Wieder haben plötzlich herabstürzende Eisstücke zu Unfällen und einer stundenlangen Vollsperrung der Leverkusener Rheinbrücke der Autobahn 1 geführt.
Rheinbrücke LeverkusenUnfälle und Vollsperrung nach Eisstürzen

Eine Drohne steigt neben den Drahtseilen der Leverkusener Rheinbrücke auf, um den Zustand der Konstruktion zu überprüfen.
Copyright: Roberto Pfeil/dpa
Bereits vor gut einem Jahr war es zu einer ähnlich gefährlichen Situation auf der vielbefahrenen Brücke über den Rhein gekommen, über die pro Tag mehr als 100.000 Fahrzeuge fahren. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam es in der Nacht zu Montag auf der Brücke zu drei Unfällen mit Sachschäden. Dabei seien jeweils Autos von herabfallenden Eisplatten beschädigt worden. Einen weißen Dacia traf es bereits gegen 23.40 Uhr. Die Insassen blieben alle unverletzt. Daraufhin sperrte die Polizei die ersten Fahrspuren und nach zwei weiteren Unfällen um kurz nach 1 Uhr die komplette Rheinquerung. Es wurde empfohlen, den Bereich großräumig zu umfahren.
Vollsperrung gegen 8.30 Uhr aufgehoben
Die Vollsperrung zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und der Anschlussstelle Köln-Niehl wurde gegen 8.30 Uhr wieder aufgehoben. Wegen des Tauwetters im Rheinland sei es nicht erforderlich gewesen, die Brücke von Eis zu befreien, so die Autobahn GmbH.
Auch vor einem Jahr, am 10. Januar 2025, hatten Eisbrocken auf der Rheinbrücke zwischen Köln und Leverkusen Unfälle und eine Sperrung verursacht, unter anderem wurden auch zwei Streifenwagen der Polizei so stark beschädigt, dass sie nicht mehr fahrbereit waren. Damals versuchte man zunächst mit einem Feuerwehrhubschrauber die Pylonen vom Eis zu befreien. Der Luftdruck der Rotorblätter reichte allerdings nicht aus, so dass schließlich der Hubsteiger der RWE-Werksfeuerwehr aus Neurath angefordert wurde. Mit dessen Hilfe konnten die etwa zehn Quadratmeter großen Eisplatten von den Pylonen gekratzt werden. Die Brücke konnte erst nach rund sechs Stunden wieder freigegeben werden.
Alles zum Thema Bundesautobahn 1
- Tarifkonflikt Verkehrsbehinderungen wegen Verdi-Streikwoche bei Autobahn
- Rheinbrücke Leverkusen Unfälle und Vollsperrung nach Eisstürzen
- A1 wieder frei Leverkusener Rheinbrücke wieder freigegeben
- Gefahr von oben Herabfallende Eisstücke: Leverkusener Rheinbrücke gesperrt
- Verkehr Weiträumige Umleitung – A2 bei Dortmund mehrere Tage dicht
- Marodes Bauwerk Die Bonner Nordbrücke ist jetzt für schwere Lkw gesperrt – Kontrollen schwierig
- Verkehr 280.000 Kilometer Stau – Autofahrer in NRW brauchen Geduld
ADAC fordert „intelligente Maßnahmen“
Der ADAC forderte am Montag Gegenmaßnahmen. „Herabfallende Eisplatten aus einer solchen Höhe sind eine große Gefahr für die Verkehrsteilnehmer. Zumindest wirksame Kontrollmechanismen sind dringend erforderlich“, sagte ADAC-Experte Roman Suthold. Noch besser seien intelligente Maßnahmen, um die Eisbildung gänzlich zu verhindern. „An der Verkehrssicherheit darf nicht gespart werden.“
Einbau von Heizstäben wegen hoher Kosten verworfen
Nach Angaben der Autobahn GmbH Rheinland ist der Einbau von Heizstäben in die Brückenkonstruktion geprüft worden. Man habe sich dagegen entschieden. Aus Kostengründen sei das nicht umzusetzen, sagte ein Sprecher. Es seien stattdessen Kameras in Vorbereitung. Sie sollen bei bestimmten Wetterkonstellationen eine Ferndiagnose möglich machen, ob sich Eis an der Brückenkonstruktion bildet. Gemeinsam mit den Feuerwehren Leverkusen und Köln sei dazu ein gemeinsamer Ablaufplan für diese Lage entwickelt worden, „um den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit auch bei herausforderndem Wetter zu gewährleisten“, so die Autobahn GmbH. So sollten zunächst die beiden äußeren Fahrspuren sowie der Rad- und Gehweg auf der Rheinbrücke gesperrt werden, um den Verkehr aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Pylonen auf die Ansammlung von Eis und Schnee überprüfen zu können. Sollte sich dann erweisen, dass eine Enteisung notwendig ist, werde die Rheinbrücke in Abstimmung mit der Feuerwehr für den Verkehr vollgesperrt, bis die Brücke wieder sicher befahrbar ist, teilte die Autobahn GmbH im Herbst vergangenen Jahres mit.
Zwillingsbrücke könnte Problem noch verstärken
Ob das künftig in jedem Winter gängige Praxis sein wird, oder ob die Autobahn GmbH nun doch baulich nachrüsten wird, blieb am gestrigen Montag offen. Zumal die Autobahn GmbH bisher wegen der Eis-Problematik keine Änderungen an der Konstruktion der Zwillingsbrücke plant, die derzeit neben dem 2024 eröffneten ersten Brückenteil entsteht. Ein Sprecher teilte auf Rundschau-Anfrage nur mit: „Verkehrssicherheit hat für die Autobahn GmbH höchste Priorität. Deshalb arbeiten unsere Expertinnen und Experten die aktuellen Ereignisse gründlich auf. Für eine Beurteilung möglicher Zusammenhänge und geeigneter Maßnahmen ist es allerdings noch zu früh.“ (mit dpa)
