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„American Dream“FC-Verteidiger Sebulonson träumt von WM-Teilnahme

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Mit Vorwärtsdrang: FC-Verteidiger Sebastian Sebulonsen (l.) zieht am Münchner Jungstar Tom Bischof vorbei.

Sebastian Sebulonsen hat sich beim 1. FC Köln auf Anhieb zum Stammspieler entwickelt. Aktuell überzeugt der Schienenspieler auch in der personell ausgedünnten Innenverteidigung.

Sebastian Sebulonsen hat einen großen Traum. Wenn im Sommer die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, möchte der norwegische Fußballprofi mit von der Partie sein. „Natürlich ist es mein Ziel, in der Nationalmannschaft zu spielen. Der beste Weg dorthin ist, sich im Club zu konzentrieren, jeden Tag hart zu arbeiten und zu versuchen, möglichst viel und gut zu spielen“, erklärt der ehemalige Junioren-Nationalspieler Norwegens, der im Oktober beim 1:1 im Test gegen Neuseeland sein Debüt für die vom früheren Kölner Stale Solbakken trainierte A-Auswahl gefeiert hat. Ein Vorhaben, welches Sebulonsen bei Fußball-Bundesligist 1. FC Köln mehr als ordentlich in die Tat umsetzt. Der Neuzugang aus Kopenhagen hat sich in seiner ersten Saison am Geißbockheim zum Stammspieler aufgeschwungen und stand in allen 20 Pflichtspielen auf dem Platz, davon 18-mal von Beginn an.

In den jüngsten sieben Partien waren seine Dienste sogar jeweils über die volle Distanz gefragt. Und Sebastian Sebulonsen obendrein in einer neuen Rolle aktiv. Im Zuge der Verletzungsmisere wurde der Schienenspieler zum Innenverteidiger umgeschult – und erledigte seine Sache als rechter Part der Dreierkette zur Zufriedenheit des Trainers. „Es ist schön, dass wir in den vergangenen Wochen Spieler umfunktionieren konnten. Seb hat das echt stabil gemacht und fühlt sich in der Innenverteidigung fast schon wohler als auf der Schiene“, freut sich Lukas Kwasniok, der die Haltung Sebulonsens hervorhebt: „Er hat sich darauf eingelassen und will sich verbessern. Das ist genau die Attitüde, die wir brauchen.“

Ich habe nun andere Aufgaben, bin vor allem defensiv gefordert und habe nicht mehr die offensiven Freiheiten wie auf der Schiene.
Sebastian Sebulonsen, FC-Verteidiger, über seine neue Rolle in der Innenverteidigung

Sebulonsen beschreibt die veränderten Anforderungen an seine Person wie folgt: „Ich habe nun andere Aufgaben, bin vor allem defensiv gefordert und habe nicht mehr die offensiven Freiheiten wie auf der Schiene. Ich habe das Gefühl, es läuft immer besser.“ Eine Priorität habe er nicht. „Ich fühle mich auf beiden Positionen wohl. Solange ich spiele, bin ich glücklich“, sagt der 25-Jährige, der in den ersten drei Spielen nach der Winterpause an der Seite von Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey (20) verteidigte. Der Engländer sei ein „sehr netter Junge“, meint Sebulonsen. „Er bringt Energie mit und hat gut gespielt. Wir sind glücklich, dass er bei uns ist.“ Für die Partie beim SC Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) steht hinter dem Mitwirken der Leihgabe von Manchester City allerdings noch ein Fragezeichen. Nachdem Simpson-Pusey das Aufwärmen am Dienstag abbrechen musste, fehlte er auch bei der Einheit am Mittwoch. Grund ist eine Blessur am Knie. Es werde von Tag zu Tag geschaut, hieß es dazu aus dem Geißbockheim. Die erkrankten Said El Mala und Denis Huseinbasic waren ebenfalls noch nicht wieder dabei.

Die Kölner treten die Reise in den Breisgau recht unbeschwert an. Das 2:1 zum Rückrundenauftakt gegen den FSV Mainz 05 beendete eine acht Spiele lange Sieglosserie und vergrößerte den Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze auf acht Punkte. „Der Erfolg gegen Mainz war schön, zumal unser letzter Sieg längere Zeit zurücklag. Wir müssen einfach weiter in jedem Spiel unseren Matchplan umsetzen und unser Bestes geben“, fordert Sebulonsen, nicht nachzulassen. Auf den kommenden Gegner hat er ein besonderes Augenmerk.

Mit Yuito Suzuki steht ein ehemaliger Mitspieler aus Zeiten bei Bröndby IF beim Sportclub unter Vertrag. „Ich habe schon viele Spiele von Freiburg gesehen. Das ist ein gutes Team“, warnt Sebulonsen, der gegen den Europa League-Teilnehmer als rechter Innenverteidiger einer Viererkette beginnen könnte. Ebenjene Position bekleidete er bereits in der starken zweiten Halbzeit gegen Mainz. Bei der Einheit am Mittwoch ließ Kwasniok diese Formation unter den Augen der Vorstände Jörn Stobbe und Ulf Sobek ausgiebig trainieren. Sebulonsen verteidigte dabei neben Rav van den Berg, der nach seiner Rotsperre in die Startelf zurückkehren könnte.