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Viktoria KölnRückendeckung für Verteidiger Bernard Kyere

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Schwer zu trösten: Eigentorschütze Bernard Kyere unterliefen haarsträubende Fehler.

  1. Beim Drittliga-Debüt gegen Hansa Rostock schoss Kyere erst ein Eigentor, dann diverse Fehler.
  2. Der Verteidiger stand völlig neben sich, obwohl die Erwartungen an ihn vorher hoch gewesen waren.
  3. Trainer Pavel Dotchev und der Verein nehmen ihn trotzdem in Schutz: „Es ist doch klar, dass wir Bernard jetzt nicht fallen lassen.“

Bernard Kyere ist ein Kerl wie ein Baum. 1,90 Meter groß, 85 Kilogramm schwer, muskulös und kraftvoll. Eine wuchtige Erscheinung eben, die Gegenspielern gehörigen Respekt einflößen kann. Als der Innenverteidiger nach dem Abstieg des Fußball-Drittligisten SC Fortuna Köln auf den Markt gekommen war, zögerten sie auf der anderen Rheinseite in Höhenberg nicht lange. Denn es galt Ersatz zu organisieren für Daniel Reiche, den langjährigen Abwehr-Dirigenten des FC Viktoria, den es zurück in die niedersächsische Heimat gezogen hatte.

Dass jedoch auch ein kantiger Typ wie Bernard Kyere gehöriges Nervenflattern bekommen kann, ist eine der Erkenntnisse aus dem Drittliga-Debüt der Rechtsrheinischen, das bei Hansa Rostock spektakulär 3:3-Unentschieden geendet hatte. Der gebürtige Ghanaer war in einer aus Sicht des Aufsteigers furchtbaren ersten Halbzeit das personifizierte Drama. Kyere stand völlig neben sich, fabrizierte zuerst ein Eigentor, dann einen eklatanten Stockfehler zum 0:2 und war auch am dritten Gegentor zumindest nicht schuldlos.

Dotchev ließ Kyere bis zur Halbzeit spielen

Gespielt waren zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 19 Minuten. Gelingen wollte dem eigentlich drittligaerprobten 24-Jährigen danach nichts mehr, selbst ein Pass über wenige Meter ging schief. Eine Auswechslung noch vor der Halbzeit wäre zwar einer Demütigung nahe gekommen, aber keine Überraschung gewesen. Doch Pavel Dotchev, der Trainer, ließ Kyere zumindest bis zum Seitenwechsel auf dem Feld. Dann wurde der Verteidiger erlöst und durch Dominik Lanius ersetzt.

Dass sich der FC Viktoria nach einem frühen 0:3-Rückstand noch auf grandiose Weise zu einer Punkteteilung zurückgekämpft hatte, dürfte zumindest ein kleiner Trost für Bernard Kyere gewesen sein. Die teaminterne Aufbauarbeit hatte gleich nach dem Abpfiff begonnen. „Es ist doch klar, dass wir Bernard jetzt nicht fallen lassen“, sagt der Sportliche Leiter Marcus Steegmann, der trotz des misslungenen Einstandes unverändert große Stücke auf den bulligen Abwehrmann hält: „Wir sind davon überzeugt, dass Bernard noch zu einem ganz wichtigen Faktor bei uns werden kann.“

„Wir hatten gedacht, dass er weiter ist“

Pavel Dotchev zeigte sich über die Schwere der Fehler seines neuen Innenverteidigers „ein bisschen überrascht. Wir hatten gedacht, dass er weiter ist“, gestand der Viktoria-Coach. Doch der Schein trügte. Bernard Kyere war nach dem Abstieg mit den Südstädtern seine Aufgabe bei Erzrivale Viktoria mit einem mentalen Rucksack angegangen. Als er sich dann auch noch einen Bänderanriss zuzog und gleich mehrere Trainingswochen verpasste, schien die Vorbereitung für ihn komplett gelaufen zu sein.

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Anderthalb Wochen vor dem Drittliga-Start meldete sich Kyere jedoch recht überraschend einsatzbereit und vermittelte seinem Coach ein sicheres Gefühl. In der Generalprobe gegen Regionalligist FC Schalke 04 II (3:0), bei der Kyere an der Seite von Tobias Willers in der Startelf gestanden hatte, waren Defizite nämlich nicht aufgefallen. Der Ernstfall ging dann schief.

Doch Pavel Dotchev ist kein Trainer, der einen Spieler schnell fallen lässt. Der erfahrene Bulgare vertraut einem pädagogischen Ansatz. Deshalb soll Bernard Kyere auch bei Viktorias Drittliga-Heimspiel-Premiere am Sonntag (13 Uhr, Sportpark Höhenberg) gegen Mitaufsteiger Chemnitzer FC von Beginn an mitwirken – das Okay des Verteidigers in dem noch ausstehenden Gespräch mit Dotchev vorausgesetzt. „Das, was Bernard jetzt braucht, ist Selbstvertrauen. Das bekommt er nur durch positive Erlebnisse “, sagt sein Coach.