Seit 18 Jahren sind Manuela und Frank Soika Pächter der Traditionskneipe in der Troisdorfer Innenstadt.
HofburgGaststätte Klein aus Troisdorf freut sich auf die Nubbelverbrennung

Manuela und Frank Soika sind seit 18 Jahren Pächter der Gaststätte Klein in Troisdorf.
Copyright: Quentin Bröhl
Der zweijährige Tibetdoodle Sammy macht es sich gleich neben der Theke gemütlich. Er könnte zwar auch sein Körbchen weiter hinten nutzen, wo es sicherlich ruhiger zugeht. Doch so ein Hund ist gern mittendrin, und da hat er sich in der Gaststätte Klein in Troisdorf an der Frankfurter Straße 75 genau den richtigen Platz ausgesucht.
Hofburg für das Troisdorfer Prinzenpaar
Nicht nur für Sammy, sondern auch für seine Besitzer Manuela und Frank Soika steht in den kommenden Tagen die heiße Phase des Karnevals vor der Tür. Das Pächter-Ehepaar der Traditionsgaststätte im Herzen von Troisdorf ist eigentlich schon mittendrin in der fünften Jahreszeit. Bereits zum sechsten Mal ist die Kneipe Hofburg der Troisdorfer Karnevalsregenten.
Schon beim Betreten den Schankraums wird klar, dass hier der Karneval einen großen Stellenwert hat. An der Wand hängen unzählige Orden, und natürlich dürfen die Fotos der Tollitäten an der Wand nicht fehlen.
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Zahlreiche Orden hängen im Schankraum an der Wand.
Copyright: Quentin Bröhl
Prinz Sascha I. und Prinzessin Kathrin I. von der KG Halt Pool aus Friedrich-Wilhelms-Hütte haben die Gaststätte als ihre Hofburg auserkoren. Das ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass es im Ortsteil Hütte kaum mehr eine adäquete Einrichtung gibt. Zudem verfügen die Soikas über eine gewisse Expertise zum Thema Karneval.
Die Gaststätte Klein gibt es an dem heutigen Standort schon seit mehr als 100 Jahren. Es sei der Familienname der heutigen Immobilienbesitzerin, verrät Frank Soika (55), der sich mit seiner Frau Manuela (54) vor fast 18 Jahren dazu entschieden hat, die Traditionskneipe zu übernehmen: „Wir haben im Januar 2008 angefangen.“

Der zweijährige Tibetdoodle Sammy ist immer mittendrin.
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Mittlerweile sind nicht nur die Eheleute mit Herzblut bei der Sache. Auch Sohn Stephan (35), Tochter Julia (34), deren Freund Nico Schnettker und die Enkelin (15) helfen mit. Zwischen acht und zehn Aushilfen unterstützen das Ehepaar im täglichen Geschäft. Dass die beiden als Pächter der Kneipe gleich darüber wohnen, macht die Arbeit in vielen Situationen einfacher.
Im Jahr 2013 war die Gaststätte Klein erstmals die Hofburg der Troisdorfer Karnevalsregentschaft. „Das hat sich alles auch ein bisschen entwickelt“, erinnert sich Frank Soika.
Wir haben sehr viele Stammgäste, und es gibt natürlich welche, die nicht so karnevalsjeck sind und dann nächste Woche lieber verreisen
Mittlerweile schauen die Karnevalisten der Vereine Hoot & Höötcher, Narrenzunft oder seit kurzem der KG Halt Pool aus Friedrich-Wilhelms-Hütte vorbei. Aber auch viele andere Vereine und Gruppen haben die Gaststätte Klein als ihren Treffpunkt auserkoren. „Wir haben eine Kegelbahn, und dank der 20 Kegelklubs sind wir so gut wie immer ausgebucht“, verrät Frank Soika.
„Wir haben sehr viele Stammgäste, und es gibt natürlich welche, die nicht so karnevalsjeck sind und dann nächste Woche lieber verreisen“, erzählt Frank Soika, der am kommenden Dienstag seinen 56. Geburtstag feiert.

Der Nubbel hängt über der Hofburg des Troisdorfer Prinzenpaares.
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Doch diese Party rückt derzeit in den Hintergrund, denn momentan hat das Pächterehepaar alle Hände voll zu tun. Mit einem 30-köpfigen Team haben sie bereits die Proklamation des Prinzenpaars im November in der Stadthalle gestemmt. An diesem Wochenende schließen die Soikas am Samstag und Sonntag sogar ihre Gaststätte, weil sie am Samstag in Hütte „Raderdoll im Veedel“ mit ihrem Team gastronomisch betreuen.
Nach der Proklamtion des Prinzenpaars konnten sich die Soikas im November schon einmal auf Karneval einstellen. Bei „Sing doch ene met“ Mitte Januar war die Stimnmung schon grandios und ab Weiberfastnacht ab 11 Uhr geht es in der Gaststätte so richtig los.
Auf die Nubbelverbrennung am Dienstag folgt Fischessen am Aschermittwoch
Am Karnevalssamstag steht die Party „Sing doch ene met – Njukammer“ auf dem Programm. Am Karnevalssonntag erwarten die Soikas zahlreiche Karnevalisten nach dem Zug. „Ich bin froh, dass der Zug oben in der Stadt endet. Diejenigen, die dann zu uns kommen, wollen wirklich zu uns.“
Die gut 90 Quadratmeter große Kneipe wird an Karneval stets angepasst ausgestattet. „An den wichtigen Tagen räumen wir alles aus und haben nur Stehtische aufgestellt. Dann haben wir auch den kleinen Saal auf“, sagt Soika.

Die Fotos zahlreicher Karnevalsregenten hängen an der Wand.
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Zum Karnevalsfinale stehen der Hofburg wichtige Termine auf dem Terminplan. Nach dem Trömmelchenfest am Montag wird am Karnevalsdienstag wie schon in den vergangenen Jahren der Nubbel verbrannt.
„Wir machen das nach einem kleinen Rundgang bei uns im Biergarten“, sagt Frank Soika und freut sich schon auf Troisdorfs Ex-Prinz Christian Bläser, der den Job vom jahrelangen Zeremonienmeister Josef Braun übernommen hat.
Natürlich ist der Karneval eine ganz wichtige Einnahmequelle für uns. An die schlimmen Corona-Jahre will ich gar nicht zurückdenken.
Dabei hat Soika beim Erzählen schon die nächsten Termine im Hinterkopf. Denn auch am Aschermittwoch freut sich die Gaststätte Klein auf seine Karnevalisten. Dann gibt es traditionell das Fischessen mit Hering und Quallmännern.
„Natürlich ist der Karneval eine ganz wichtige Einnahmequelle für uns. An die schlimmen Corona-Jahre will ich gar nicht zurückdenken“, sagt Soika, der froh ist, dass man in der Pandemie mit einem blauen Auge davongekommen ist.
Seit zwei Jahren hat das Ehepaar das Essensangebot ausgeweitet, im Sommer sei der Biergarten mit rund 50 Sitzplätzen gut ausgebucht. „Freitags muss man sogar bei uns reservieren“, sagt Soika, der dazu steht, dass er Fan von Borussia Mönchengladbach ist.

