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Nach Aus für Frauen in der WM 2019„Uns hätte Olympia gutgetan“

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Martina Voss-Tecklenburg

Martina Voss-Tecklenburg, Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft,

Nach dem Ausscheiden der DFB-Auswahl bei der Fußball-Weltmeisterschaft äußerte sich Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zu ihrer und der Zukunft der jungen Mannschaft.

Frau Voss-Tecklenburg, Was bedeutet das Aus im Viertelfinale und insbesondere das Verpassen der Olympischen Spiele in Tokio 2020?

Es ist relativ schwierig, das jetzt schon abzuschätzen. Uns hätte das Olympia-Turnier gutgetan in dem Prozess, in dem wir sind. Jedes Turnier hilft den Spielerinnen, Erfahrungen zu sammeln. Dass wir das nicht geschafft haben, weil man das Halbfinale erreichen musste, das ist eben so. Das ist der Modus der WM. Man muss sich für die Olympischen Spiele qualifizieren auf eine harte Tour. Wir haben es nicht geschafft, weil Europa so dicht beieinander ist.

Wie groß ist der Rückschlag für den deutschen Frauenfußball?

Es darf für uns kein Rückschlag sein. Wir müssen uns neue Ziele setzen. Wir müssen diesen Prozess jetzt weitergehen. Vor allem müssen wir aus dieser Niederlage wachsen und Stärke gewinnen. Die Erfahrungen, die wir auf eine positive Art, aber heute auch auf eine negative Art gemacht haben, müssen uns helfen, als Fußballerinnen, als Team zu wachsen und nach vorn zu schauen.

Sie haben gesagt, dass Deutschland nie weg war aus der Weltspitze. Inwieweit würden Sie diese Aussage jetzt wieder treffen?

Genau so. Wie groß ist die Weltspitze? Das ist eine Frage der Definition. Das Spiel haben wir nicht 0:5 verloren, sondern 1:2. Es war sehr eng, ein Spiel auf Augenhöhe. Es hat auch ein bisschen Spielglück gefehlt. Wir haben das Spiel sehr gut angefangen. Was sicher ein bisschen fehlt, ist diese Konstanz, auch mit Rückschlägen weiter mutig und positiv zu sein.

Nach dem EM-Aus 2017 gab es Grundsatzdiskussionen, auch 2018 nach dem WM-Aus der Männer. Müssen Vereine und DFB noch mehr tun?

Ich denke, dass wir den seit einem Jahr eingeschlagenen Weg konsequent verfolgen und weitergehen müssen. Das passiert nicht von heute auf morgen. Wir sind in der Kommunikation mit allen Beteiligten im DFB und im Austausch mit allen Vereinen. Wir gehen kritisch mit den Dingen um. Wir müssen schauen, wie sich unsere potenziellen Nationalspielerinnen entwickeln, wie sie sich vereinsmäßig entscheiden. Ich bin nicht bange, wir haben Talente.

Es sind jetzt zwei Jahre bis zum nächsten Turnier ohne ganz große Pflichtspiele. Ist es auch die Chance, die ganz jungen Spielerinnen zu formen?

Wir wissen, dass wir in der EM-Qualifikation auch Gegner haben, gegen die wir gewinnen müssen und werden. Wir wollen formen, wir können formen. Wir wollen diesen Veränderungsprozess konsequent weiterführen. Wir haben viele junge Spielerinnen reingeworfen. Sie haben es mehrheitlich gut gemacht.