Der teuerste Einkauf des 1. FC Köln in diesem Sommer will es wie sein Bruder machen und lebt den Traum von der Premier League.
1. FC Köln„Ich weiß, dass ich performen muss“

Rav Van den Berg im Training des 1. FC Köln.
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Rav van den Berg wollte nicht ins Detail gehen. „Es war sehr schwierig für mich“, sagt der Königstransfer des 1. FC Köln über die Gespräche zwischen seinem neuen Arbeitgeber und seinem ehemaligen, dem FC Middlesbrough. Zähe Verhandlungen, unter denen am Ende vor allem der Spieler zu leiden hatte: „Ich wäre gerne zwei Wochen früher hier gewesen“, räumte der 21-Jährige ein, der am 13. August bei den Geißböcken einen Vertrag bis 2030 unterschrieben hat.
Wäre es nach seinen Vorstellungen gelaufen, hätte der Niederländer also schon ab dem 1. August am Geißbockheim trainieren können — und könnte wahrscheinlich auf seine ersten beiden Einsätze im FC-Trikot zurückschauen. Weil FC und der englische Zweitligist aber um die Höhe der Ablösesumme feilschten, musste Van den Berg so lange individuell trainieren und baute Rückstand auf.
„Ich stelle die Spieler dann auf, wenn ich das Gefühl habe, es ist der richtige Zeitpunkt. Für den Fall, dass etwas schiefläuft, möchte ich vermeiden, dass sie schon nach einem Spiel kaputt geschrieben werden“, schützte FC-Coach Lukas Kwasniok den 1,91 Meter großen Abwehrspieler vor dem Bundesliga-Auftakt am vergangenen Sonntag in Mainz und erklärte: „Als Trainer habe ich eine Verantwortung für die Spieler. Es gibt Spiele, da ist ein Debüt für einen Spieler leichter, in manchen Spielen schwieriger.“
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Van den Berg stand sowohl beim Pokalspiel in Regensburg als auch in Mainz im FC-Kader und fühlt sich nun bereit für sein Debüt: „Ich will jetzt zeigen, was ich zu leisten imstande bin, und bin bereit, jede Woche zu spielen.“ Die Ablösesumme von acht Millionen Euro, die sich durch Boni auf zehn Millionen Euro erhöhen kann, stellt für den damit teuersten FC-Einkauf dieses Sommers keine Bürde dar. „Es ist für mich eine Ehre, dass der Verein so viel Ablöse für mich bezahlt hat. Ich weiß, dass ich performen muss und mag das, weil ich unter Druck sehr fokussiert bin.“
Es ist gut möglich, dass Rav van den Berg am Sonntag im Heimspiel gegen den SC Freiburg erstmals in Kwasnioks Dreierkette aufläuft. Entweder als rechtes Glied für Joel Schmied oder im Zentrum für Timo Hübers. Über die Stimmung im Rheinenergiestadion hat er aus erster Hand nur Gutes gehört: „Mein älterer Bruder Sepp hat zweimal hier in Köln gespielt. Er fand die Atmosphäre im Stadion mit den Fans unglaublich. Ich freue mich sehr auf das erste Heimspiel“, sagte er am Donnerstag nach dem Training.
Sepp van den Berg zeichnet den Weg vor
Apropos Bruder: Der 23-jährige Sepp van den Berg hat den Weg vorgezeichnet. Vom Heimatclub PEC Zwolle wechselte Sepp zum FC Liverpool, der ihn dann an Preston, den FC Schalke 04 und den 1. FSV Mainz 05 verlieh. Ziel des älteren Van den Berg war dabei immer die Premier League. Im Sommer 2024 war es so weit. Der FC Brentford verpflichtete Sepp für 23,6 Millionen Euro. Der Innenverteidiger avancierte mit 31 Einsätzen schon in seiner ersten Premier League-Saison beim Klub aus dem Londoner Westen zum Stammspieler.
„Ich möchte ehrlich sein. Der Schritt nach Köln ist aktuell der richtige für mich. Aber die Premier League ist für mich die beste Liga der Welt, deswegen ist sie auch mein großer Traum“, will Rav van den Berg den gleichen Weg wie sein Bruder gehen. Er möchte sich erst weiterentwickeln und dann den nächsten Schritt machen. Deshalb hat er auch andere Angebote ausgeschlagen — unter anderem aus der Premier League vom FC Chelsea.
Lukas Kwasniok hat mich als Trainer damit überzeugt, wie er spielen lassen möchte und er kommuniziert gut.
„Lukas Kwasniok hat mich als Trainer damit überzeugt, wie er spielen lassen möchte und er kommuniziert gut. Ich wollte zu einem Klub wechseln, der mich als Spieler und als Persönlichkeit will“, begründete Rav van den Berg, warum seine Wahl auf den FC fiel und warum er sich so früh festgelegt hat. Köln soll der optimale Ausgangsort für seine Karriere in der Premier League sein. Auch weil der FC über eine enorme Strahlkraft verfügt: „Der FC ist ein großer Club mit einer riesigen Fan-Basis. Das war wichtig für mich.“
Dass Rav van den Berg so offen mit seinen Karriereplänen umgeht, dürfte den FC nicht wirklich stören. Sollte sich der Innenverteidiger nämlich wie gewünscht in Köln entwickeln, könnte er das in ihn investierte Geld wieder einbringen. Bruder Sepp hat auch hier den Weg vorgezeichnet und dem FC Liverpool einen Transferüberschuss von mehr als 20 Millionen Euro eingebracht.