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1. FC KölnWintertransfers sind in beide Richtungen möglich

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Das Trainerteam des 1. FC Köln mit Cheftrainer Steffen Baumgart steht auf dem Platz und schaut bei den Übungen der Spieler zu.

Das Trainerteam des 1. FC Köln mit Chefcoach Steffen Baumgart

Der 1. FC Köln spielt auf seiner USA-Reise am Samstag in Austin gegen den VfB Stuttgart. Vor dem Test gegen den Bundesliga-Konkurrenten sprach FC-Trainer Steffen Baumgart über die Verletzten und mögliche Transfers im Winter.

Martin Sauerborn

Martin Sauerborn

Geboren im Februar 1967 in Bremen. Diplom-Studiengang an der Deutschen Sporthochschule Köln mit Schwerpunkt Sportpublizistik. Freier Mitarbeiter bei der Bonner Rundschau von 1988 bis 1998 im Lokalen u...

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Austin. Die Frage nach Mark Uth rief ein kurzes Kopfschütteln bei Steffen Baumgart hervor. Ein US-amerikanischer Journalist hatte am Donnerstag beim Medientag im Q2-Stadion des Austin FC einen Blick auf den Kader des 1. FC Köln geworfen und wollte wissen, ob Uth denn am Samstag (22 Uhr MEZ/DAZN) im Testspiel gegen den Bundesliga-Konkurrenten VfB Stuttgart auflaufen werde. „Mark kann ja nicht mal werfen“, sagte Baumgart halb scherzend, halb ernst, mit Blick auf seinen Spielmacher, der versuchte, einen American Football per Hand in einer blauen Tonne zu befördern.

Uth fehlt seit Pokal in Regensburg

Uth fehlt dem FC nach seiner Verletzung im Pokalspiel bei Jahn Regensburg seit dem ersten Bundesliga-Spieltag und ob er am 21. Januar beim Jahresauftakt gegen Werder Bremen wieder fit sein wird, ist weiter fraglich. Und es war keine gute Nachricht, die Steffen Baumgart während der USA-Promotion-Reise zu verkünden hatte. Sie lautet zwar nicht, Uth kann nicht spielen, sie hatte aber auch nicht zum Inhalt, dass der 31-Jährige sicher wieder mit von der Partie sein kann.

Wir versuchen alles, aber bei Marks Verletzung weiß ich nicht, was passiert, ob es gut wird oder nicht.
Steffen Baumgart, FC-Trainer

„Es ist die große Hoffnung, dass alle bis zum ersten Spieltag wieder fit werden. Bei Mark können wir aber keine Prognose abgeben“, berichtete der FC-Coach. Der 50-Jährige ließ offen, ob die schmerzhafte Schambeinentzündung bei Uth abklingen kann. Selbst eine Operation hatte ja nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Nach vier Kurzeinsätzen in Bundesliga und Europa Conference League musste der FC den gebürtigen Kölner wieder aus dem Training nehmen: „Ich bin vorsichtig bei ihm. Wir versuchen alles, aber bei Marks Verletzung weiß ich nicht, was passiert, ob es gut wird oder nicht. Die Schmerzen sind nicht weg. Wir müssen abwarten.“

Ljubicic kehrt wohl  im Januar zurück

Besser sieht es dabei bei Dejan Ljubicic aus. „Wir gehen davon aus, dass er Anfang Januar wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Dann haben wir noch drei Wochen bis zum ersten Spieltag“, zeigte sich Baumgart optimistisch, dass der torgefährliche Mittelfeldspieler gegen Werder wieder auf dem Platz steht. „Wenn alle über den Winter gesund bleiben, haben wir einen sehr vollen Kader und können wieder das zeigen, was uns im letzten Jahr ausgezeichnet hat. Und der Trainer hat dann hoffentlich bei der Aufstellung wieder die Qual der Wahl“, sagte der FC-Coach.

Möglicherweise kann Baumgart im Januar in seinem Kader sogar Neuzugänge begrüßen. „Wir werden uns alles angucken. Jetzt kommt bestimmt gleich die Stürmer-Frage. Natürlich werden wir auch in diesem Bereich gucken. Es muss aber passen.“ Wenn Sportchef Christian Keller am Freitag nach seinen Terminen in New York zum FC-Tross in Austin stößt, werden die Neuverpflichtungen Thema werden: „Wir setzen uns hier auch mal hin und gucken, was gut war und was nicht. Das macht man immer. Dann schauen wir, was wir zum Januar hin noch tun. Wir beschäftigen uns mit einigen Dingen“, kündigte Baumgart an.

Bei den Transfers geht es nicht nur ums Kommen, sondern auch ums gehen.
Steffen Baumgart, FC-Trainer

Bei den Gesprächen wird aber auch über mögliche Abgänge geredet: „Da geht es nicht nur ums Kommen, sondern auch ums Gehen. In beide Richtungen kann noch was passieren“, sagte der FC-Coach. Auf der Liste der möglichen Abgänge steht dabei wieder einmal der Name Ellyes Skhiri. Der Kölner Dauerläufer spielt ab Sonntag mit der tunesischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar und könnte potenzielle Interessenten wie Olympique Lyon verstärkt auf sich aufmerksam machen. „Das höre ich, seitdem ich hier bin. Wenn er weg ist, ist er weg. Und wenn er bleibt, bleibt er. Wenn er eine überragende WM spielt, kann es sein, dass jemand kommt. Bei der finanziellen Lage, die wir haben, kann es sein, dass wir gezwungen sind, ihn zu verkaufen oder auch nicht“, reagierte Baumgart auf die Gerüchte. Sorgen bereitet ihm dies mit Blick auf die Winter-Transferperiode vom 1. bis 31. Januar aber nicht wirklich: „Wir sind auf alle Szenarien so gut wie möglich vorbereitet, außer auf zehn Verletzte in einer Halbserie.“

Kölns Ellyes Skhiri (l) und Leverkusens Moussa Diaby versuchen an den Ball zu kommen.

Ellyes Skhiri (vorne) ist im Winter erneut ein Verkaufskandidat beim 1. FC Köln. Der Tunesier spielt bei der WM in Katar für sein Land.

FC gegen Stuttgart mit Dreierkette

Die Kölner treten am Samstag im schmucken Stadion von Austin auf jeden Fall nur mit einem Rumpfkader an. Steffen Baumgart stehen neben drei Torhütern gerade einmal 14 gesunde Feldspieler zur Verfügung: „Wir freuen uns auf das Freundschaftsspiel, aber es hat keine wirkliche Bedeutung. Es ist der letzte Test, wir hoffen, dass alle gesund bleiben.“ Der FC-Trainer will das Spiel aber nutzen, um sein Team ausnahmsweise mal mit einer Dreierkette spielen zu lassen: „Es ist eigentlich nicht mein System, aber wir wollen es jetzt mal ausprobieren.“ Und zwar in Baumgart-Manier: „Es wird aber sicher keine Fünferkette. Wir denken offensiv in dem System.“ Also doch ein Inhalt, der das eigentlich so unnötige Spiel gegen die Schwaben ein wenig interessanter machen könnte.