nicht wie vorgesehen umgesetzt werden könnten.
In Vorbereitung auf die Generalsanierung auf der rechtsrheinischen Bahntrassse und den Ausbau der S13 baut die Bahn ein neues Kreuzungsbauwerk in Bonn-Vilich. Dafür wurde eine Behelfsbrücke für die Stadtbahnen der Linie 66 errichtet, um sie an der Baustelle vorbeizuführen. Diese Behelfsbrücke wird jetzt zurückgebaut und die Bahnen auf ihre ursprüngliche Trasse zurückgeführt.
Doch die Planungen hätten nicht so wie gedacht komplett freigegeben werden können, erklärte der Vertreter der Bahn im Ausschuss. Auch für das Unternehmen sei das überraschend gekommen. Die zweite Sperrung für die Linie 66 solle möglichst schnell umgesetzt werden, möglichst Ende Mai, hat die DB InfraGo ins Auge gefasst, festgelegt ist das jedoch noch nicht.
