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Pleite in Texas 1. FC Köln leistet sich beim Testspiel gegen Stuttgart schlimme erste Halbzeit

Steffen Baumgart steht breitbeinig und mit verschränkten Armen auf dem Spielfeld. Er trägt schwarze Sportkleidung und eine Kappe. Im Hintergrund sieht man ein Tor und einen Fußball auf dem Feld liegen.

Coach Steffen Baumgart beim FC-Training in Austin/Texas.

Der 1. FC Köln hat im einzigen Testspiel während der USA-Tour keine Werbung in eigener Sache betreiben können. Gegen den VfB Stuttgart setzte es nach einer blamablen ersten Halbzeit eine 2:4-Niederlage.

Sportliche Events in den Vereinigten Staaten von Amerika beginnen traditionell mit der „The Star Spangled Banner“. Also erklang die Nationalhymne am Samstag um 15 Uhr Ortszeit auch im Q2-Stadium von Austin, obwohl sich mit dem 1. FC Köln und dem VfB Stuttgart zwei Bundesligamannschaften gegenüberstanden. Damit die Angelegenheit dieses Testspiels auch Heimatgefühle auslöste, war als zweites die deutsche Nationalhymne zu hören. Fehlte nur die FC-Hymne, die die knapp 30 Kölner Fans im Schmuckkästchen des MLS-Clubs Austin FC zu gerne mitgesungen hätten. Sie kam nicht, also versuchten sich die FC-Anhänger unter den 5000 Zuschauern bei für texanische Verhältnisse recht kühlen fünf Grad Celsius und ungemütlichem Regen am Spiel ihrer Mannschaft zu erwärmen. Was nicht leicht fiel, denn erstens war dieses Duell eine Woche nach dem letzten Bundesligaspieltag vor der WM-Pause ein Muster ohne jeden Wert und zweitens lieferte die Rumpftruppe von Cheftrainer Steffen Baumgart gegen die personell etwas besser besetzten Schwaben beim 2:4 (0:4) eine wenig erbauliche erste Hälfte ab.

0:4 nach 45 Minuten

Baumgart standen für die Begegnung mit dem VfB nur 14 Feldspieler zur Verfügung, darunter mit Joshua Schwirten und Georg Strauch zwei U21-Spieler mit null Minuten Bundesligaerfahrung sowie Tidiane Toure und Max Finkgräfe zwei U19-Nachwuchskräfte. Der FC-Coach hatte vor dem Spiel angekündigt, es mal mit der von ihm ungeliebten Dreierkette zu versuchen. Eine passende Gelegenheit, denn es ging schließlich um wenig. Nikola Soldo, Timo Hübers und Jeff Chabot besetzten die entsprechenden Defensivpositionen und demonstriertem im Verbund mit ihren Vorderleuten, dass es sich vor allen Dingen um ein Experiment handelte. Wobei die Gegentore weniger mit der Dreierkette als mit dem allgemeinem Abwehrverhalten der Kölner zu tun hatten. „Wir waren in der ersten Hälfte genauso oft im gegnerischen Strafraum wie Stuttgart. So wir wie verteidigt haben, das passiert so normalerweise nicht. Da merkt man, dass die Jungs nicht mehr die Klarheit haben. Ich werde, dass leistungsmäßig aber nicht mehr bewerten. Wir sind jetzt alle froh, dass wir uns erst am 8. Dezember wiedersehen“, sagte Baumgart.

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Das 0:1 fiel nach dem ersten Stuttgarter Eckball durch den nach einer Kopfballverlängerung sträflich freien Innenverteidiger Konstantions Mavropanos (12.). Timo Horn, der das FC-Tor hütete, reagierte beim unplatzierten Kopfball aus kurzer Entfernung einen Tick zu spät. Das zweite Tor durfte Tanguy Coulibaly unbehelligt von der Strafraumkante mit einem Schuss durch Chabots Beine erzielen (28.). Dann war Sechser Strauch bei einer Umschaltaktion des VfB schlecht postiert und verlor deswegen das Laufduell mit Coulibaly, der diesmal mit links erfolgreich abschloss (30.). Zum Abschluss der aus Kölner Sicht peinlichen ersten Hälfte setzte sich Mavropanos leicht im Luftkampf gegen den gleichgroßen Chabot durch und ließ Horn keine Chance (41.).

  • 1. FC Köln: Horn; Soldo, Hübers (53. Kilian), Chabot (67. Finkgräfe); Schindler (53. Toure) Strauch, Hector, Schwirten, Pedersen; Adamyan, Tigges (53. Maina).
  • Tore: 0:1 Mavropanos (12.), 0:2, 0:3 Coulibaly (28./30.), 0:4 Mavropanos (41.), 1:4 Schwirten (68.), 2:4 Adamyan (83.).

Ein 0:4 zur Pause produziert auch in einem unbedeutenden Testspiel ein unangenehmes Gefühl, immerhin befinden sich die Kölner auf einer Promotion-Reise und präsentieren die Deutsche Fußball Liga (DFL). „So ein Testspiel hatten wir noch nie und so eine erste Halbzeit ist auch für mich schwierig zu erklären. Für so etwas bin ich nicht der Richtige, deswegen gab es auch eine deutliche Ansprache“, fand Baumgart deutliche Worte.

Die Angriffsbemühungen der Kölner in Hälfte eins hatten etwas mehr Substanz als die in der Defensive, offenbarten aber auch die üblichen Mängel in der Chancenverwertung. „So ein 0:4 zur Halbzeit schmerzt schon und zwar richtig. Wir spielen Fußball und das muss ich annehmen, sonst brauche ich nicht auf den Platz gehen. Der Einzige, der es angenommen hat, war Jonas Hector“, gefiel Baumgart der Auftritt seines Teams nicht.

Die Kölner hatten sich blamiert und bemühten sich in Hälfte zwei um Besserung. Was auch gelang. VfB-Keeper Fabian Bredlow entschärfte einen Soldo-Fernschuss (50.), ehe sich Schwirten mit Hilfe des Innenpfostens für seine solide Leistung mit dem 1:4 belohnte (68.). Dann konnte sich Sargis Adamyan nach einer unbefriedigenden Halbserie noch über ein Erfolgserlebnis freuen. Der Stürmer staubte zum 2:4 ab, nachdem Bredlow einen Schuss von Linton Maina abklatschen ließ (83.). Erfreulich aus Kölner Sicht war neben der gewonnenen zweiten Hälfte, dass mit Toure und Finkgräfe zwei U19-Spieler erstmals Profiluft schnuppern konnten. Oder, dass die Dreierkette in Hälfte zwei mit Nikola Soldo im Zentrum gut funktionierte. Und natürlich, dass sich vor dem wohlverdienten Urlaub niemand mehr verletzt hatte.   „Mich ärgert die erste Halbzeit, die zweite nicht. Wir müssen jetzt runterfahren und haben dann in der Vorbereitung viel zu tun“, kündigte Baumgart an und war sichtlich froh, dass nun erstmal Urlaub vor der Tür steht.